Also doch. Australian-Open-Sieger Roger Federer (36) greift nach der Weltranglistenspitze. Heute gab er bekannt, dass er in der kommenden Woche dank einer Wildcard zum neunten Mal das ATP-500-Turnier in Rotterdam, Holland, bestreiten wird.

Erreicht er dort mindestens die Halbfinals, löst er am 19. Februar Rafael Nadal (31) an der Spitze ab. Der Spanier führt die Rangliste derzeit noch mit 155 Punkten vor Federer an, will aber erste Ende Februar im mexikanischen Acapulco wieder antreten. Ein Halbfinal in Rotterdam bringt 180 Punkte ein.

Federer gewann 2005 und 2012 in Rotterdam jeweils den Titel. Bei seinem Debüt 1999, als er ebenfalls eine Wildcard in Anspruch nahm, erreichte er als Nummer 77 der Welt immerhin die Viertelfinals, wo er an der damaligen Nummer 2 der Welt, dem Russen Jewgeni Kafelnikow, in drei Sätzen scheiterte. Federer sagt: «Das Turnier ist sehr speziell für mich. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 199, weil es eines der ersten Turniere war, das ich auf diesem Niveau spielen durfte. Es fühlt sich gossartig an, bei der 45. Ausgabe wieder dabei zu sein.»

Erreicht Federer dort die Halbfinals, wäre er mit seinen 36 Jahren und 195 Tagen Mitte Februar die mit Abstand älteste Nummer 1 der Tennis-Geschichte. Bisher hält der Amerikaner Andre Agassi diesen Rekord. Er führte die Weltrangliste ab dem 11. Mai 2003 im Alter von 33 Jahren und 13 Tagen noch einmal für 14 Wochen an. Federer führte das Ranking in seiner Karriere insgesamt während 302 Wochen an; keiner war länger an der Spitze. Letztmals war Federer im am 4. November 2012 die Nummer 1 der Weltrangliste.

Selbst dann, wenn Federer in Rotterdam nicht reüssieren würde, hat der Baselbieter gute Chancen, im Februar noch einmal an die Spitze vorzustossen. Sollte Nadal, der in Melbourne wegen einer Verletzung am Hüftbeuger in den Viertelfinals aufgeben musste, in Acapulco nicht antreten, oder vor den Halbfinals scheitern, würde Federer kampflos die Nummer 1. Noch offen ist, ob Federer parallel in Dubai antritt. Mit der Zusage für Rotterdam dürften die Chancen darauf hingegen gesunken sein. Zudem bestreitet Federer am 5. März das «Match for Africa 5».

Federer Siegesrede Australian Open 2018