Super-League-Spitzenkampf
Die Young Boys stellen den Herausforderer in den Senkel

Der Meister zeigt eine starke Auswärtsleistung und verteidigt mit einem 2:0-Sieg gegen den FC Basel verdient die Tabellenführung. Meschack Elia und Jean-Pierre Nsame schiessen in den ersten zwanzig Minuten die beiden Tore.

Markus Brütsch
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YB jubelt im St. Jakob-Park: Jean-Pierre Nsame (vorne rechts) hat das 2:0 erzielt.

YB jubelt im St. Jakob-Park: Jean-Pierre Nsame (vorne rechts) hat das 2:0 erzielt.

Freshfocus

Drei Tage nach der ersten Saisonniederlage in der Super League, der ersten Pleite im eigenen Stadion nach über zwei Jahren, reagierten die Young Boys mit einer starken Leistung. Sie wehrten im Spitzenspiel des Ersten gegen den Zweiten den Angriff des FC Basel auf die Tabellenspitze ab und bewiesen in dessen Heimstätte, dass sie Rotblau nicht nur auf Kunstrasen besiegen können.

Nach einer meisterlichen Vorstellung vor der Pause und einer immer noch guten danach, stand am Ende ein verdienter 2:0-Sieg der Berner. Es war erst der dritte in den letzten achtzehn Spielen an dieser Stelle. Wie leistungsgerecht der Erfolg war, zeigt das Torschussverhältnis von 8:14. Damit liegt YB wieder fünf Punkte vor dem Herausforderer und hat noch das Spiel in Lugano zu gut.

Beide Teams mussten auf den Captain verzichten

Im Duell der beiden Trainer, die sich erst zum zweiten Mal gegenüberstanden, hat Gerardo Seoane gegen Ciriaco Sforza auf 2:0 erhöht. Beide hatten ihre Super-League-Trainerkarriere beim FC Luzern begonnen und beide mussten gestern auf ihren Captain verzichten. Hinterher ist festzustellen: YB konnte den Ausfall von Fabian Lustenberger besser kompensieren als der FCB jenen von Valentin Stocker.

Zwar hatte Seoane ausdrücklich erklärt, YB werde nicht jammern ob der grossen Belastung in diesen Wochen, doch war in Bern durchgesickert, dass nach 35 Spielen seit dem späten Saisonstart der Sprit allmählich ausgehe. Basel auf der anderen Seite hatte zuletzt bei seinen drei Siegen einen verbesserten Eindruck hinterlassen und vor allem ziemlich frisch gewirkt. Umso überraschender war dann, dass die Berner lange Zeit bedeutend spritziger waren. «Wir haben eine tolle Reaktion auf die Niederlage gegen Servette gezeigt», sagte YB-Regisseur Michel Aebischer. «Wir waren aggressiv und bissig.»

Die Partie gestern zeigte auf, dass der FCB personell noch nicht ganz die Substanz des Meisters hat. Vor dem Spiel hatte Präsident Bernhard Burgener im Interview mit SRF denn auch Medienberichte bestätigt, dass sich sein Klub im Winter punktuell verstärken wolle. Auch werde er weiter keinen Sportchef verpflichten, sondern zusammen mit der Sportkommission – der vormalige Sportchef Ruedi Zbinden gehört dazu – über Transfers beraten. Ein wichtiges Wort werde dabei Trainer Sforza mitsprechen. Burgener dementierte nicht, dass dieser wie ein Manager in England arbeiten könne, also nicht nur für das Training, die Aufstellung und die Taktik zuständig sei, sondern auch für Neuverpflichtungen. Und er lobte Sforza für die Integration von jungen Spielern.

Joker Julian von Moos verpasst Anschlusstor

Allerdings: Die Bedeutung des Spiels war aus Sicht des Trainers dann wohl doch zu gross, um auf die Jungen zu setzen. Im Mittelfeld schien ihm die Routine des lange verletzt gewesenen Luca Zuffi unverzichtbar. Edon Zhegrova und Afimico Pululu waren mit 21 die Jüngsten, noch jüngere wie Yannick Marchand, 20, und Julian von Moos, 19, mussten von der Bank aus «lernen». Ausgerechnet Letzterer hatte nach seiner Einwechslung dann die Chance, dem Spiel vielleicht noch eine Wende zu geben. Doch der Youngster drosch den Ball aus drei Metern übers Tor.

Da hatten sich die Young Boys im Abschluss bedeutend cleverer angestellt. Als Meschack Elia und Jean-Pierre Nsame in den ersten zwanzig Minuten dank gütiger Mithilfe der Basler einen Zweitorevorsprung herausschossen und der FCB Glück hatte, dass es den VAR gibt, dank dessen Intervention ein Penalty zu Recht zurückgenommen wurde. «Wir haben den Start verschlafen und standen zu weit weg vom Gegner», sagte Basels Pajtim Kasami. «Jetzt müssen wir eben gegen den FC St. Gallen gewinnen.