Tennis

Die grossen Tennismänner schlagen in der kleinen Halle knallhart

Daniel Brands.

Daniel Brands.

Gleich vier Riesen schickten die Spielplanmacher der Swiss Indoors auf den Nebenplatz: Ivo Karlovic, Vasek Pospisil, Daniel Brands und Lukasz Kubot.

Ballwechsel waren in der kleinen Halle kaum zu sehen, trotzdem war sie bis auf den letzten Platz gefüllt. Für Freunde eines ästhetischen Spiels mit Finessen und Zauberschlägen gabs nichts zu sehen. Doch offensichtlich faszinieren die gewaltigen Aufschläger ebenfalls. Allen voran der 2,11 Meter lange Riese Ivo Karlovic. Der hielt mit 251 Stundenkilotern den Weltrekord, bis ihn der Australier Samuel Groth bei einem Challenger-Turnier in Südkorea mit 263 Kilometern übertraf. Dies ist der schnellste, jemals gemessene, Aufschlag. Karlovic hält weiter den Rekord auf der höchsten Turnier-Ebene.

Karlovic unter Durchschnitt

Doch gestern nutzten ihm auch seine acht Asse nichts. Er unterlag dem Kanadier Vasek Pospisil 3:6, 4:6. Karlovic blieb weit unter seinem üblichen Wert, auf 17,5 Asse kommt er in diesem Jahr im Durchschnitt. Zwölf sind es im Schnitt beim 1,93 Meter grossen Pospisil, der neben seinem Gegner richtig klein wirkte. 23 Asse hatte Karlovic noch bei seinem überraschenden Auftaktsieg gegen Tomas Berdych ins Feld gehämmert und damit zwei Tiebreaks gewonnen.

Nahe am Geschehen

«Es ist schon beeindruckend, diese knallharten Schläge zu sehen», schwärmte eine Besucherin. Bewusst sei sie in die kleine Halle gegangen: «Weil man so nahe dran sitzt, bekommt man die Dynamik viel besser mit.» Da spielt es gar nicht eine so grosse Rolle, dass auf dem Nebenplatz kein Messgerät für die Servicegeschwindigkeit installiert ist. Die Leute nehmen da auch in Kauf, dass sie bei einer attraktiven Paarung vor der Türe anstehen müssen und erst eingelassen werden, wenn wieder einige Sitzplätze frei werden.

Eine Nummer kleiner gings nach Karlovic gegen Pospisil weiter. Brands misst 1,96 Meter, Kubot 1,90. Doch gehören der Deutsche und der Pole ebenfalls zu den Profis, bei denen der Aufschlag normalerweise zu den stärksten Waffen zählt. Weil Kubot aber bei nur drei Assen gleich neun Doppelfehler fabrizierte, war das klare 6:2, 6:4 für Brands nur logisch.

Wie unangenehm die Nummer 58 der Welt sein kann, haben in diesem Jahr auch schon einmal Roger Federer und Rafael Nadal erfahren. Brands warf Federer in Gstaad aus dem Turnier. Und beim French Open quälte er Nadal in der ersten Runde fast drei Stunden lang, gewann dabei den ersten Satz.

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