ATP-Turnier
Stan Wawrinka gewinnt den Final in Dubai gegen Marcos Baghdatis

Stan Wawrinka spielte schon stärkere und überzeugendere Turnierwochen als in Dubai. Dennoch gewann der bald 31-jährige das ATP-500-Turnier.

Rolf Bichsel
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Wawrinka siegt in Dubai
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Wawrinka siegt in Dubai

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Gemäss Weltrangliste ist Wawrinka derzeit so gut wie noch nie. Er selbst sieht das differenzierter. Nach dem Halbfinalerfolg über Nick Kyrgios sprach Wawrinka von der grossen Befriedigung, selbst dann Spiele zu gewinnen, wenn die Leistung nicht stimme.

Letzte Woche am Turnier in Marseille entschuldigte sich Wawrinka bei den Organisatoren für die gemäss Selbsteinschätzung «unterirdische» Leistung. Der Abschluss in Dubai stimmte hingegen versöhnlich. Im Final gegen Marcos Baghdatis, die Weltnummer 57, zeigte Wawrinka seine beste Leistung des Monats Februar und siegte nach knapp zwei Stundeen und 54 Minuten mit 6:4, 7:6 (15:13).

Hochklassig verlief auch der Final nicht. Beiden unterliefen mehr als doppelt so viele unerzwungene Fehler im Vergleich zu Gewinnschlägen. Den ersten Satz gewann Wawrinka nach einem Breakrückstand mit 6:4.

Im zweiten Satz brachten beide Akteure bis zum Tiebreak die Aufschlagspiele durch. Der Tiebreak bildete den Höhepunkt des Finals und des gesamten Turniers. Er dauerte 24 Minuten. Wawrinka führte mit zwei Mini-Breaks 3:0, musste Baghdatis bis zum 5:5-Ausgleich aber wieder aufholen lassen. Schliesslich besass Baghdatis fünf Satzbälle, bei 6:5, 8:7, 9:8, 10:9 und 12:11, einen bei eigenem Aufschlag, die er alle nicht nutzen konnte. Wawrinka beendete die Partie mit dem vierten Matchball, dem ersten bei eigenem Aufschlag.

Wawrinka setzte seine beeindruckende Finalserie fort: Seit dem 22. Juni 2013 und einer 3:6, 4:6-Niederlage gegen den Franzosen Nicolas Mahut in Rosmalen verlor «Stan the Man» keinen Final mehr. In Dubai gewann er das neunte Endspiel hintereinander.

Mit 15:13 schafft es der Final-Tiebreak von Dubai längst nicht in die Bestenliste. An den meisten Turnieren gab es schon Tiebreaks mit mindestens 30 Punkten. Vor drei Jahren spielten am ITF-Turnier von Plantation, Florida, der dem Monegasse Benjamin Balleret und der Franzosen Guillaume Couillard sogar über 70 Punkte: Balleret siegte 7:6 (36:34), 6:1.

Um derartige Statistiken kümmerte sich Wawrinka mehr. Er genoss den Moment. Wawrinka: «Das Gefühl, am Ende einer Woche den Pokal in den Händen zu halten, ist nicht zu übertreffen.» Nur feiern konnte Wawrinka den zweiten Titelgewinn der Saison nach Chennai nicht gebührend. Von Betreuerteam und Familie hatte niemand Wawrinka nach Dubai begleitet.

Dass Wawrinka sogar ohne seinen Erfolgscoach Magnus Norman den Turniersieg einfuhr, stützt die These, dass er derzeit so gut wie noch nie vorher Tennis spielt. In der Weltrangliste hat der Waadtländer erstmals mehr als 6000 Punkte auf dem Konto.

Im Frühling 2014, als Wawrinka nach Turniersiegen am Australian Open und in Monte Carlo sogar die Nummer 3 der Welt war, blieb sein Punktetotal unter 6000 Zählern. Mit über 6300 Punkten greift Wawrinka in den nächsten Wochen Platz Nummer 3 von Federer an. Der verliert am Montag 500 Punkte für den Turniersieg in Dubai von 2015 und in drei Wochen nach Indian Wells weitere 600 Zähler.

Federer bleiben danach 7695 Punkte. Wawrinka steigt mit 6335 Punkten ins Turnier von Indian Wells, wo er nach einer Erstrundenniederlage im Vorjahr voll punkten kann. Ende März in Key Biscayne könnte er an Federer vorbeiziehen.

16. Titel, Genf 2017 Mischa Zverev, 4:6, 6:3, 6:3.
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15. Titel, US Open 2016 Novak Djokovic, 6:7 (1:7), 6:4, 7:5, 6:3.
14. Titel, Genf 2016 Marin Cilic, 6:4, 7:6 (13:11).
13. Titel, Dubai 2016 Marcos Baghdatis, 6:4, 7:6 (15:13).
12. Titel, Chennai 2016 Borna Coric, 6:3, 7:5
11. Titel, Tokio 2015 Benoit Paire, 6:2, 6:4.
10. Titel, French Open 2015 Novak Djokovic, 4-6 6-4 6-3 6-4
9. Titel, Rotterdam 2015 Tomas Berdych, 4:6, 6:3, 6:4.
8. Titel, Chennai 2015 Aljaz Bedene (ATP 156), 6:3, 6:4.
7. Titel, Monte Carlo 2014 Roger Federer, 4:6, 7:6, 6:2
6. Titel, Australian Open 2014 Rafael Nadal, 6:3, 6:2, 3:6, 6:3
5. Titel, Chennai 2014 Edouard Roger-Vasselin, 7:5, 6:2.
4. Titel, Portugal Open, Oeiras, 2013 David Ferrer, 6:1, 6:4.
3. Titel, Chennai 2011 Xavier Malisse, 7:5, 4:6, 6:1
2. Titel, Casablanca 2010 Victor Hanescu, 6:2, 6:3.
1. ATP-Titel: Croatia Open, Umag, 2006 Novak Djokovic, 6:6, w.o.

16. Titel, Genf 2017 Mischa Zverev, 4:6, 6:3, 6:3.

Keystone

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