Tour de Suisse
Mit 10 fuhr Gino Mäder die Tremola zum ersten Mal mit seinem Vater hoch, nun holt er sich dort den ersten Sieg an der Tour de Suisse

Zum Abschluss der Tour de Suisse zeigt Gino Mäder sein grosses Talent und holt den Etappensieg. Es ist ein positiver Schlusspunkt hinter eine gute Schweizer Tour de Suisse.

Raphael Gutzwiller
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Strahlender Sieger in der letzten Etappe der Tour de Suisse: Gino Mäder.

Strahlender Sieger in der letzten Etappe der Tour de Suisse: Gino Mäder.

Urs Flueeler / KEYSTONE

Die Woche hat schwierig für ihn begonnen, aber am Schluss strahlt Gino Mäder im Ziel in Andermatt. «Nun kann ich von einer sehr guten Tour sprechen», sagt er. Der 24-Jährige holt zum Abschluss der Tour den Etappensieg. Schon am Vortag hat er mit dem dritten Platz im Bergzeitfahren überzeugt.

In diesem Rennen zum Etappensieg werden Erinnerungen wach bei Mäder an seine Kindheit. Mit 10 Jahren sei er das erste Mal die Tremola hochgefahren, erzählt er. «Damals am Hinterrad meines Vaters.» Beim gestrigen Anstieg in Richtung San Gottardo klammert er sich an kein Hinterrad, sondern bläst zum Angriff.

Mäder fährt schnell die Tremola hoch.

Mäder fährt schnell die Tremola hoch.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Irgendwann schliesst er Leader Michael Woods auf – auch weil er die Abfahrt gut kennt. Woods greift 400 Meter vor dem Ziel nochmals an. «Da dachte ich schon, dass ich nicht mehr mitkann», sagt der Oberaargauer. Doch Mäder bleibt dran – und als Woods doch langsamer wird, sprintet er noch vorbei.

Historischer Schweizer Erfolg

Der dritte Schweizer Etappensieg an dieser Tour de Suisse ist gleichbedeutend mit einem historischen Erfolg. Zuvor waren schon Stefan Küng und Stefan Bissegger erfolgreich. Zuletzt gelang den Schweizern 2009 drei Etappensiege.

Gino Mäder jubelt über den Etappensieg.

Gino Mäder jubelt über den Etappensieg.

Andy Mueller / freshfocus

Die junge Schweizer Generation kann zwar noch nicht vorne mitfahren im Gesamtklassement, Exploits sind aber stets möglich. Das trifft auch auf Gino Mäder zu. Schon am Giro d’Italia hat er eine Etappe gewonnen. Ihm wird zugetraut, irgendwann auch im Gesamtklassement vorne mit zu fahren. «Dafür muss ich aber noch an meinem Mentalen und an meiner Konstanz arbeiten.»Und er müsse sich selber noch besser kennen lernen: «Ich muss verstehen, wozu ich fähig bin. Aber ich bin noch jung und nehme mir Zeit.» Mäders nächste grosse Auftritte hat er an den Olympischen Spielen und an der Vuelta a España.

Carapaz verteidigt gelb

Sieger der diesjährigen Tour de Suisse: Richard Carapaz.

Sieger der diesjährigen Tour de Suisse: Richard Carapaz.

Urs Flueeler / KEYSTONE

Den Gesamtsieg an der Tour de Suisse holt sich Richard Carapaz. Der Ecuadorianer verteidigt das gelbe Leadertrikot souverän. Fans aus seiner Heimat feiern ihn hinter Abschrankungen im Ziel in Andermatt frenetisch. Carapaz ist der erste Ecuadorianer, der die Tour de Suisse gewinnt.

Resultate

84. Tour de Suisse. 8. und letzte Etappe (Andermatt – Andermatt, 160 km): 1. Mäder 4:06:25. 2. Woods gleiche Zeit. 3. Cattanneo +0:4. Ferner: 26. Badilatti +3:20. 32. Suter +5:52. Dillier +8:45. 34. Schär +6:25. 37. Thalmann +6:28. 39. Dillier +7.37. 45. Jacobs +7:41. 50. Hirschi +10:24. 62. Küng +11:59. 63. Frank +11.59.

Gesamtwertung: 1. Carapaz 24:44:01. 2. Uran +0:17. 3. Fuglsang +1:15. Ferner: 27. Mäder +21:21. 34. Dillier +27:49. 36. Hirschi +29.02. 39. Schär +32:04. 40. Küng +32:19. 42. Thalmann +33:59. 44. Badilatti +35:45. 60. Frankiny +44:05. 71. Suter +54:44. 90. Bissegger 1:06:11.

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