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Tom Lüthi nach Fahrt auf Platz 2: «Ich bin stolz und zufrieden»

Tom Lüthi (links) unterwegs in Richtung Podestplatz.Bild: Vincent Guignet/Freshfocus (Valencia, 17. November 2019)

Tom Lüthi (links) unterwegs in Richtung Podestplatz.Bild: Vincent Guignet/Freshfocus (Valencia, 17. November 2019)

Der Berner Motorradprofi Tom Lüthi fährt beim letzten Saison-GP in Valencia auf den zweiten Rang.

Wieder nicht Weltmeister. Wieder «nur» GP-Zweiter. Tom Lüthi beendet die Saison mit dem 2. Platz beim GP von Valencia und dem dritten WM-Schlussrang. Doch er sagt: «Ich bin stolz und zufrieden. Ich konnte im letzten Rennen um den Sieg mit- kämpfen.»

Er hat recht: Mit dem vierten Podestplatz in Serie in den vier letzten Rennen hat er einen ­eindrücklichen Schlussspurt ­gezeigt. Ohne die Krise in der Saisonmitte wäre der WM-Titel möglich gewesen. «Wir müssen analysieren, warum wir die Richtung nicht früher wiedergefunden haben.» Es sei die Summe von Details gewesen. Nichts Dramatisches. Aber so seien die Punkte verloren gegangen, die am Ende gefehlt haben. «Wir können die Situation jetzt aber nicht mehr ändern, und das Wichtigste ist, dass wir zum Ende der Saison wieder ums Podest kämpfen konnten.»

Das ist die Sicht zurück mit einem weinenden Auge. Aber es gibt den Blick nach vorne mit einem lachenden Auge. Tom Lüthi fährt in der zweitwichtigsten Töff-WM längst im Adelsstand der Legende. Er ist geblieben, und seine Gegner sind gekommen und wieder gegangen: Der Emmentaler ist der einzige Moto2-Star, der sein Glück in der MotoGP-Klasse nicht gefunden, nach einer Saison in der «Königsklasse» (2018) wieder zurückgekehrt und erneut erfolgreich ist.

So kommt es, dass der Emmentaler inzwischen fast alle wichtigen Moto2-Statistiken anführt und doch noch nie Weltmeister in dieser Klasse geworden ist. Seinen Titel hat er 2006 bei den 125er geholt. Er hat in der Moto2-Klasse am meisten WM-Punkte und Podestplätze herausgefahren.

Nächste Saison soll es der WM-Titel sein

Ein Blick auf die WM-Schlussrangliste 2019 sagt uns, warum Tom Lüthi nächste Saison auf den WM-Titel hoffen darf: Er steht auf dem dritten Platz. Vor ihm haben sich Weltmeister Alex Marquez und Brad Binder klassiert. Bereits steht fest, dass Brad Binder nächste Saison für KTM in der Königsklasse fährt. Eigentlich sollte Alex Marquez 2020 wieder in der Moto2-WM antreten. Aber inzwischen hat Jorge Lorenzo den Rücktritt erklärt, und ganz oben wird sein Platz bei Honda frei. Es ist nicht auszuschliessen, dass Alex Marquez trotz Vertrag für die Moto2-WM 2020 nächste Saison im Team seines grossen, weltmeisterlichen Bruders Marc Marquez die «Königsklasse» für Honda fährt. Und selbst wenn der Spanier bleibt: Auch diese Saison hat sich gezeigt, dass er mental nicht «unverwundbar» ist. Wenn Tom Lüthi während des ganzen Jahres auf dem Niveau der ersten drei und der letzten vier Rennen fährt, kann er Weltmeister werden. Er wird nächste Saison der erfahrenste Pilot der Moto2-Klasse sei.

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