Nach Australian-Open-Sieg
«Not to bäde»: Hier ahmt Djokovic gut gelaunt einen italienischen Journalisten nach

Der Serbe Novak Djokovic (31) hat seinen siebten Titel bei den Australian Open gewonnen und ist damit alleiniger Rekordsieger beim Turnier in Melbourne. An de Medienkonferenz zeigte er sich entsprechend gut gelaunt und nahm einen Journalisten wegen seines Akzents aufs Korn.

Drucken

An der Medienkonferenz nach seinem Sieg am Australian Open machte sich Novak Djokovic über einen Journalisten lustig. Nach dem dieser mit starkem italienischem Akzent eine Frage formulierte, imitierte ihn der Serbe. «Not to bäde», sagte er, nachdem der Journalist seine Erfolge aufgezählt hatte.

Nicht nur Djokovic selbst musste herzhaft lachen, er löste im ganzen Saal Gelächter aus. Der Journalist nahm es hörbar gelassen.

Djokovic schlägt Nadal klar und ist jetzt alleiniger Rekordsieger – die Bilder vom Australian Open Final:

Eindrückliche Machtdemonstration: Novak Djokovic liess Rafael Nadal im Final des Australian Open nicht den Hauch einer Chance.
18 Bilder
Der Serbe Novak Djokovic gewinnt zum siebten Mal das Australian Open und macht sich damit zum alleinigen Rekordhalter in Melbourne.
In einem einseitigen Final, der nur gerade 2:04 Stunden dauerte, liess die Weltnummer 1 dem Spanier Rafael Nadal mit 6:3, 6:2, 6:3 nicht den Hauch einer Chance.
Australian Open Final: Djokovic schlägt Nadal klar und ist jetzt alleiniger Rekordsieger
Er ist mit nun 15 Grand-Slam-Titeln die Nummer 3 der ewigen Rangliste hinter Federer mit 20 und Nadal mit 17.
Die Weltnummer 2 hatte den Final ohne Satzverlust und äusserst überzeugend erreicht.
Dort war Djokovic aber zu dominant und nahe an der Perfektion.
Im achten Grand-Slam-Final der beiden glich Djokovic auf 4:4 Siege aus.
Es war der erste, der in drei Sätzen entschieden war.
Nadal hatte überhaupt noch nie einen Major-Final derart deutlich verloren.
Der Serbe drückte der Partie gleich von Beginn weg den Stempel auf.
Djokovic gewann die ersten sechs Punkte und führte nach neun Minuten 3:0.
Im zweiten Satz hielt Nadal bis zum 2:2 mit, ehe er Djokovic die nächsten beiden Breaks zugestehen musste.
Im dritten Durchgang gelang dem Serben der frühe Aufschlagdurchbruch zum 2:1.
Danach kam Nadal zwar noch zu seinem einzigen Breakball der gesamten Partie, von einer Wende war er aber weit entfernt.
Djokovic unterstrich eindrücklich, dass er nach seiner Schaffenskrise und einer Operation am Ellbogen vor zwölf Monaten...
... wieder der Überflieger und unangefochtene Primus des Männertennis ist.
In Melbourne gewann er nach Wimbledon und dem US Open sein drittes Grand-Slam-Turnier in Folge, nachdem er noch im letzten Frühling aus den Top 20 gefallen war.

Eindrückliche Machtdemonstration: Novak Djokovic liess Rafael Nadal im Final des Australian Open nicht den Hauch einer Chance.

KEYSTONE/EPA AAP/DAVID CROSLING

Nach seinem Rekordsieg in Melbourne nimmt Novak Djokovic neue Ziele ins Visier. In seiner derzeitigen Verfassung ist dem Serben alles zuzutrauen. Doch der Widerstand wird wieder wachsen.

Den letzten Termin seiner denkwürdigen Dienstreise nach Melbourne erfüllte Novak Djokovic gewohnt pflichtbewusst. In den königlichen botanischen Gärten am Ufer des Yarra River, einem wunderbaren Ort, um zu heiraten, küsste der serbische Seriensieger versonnen seinen Pokal. Es war, als würde die Tenniswelt für diesen einen Moment stehenbleiben, dabei war sein Rekordsieg längst wieder Vergangenheit – das wusste Djokovic selbst am besten.

Schon die Stunden nach seinem siebten Triumph bei den Australian Open drehten sich kaum um seine aussergewöhnliche Vorstellung gegen den hoffnungslos unterlegenen Rafael Nadal (32). Stattdessen musste Djokovic die hypothetische Frage beantworten, was in dieser Verfassung in Zukunft alles noch möglich sei. Roger Federers Rekord von 20 Majortiteln? Oder sogar der Traum der Tennis-Historiker: Der Erfolg bei allen Grand-Slam-Turnieren in einem Jahr?

«Ich bin mir bewusst, dass es etwas wirklich Spezielles ist, in dem Sport, den ich liebe, Geschichte zu schreiben. Natürlich ist das eine Motivation», sagte Djokovic diplomatisch. Mit 31 Jahren und nach 15 Grand-Slam-Triumphen – zuletzt sogar drei in Folge – weiss er genau, was seine Zuhörer erwarten. Vor allem in Australien, wo er so erfolgreich wie an keinem anderen Ort der Welt spielt.

Für den Grand Slam «muss ich wohl Rod Laver in mein Team holen», scherzte Djokovic, «er ist der einzige, der diese unmögliche Herausforderung im Tennis geschafft hat.» Laver, mittlerweile 80 Jahre alt und die australische Tennis-Legende schlechthin, hatte 1969 alle vier Majors in einem Jahr gewonnen. Djokovic hat immerhin bei den French Open in Paris die Chance, alle Grand-Slam-Pokale gleichzeitig in seiner Sammlung zu vereinen.

Dieses Kunststück ist nicht einmal seinen Dauerrivalen Federer und Nadal gelungen. Djokovic kann es nach 2015/16 sogar wiederholen. Die Dominanz, mit der er seit Monaten auftritt, nachdem er sich von einer Ellbogenverletzung und einer Karriere gefährdenden Sinnkrise erholt hat, regt zum Träumen an. Doch Djokovic warnt: Federers Rekord sei noch ein ganzes Stück weit weg.

Die Tennis-Geschichte, besonders die jüngste, oft als goldene Ära bezeichnet, hat ihn Demut gelehrt. Auch wenn er gegen den bis dato für die Gegner angsteinflössenden Nadal beim 6:3, 6:2, 6:3 das «perfekte Match» ablieferte, würde er nie behaupten, das Rätsel entschlüsselt zu haben. «Das könnte sich rächen. Ich mag die Lösung für dieses Spiel gefunden zu haben, aber nicht für das ganze Leben», sagte Djokovic.

Schon in Roland Garros betritt er Nadals Sandplatzreich – und schon bei der Siegerehrung in Melbourne kündigte der Spanier an, es nicht wehrlos dem Weltranglistenersten zu überlassen. «Ich werde hart kämpfen, um verbessert zurückzukommen», sagte Nadal.

Nicht weniger ist bis Wimbledon von Roger Federer (37) zu erwarten. Djokovic weiss das besser als jeder andere. Die Tenniswelt dreht sich weiter – auch für den Seriensieger. Stillstand darf er sich nach seinem innigen Moment im botanischen Garten von Melbourne nicht erlauben. (SDA/SID/CHM)

Aktuelle Nachrichten