Zauberschläge und Rekorde
«Verhext es mir nicht, bitte!»: Wie Roger Federer die Zeit zurückdreht

Mit seinem 16. Sieg im 16. Spiel in diesem Jahr egalisiert Roger Federer seine Bestmarke von vor 12 Jahren. In Indian Wells steht der Baselbieter in den Halbfinals und bleibt die Nummer 1 der Welt.

Simon Häring
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Roger Federer ist derzeit kaum zu bezwingen.

Roger Federer ist derzeit kaum zu bezwingen.

Keystone

Irgendwann, das weiss auch Roger Federer, wird sie reissen, die Siegesserie. Doch er will «die Erfolgswelle so lange wie nur möglich reiten», wie er selber in dieser Woche in Indian Wells sagt. Dabei dauert sein Höhenflug so lange wie nur einmal zuvor: 2006, als er 24 war, nicht Vater von vier Kindern und im vermeintlichen Zenit seiner Karriere, hatte er schon einmal die 16 ersten Spiele einer neuen Saison gewonnen. Nun gelingt ihm das im Alter von 36 Jahren.

Roger Federers beste Saisonsstarts.

Roger Federers beste Saisonsstarts.

Zur Verfügung gestellt

Mit dem 7:5, 6:1 gegen den Koreaner Hyeon Chung (21, ATP 26) zieht er in Indian Wells in die Halbfinals ein und bleibt damit in der Weltrangliste an der Spitze. Gewinnt er das Turnier, wird Federer wohl bis zur Rasensaison an der Spitze bleiben, denn sein einziger Verfolger, der Spanier Rafael Nadal (31) hat bereits seinen Verzicht auf das kommende Woche stattfindende Masters-Turnier in Miami angekündigt. Er leidet an einer Verletzung am rechten Hüftbeuger.

Borna Coric als nächster Gegner

Während seine Konkurrenz weiterhin am Stock geht, verzückt Federer auch gegen Chung mit Traumschlägen. «Es ist grossartig. Verhext es mir nicht, bitte!», scherzt er. Er sei einfach nur glücklich, wie er sich fühle und wie er spiele. Dass er noch einmal die Nummer 1 der Welt geworden sei, bedeute ihm fast mehr als die Siegesserie. «Wegen meines Alters», wie er präzisiert. Und ohne auch nur einen Ballwechsel auf Sand gespielt zu haben.

In den Halbfinals trifft Federer in der Nacht auf Sonntag auf den Kroaten Kroate Borna Coric (ATP 49), der sich in den Viertelfinals gegen den südafrikanischen US-Open-Finalisten Kevin Anderson in drei Sätzen durchsetzte. Der 21-Jährige steht bei einem Masters-1000-Turnier erstmals in den Halbfinals, Federer hat auf dieser Stufe 27 Titel feiern können. Einmal gab es das Duell bereits: 2015 überliess Federer Coric in Dubai beim 6:1, 6:2 nur drei Games.

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