Super League
Fünf Erkenntnisse zum Spieltag: Ein überragender Youngster, ein intakter Teamgeist und ein schwächelnder Meister

Der FC Basel und der FC Zürich haben einen Lauf, YB dagegen hat seinen Fokus noch nicht scharf auf die Meisterschaft gestellt. Und der FC Luzern und der FC St. Gallen haben ein Problem. Unsere Erkenntnisse des dritten Spieltags.

Sportredaktion
Drucken
Teilen

Der FCB lebt vom Teamgeist

Arthur Cabral ist beim FCB-Sieg gegen Servette der überragende Mann.

Arthur Cabral ist beim FCB-Sieg gegen Servette der überragende Mann.

Freshfocus

Es gab in der vergangenen Saison ja nicht wenige Meldungen, dass beim FC Basel kabinenintern der Haussegen schief hängt. Vieles war dabei unwahr, was geschrieben wurde. Und dennoch kann man sagen: So einen Teamspirit wie aktuell hatte der FCB sicher nicht. Denn wenn die ersten Spiele in dieser noch so jungen Saison etwas zeigen, dann, dass in dieser Mannschaft im Moment einfach alles Zwischenmenschliche passt. Symbolisch dafür war der zweite Penalty gegen Servette. Nominell sind Arthur Cabral und Fabian Frei die Schützen. Zwar wollte Cabral schiessen, der Bitte von Frei, den Ball an Youngster Sebastiano Esposito weiter zu geben, damit der eine Belohnung für seine Leistung bekommt, kommt Cabral aber sofort nach. Keine Mätzchen, dafür viel Harmonie: So läuft es beim FCB aktuell.

Cabral sagt nach dem Spiel: «Ich spüre momentan sehr guten Zusammenhalt in der Mannschaft. Nur dank meinen Mitspielern kann ich derart gute Leistungen zeigen.» Und der Lohn dieses Zusammenhalts? Mehr Selbstvertrauen für Youngster Esposito, der sein drittes Saisontor erzielt, ein Cabral, der sein viertes Tor halt einfach drei Minuten später erzielt und damit in der Summe eine weitere Gala für den FCB. Und als Konsequenz davon die ausgebaute Tabellenführung. Wie sagt Taulant Xhaka dazu nach dem Spiel: «Fünf Punkte vor YB zu sein, geniessen wir jetzt einfach mal.»

Zürcher Ballsicherheit zum dritten Sieg

Bledian Krasniqi (rechts) ist die grosse Überraschung zum Saisonstart beim FC Zürich.

Bledian Krasniqi (rechts) ist die grosse Überraschung zum Saisonstart beim FC Zürich.

Keystone

Der FC Zürich reitet auf der Erfolgswelle. Gegen den FC Luzern läuft es zunächst eigentlich nicht, früh gehen die Innerschweizer in Führung. Doch der FCZ reagiert glänzend, siegt schliesslich verdient und souverän mit 3:1. Ins Auge sticht bei der Aufholjagd unter anderem das ballsichere Mittelfeld. Und damit ein bisher unbekannter Name: Bledian Krasiniqi. Der 20-Jährige geht gerne ins Dribbling, setzt sich teils spektakuläre durch und verteilt aber auch Bälle beeindruckend. Beim FCZ hatte es ihm einst noch an Robustheit gefehlt, wurde deshalb in der letzten Saison an Wil ausgeliehen.

Davon ist gegen Luzern aber nichts zu sehen. Breitenreiter lobt nach der Partie seinen Schützling, spricht davon, dass er genau jenen Mut fordert, den Krasniqi gegen Luzern an den Tag legt. Spielt der Mittelfeldspieler so weiter, hat der FCZ für eine erfolgreiche Saison ein Argument mehr.

Luzerns Schwäche in der Abwehr bleibt

Fabio Celestini kann mit seiner Defensive kaum zufrieden sein.

Fabio Celestini kann mit seiner Defensive kaum zufrieden sein.

Freshfocus

Der FC Luzern hat ein grosses Problem in der eigenen Defensive. Das zeigt sich einmal mehr bei der 1:3-Heimniederlage gegen den FCZ. Alle drei Gegentore kassieren die Innerschweizer per Standard. Es ist ein Armutszeugnis für die Luzerner Defensive und ihren Trainer Fabio Celestini. Beim Ausgleichstreffer ist es Holger Badstuber, der den späteren Torschützen Mirlind Kryeziu aus den Augen verliert. Der ehemalige Bayern-Spieler offenbart einmal mehr, dass er weit von seiner einstigen Bestform entfernt ist. Am Ball wirkt er ungelenk, in den Abwehrduellen oft zu spät.

Doch nicht nur er scheint noch nicht richtig angekommen zu sein, auch ansonsten funktioniert die Abstimmungen in der FCL-Defensive noch nicht genau. Das Problem der letzten Saison, als der FCL zu viele Gegentore kassierte, geht auch in dieser Spielzeit weiter. Die Luzerner brauchen eine Leistungssteigerung in den nächsten Partien, wollen sie endlich ihren ersten Dreier.

Konstanz in der St. Galler Offensive fehlt

Alessio Besio ist der einzige St. Galler Stürmer, der in allen drei Spielen von Beginn an zum Einsatz kommt.

Alessio Besio ist der einzige St. Galler Stürmer, der in allen drei Spielen von Beginn an zum Einsatz kommt.

Freshfocus

St.Gallens Coach Peter Zeidler und seine Kollegen im Trainerstab dürften nach der 1:2-Niederlage in Lugano keine gute Nacht verbracht haben. Zum sechsten Mal in Serie fanden die Ostschweizer keine Mittel, die Tessiner zu besiegen. Lugano unterband das Angriffsspiel der matt wirkenden Gäste clever, erzwang mit einem aggressiven Zweikampfverhalten viele Fehler, war so im Angriff oft in Überzahl und nutzte die Unkonzentriertheiten der Ostschweizer schliesslich konsequent aus. Luganos Spiel war einfach, aber erfolgreich.

Zudem scheint Zeidler seinen Stammsturm noch nicht gefunden zu haben: In den drei Saisonspielen kam nur der 17-jährige Alessio Besio dreimal von Beginn weg zum Einsatz - zweimal neben Boris Babic, einmal neben Kwadwo Duah. Dreimal aber wechselte der Trainer seinen Angriff bereits zur Pause komplett aus. Erschwerend kam am Sonntag hinzu, dass den St.Gallern wegen einer Sperre Thody Élie Youan fehlte. Die Antrittsschnelligkeit und Robustheit des Franzosen hätte den Ostschweizern im Cornaredo gutgetan.

YB und der Fokus auf die Champions League

YB hat gegen Sion das Nachsehen.

YB hat gegen Sion das Nachsehen.

Keystone

Es ist eine ungewohnte Situation für den Schweizer Meister. Die Young Boys stehen nach drei Spielen mit nur vier Punkten da, der Rückstand auf den Konkurrenten aus Basel beträgt bereits fünf Punkte. Doch die Niederlage im Wallis ist zu diesem Zeitpunkt der Saison längst noch kein Schiffbruch. Erneut haben die Berner fleissig rotiert, die Chance zum Sieg wäre zudem da gewesen. Die Chancen zum Sieg wären dennoch da gewesen. Der Fokus der Young Boys geht aber in Richtung Champions League. Am Dienstag wartet der rumänische Meister Cluj, YB will ins Playoff zur Champions League einziehen. Im Playoff wartet entweder der tschechische oder ungarische Meister.

Aktuelle Nachrichten