"Zum Thema Rücktritt gibt es nichts zu sagen". Mit diesen Worten eröffnete Simon Ammann den Medientermin im "House of Switzerland" in Sotschi.

Der 32-Jährige gab sich bezüglich der Fragen nach seinem Karriereende wortkarg. "Bis Planica werde ich keine Ankündigungen zu meinem Rücktritt machen", betonte er auf Nachfrage. Ob er allenfalls in Slowenien, wo die Skispringer traditionell ihre Saison beenden, eine Erklärung abgeben wird, liess er ebenfalls offen.

Der erfolgreichste Schweizer Olympionike setzte den Spekulationen kein Ende. Vor drei Jahren, als er an einem ähnlichen Punkt gestanden hatte, war sein Entscheid erst in den Ferien nach dem strengen Winter gefallen. Im November hatte Ammann selbst die Möglichkeit einer Abschiedssaison ins Spiel gebracht.

"Kann ich es diesen Winter so geniessen, wie ich es in einem letzten Jahr machen will? Vielleicht ist in den nächsten Monaten der Druck so gross, dass ich besser ein Extrajahr anhänge", hatte er im November in einem Interview gesagt. Abschied nehmen sei ein bewusster Prozess. Wie weit Ammann in seiner Entscheidungsfindung fortgeschritten ist, bliebt derzeit offen.

Der Toggenburger wird die Saison wie geplant beenden. Vor dem Saisonfinale stehen noch die Springen im hohen Norden sowie die Skiflug-Weltmeisterschaft in Harrachov (Tsch) an. Es sei seine Pflicht, auch gegenüber seinem Umfeld, zu zeigen, was er in Wirklichkeit drauf habe.

"Mein Panzer hatte für kurze Zeit einen Riss erhalten, aber er ist wieder geflickt", schilderte Ammann die Szene, als er am Samstag vor den Medien bittere Tränen vergossen hatte. Allerdings könne er die Spiele auch im Kreis seiner Familie nicht mehr richtig geniessen. "Ich freue mich auf die Heimreise", sagte er.

Ammann zog am Medientermin, der nicht auf sein Verlangen hin einberufen worden war, auch kein Fazit zu seiner olympischen Karriere. Die Eindrücke der Enttäuschung seien noch zu frisch. Der Toggenburger schilderte einzig, "wie der Funken zu Olympia erloschen ist."

Während zweieinhalb Jahre habe er sich an diesem Ziel orientiert und sei mit der Gewissheit angereist, siegen zu können. Doch in der zweiten Woche hätten sich die Anzeichen endgültig verdichtet, dass er das Erfolgs-Puzzle nicht zusammen kriege: "Ich habe mir eine Ausgangslage erarbeitet, die man nicht mit Geld kaufen kann – und habe meine Zeile verfehlt."