Tennis-Drama
So dopte Scharapowa – und so wirkt das Dopingmittel Meldonium

Es war eine Nachricht, die man so nicht erwartet hatte: Maria Scharapowa gestand Dopingmissbrauch. Meldonium, ein Medikament gegen Herz- und Kreislaufstörungen nehme sie seit 2006 ein. Seit diesem Jahr ist es verboten. Doch was bewirkt die Substanz eigentlich?

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Doping: Tennisstar Maria Scharapowa beichtet an einer Pressekonferenz, dass sie positiv getestet wurde
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Der Tennisstar beichtet, dass sie an den Australian Open positiv getestet wurde.
Die Medien spekulierten vorgängig, ob sie zurücktreten werde.
Niemand rechnete mit einem Doping-Fall.
Scharapowa ist sichtlich aufgewirbelt.
An den Australian Open erwischt: Maria Scharapowa.

Doping: Tennisstar Maria Scharapowa beichtet an einer Pressekonferenz, dass sie positiv getestet wurde

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Meldonium ist ein Wundermittel. Antidoping Schweiz erklärt die Wirkung wie folgt: «Diese Substanz kann die sportliche Ausdauerleistung positiv beeinflussen, steigert die Regeneration nach Belastung, schützt vor Stress und wirkt stimulierend auf das Zentralnervensystem.» Es verhindert zudem giftige Ablagerungen im Gewebe.

Kurz: Mehr Leistung, kürzere Erholung.

Mildronat: Finger weg, wenn man Spitzensport treibt.

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Maria Scharapowa nimmt das Medikament, das auch unter dem Namen Mildronat bekannt ist, nach eigenen Aussagen seit 2006. Grund dafür seien Herzrhythmus-Störungen und Diabetes, wogegen es eigentlich gedacht ist. Scharapowa sagt: «Ich erhielt das Medikament damals für verschiedene gesundheitliche Beschwerden, welche ich damals durchmachte.»

Sie sei ständig krank gewesen, hätte immer wieder die Grippe aufgelesen und habe ungewöhnliche EKG-Resultate ausgewiesen. «Ich hatte zu wenig Magnesium und in meiner Familie war Diabetes ziemlich verbreitet», führte Scharapowa aus. Mit Meldonium wird die Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Körper verbessert.

2 Jahre Sperre drohen Scharapowa – Nike setzt Vertrag aus

Maria Scharapowa ist per 12. März vorerst suspendiert. Der Russin droht gemäss Anti-Doping-Experten eine mindestens zweijährige Sperre. Auch ein erster Sponsor hat reagiert: Nike setzt die Millionenverträge mit der 28-Jährigen vorerst aus.

Melodium wird in Lettland produziert, in den USA ist es beispielsweise verboten. Seit 2016 steht das Medikament auf der Dopingliste, die Anti-Doping-Behörde (WADA) informierte darüber am 16. September 2015. Zuvor wurde das Medikament von der WADA beobachtet. Dabei fand man heraus, dass einige der Wirkungen die Athletenleistung steigern könne, insbesondere im Ausdauerbereich. Wer vor dem 1. Januar 2016 das Medikament benutzte, muss keine Strafen fürchten.

In Russland scheinen «Herzrhythmusstörungen und Diabetes» bei Sportlern besonders verbreitet zu sein. In einer Dok von 2015 berichtet das WDR von 4316 russischen Dopingproben in welchen in 724 Fällen Meldonium nachgewiesen werden konnte.

Schon am Montag gab die russische Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, Ekaterina Bobrova, Meldonium-Missbrauch zu. Ebenfalls unter Verdacht stehen Velofahrer Eduard Vorganov, die Biathleten Artem Tyschenko und Olga Abramova und der äthiopische Marathon-Läufer Endeshaw Negesse. (fox, watson.ch)

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