Sport

Viola Amherd zu Missbrauch und Demütigungen in Magglingen: «Der Turnverband muss aufräumen»

Viola Amherd, Sportministerin.

Viola Amherd, Sportministerin.

Die Berichte über Demütigungen und Qualen junger Turnerinnen haben Sportministerin Viola Amherd «erschüttert». Dem Turnverband die Gelder kürzen will sie vorerst nicht.

(gb.) Sportministerin Viola Amherd fordert einen Kulturwandel im Schweizerischen Turnverband. Er müsse «aufräumen», sagt sie am Montag in einem Interview mit dem «TagesAnzeiger». Die kürzlich publik gemachten Schilderungen junger Sportlerinnen im Leistungszentrum in Magglingen hätten sie «erschüttert» und «sehr beschäftigt».

Am meisten erstaunt habe sie, dass die Frauen sich erst getraut hätten, etwas zu sagen, als sie nicht mehr aktive Athletinnen waren. Amherd hatte zuvor bereits angekündigt, eine externe Untersuchung in Auftrag zu geben. Damit sollen aufgearbeitet werden, warum das Ausmass der Qualen erst jetzt bekannt wurde.

Ethische Vorgaben bei Fördergeldern

Vorwürfe, die Politik hätte früher handeln sollen, weist Amherd in dem Interview zurück. Man dachte, es handle es sich um Einzelfälle, so Amherd. Das sei eine Fehleinschätzung gewesen. Die jüngsten Rücktritte in der Führungsetage des Turnverbands begrüsst Amherd.

In Zukunft will sie genauer hinschauen, insbesondere bei der Vergabe von Fördergeldern. Dort sollen künftige ethische Vorgaben eine Rolle spielen. «Sonst besteht das Risiko, dass wir diese Kultur und dieses Fehlverhalten nicht wegbekommen.»

Dem Turnverband die Gelder kürzen, will Amherd vorerst jedoch nicht. Damit würden nach ihrer Ansicht viele andere Turnerinnen und Turner bestraft. Es gehe nun erst einmal darum, herauszufinden, wo die Fehler im System seien, so Amherd.

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