Eishockey NLB
Zwischen Nachsicht und Dominanz: Der EHC Olten schlägt Winterthur 6:2

Der EHC Olten setzt sich gegen Winterthur nach einem schwachen Mitteldrittel deutlich 6:2 durch. Die Oltner Tore schossen Gervais, Lüthi, Ulmer, Schirjajew, Bagnoud und Truttmann.

Silvan Hartmann
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Wahrlich eine Topleistung: der EHC Olten gewinnt gegen den EHC Winterthur verdient mit 6:2.
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Im Spiel gegen den HC Biasca Ticino Rockets konnte der EHC Olten mit einer tollen Leistung überzeugen. Gelingt ihm das gegen den EHC Winterthur ebenfalls?
Bereits kurz nach Spielbeginn geht der EHC Olten dank einem Tor von Bryce Gervais mit 1:0 in Führung.
Freude beim Torschützen über das 1:0.
Nach einem schönen Pass von Hohmann kann Lüthi nachdoppeln und schiesst zum 2:0.
Zum Ende des ersten Drittels steht es 3:0 für die Oltener Powermäuse.
Der EHCO-Trainer kann zufrieden sein mit der Spielweise seines Teams.
Zu Beginn des zweiten Drittels scheint der EHC Winterthur etwas aufzuwachen, zu einem Torerfolg kommt es aber nicht.
Doch nach wie vor ist es der EHC Olten, der die besseren Chancen hat.
Zwei Minuten vor Ende des zweiten Drittels gelingt dem EHC Winterthur dann doch noch ein Anschlusstreffer – zur Pause steht es 3:1 für den EHC Olten.
Kaum ist das letzte Drittel angepfiffen, da schiesst der EHC Olten auch bereits zum 4:1.
Kurze Zeit später hämmert Bagnoud den Puck zum 5:1 ins Tor.
Der EHC Olten macht auch im letzten Drittel noch einmal mächtig Druck.
Der Torhüter des EHC Olten hat in dieser Partie nicht viel zu beklagen.
EHC Winterthur - EHC Olten

Wahrlich eine Topleistung: der EHC Olten gewinnt gegen den EHC Winterthur verdient mit 6:2.

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Eine geordnete, ruhige Spielvorbereitung sieht anders aus: Vor dem gestrigen Spiel geisterte im Kreise des EHC Olten die Meldung herum, dass Stürmer Devin Muller nach seiner Schulterluxation mindestens drei Monate ausfallen würde. EHCO-Sportchef Marc Grieder wollte dies auf Anfrage dieser Zeitung weder bestätigen noch dementieren und verwies darauf, dass in dieser Woche weitere Abklärungen in Form von MRI-Untersuchungen anstünden.

Desweiteren fehlte mit Roland Gerber eine weitere Teamstütze. Der robuste EHCO-Stürmer wurde von seinem Stammklub SCL Tigers kurzum zurückbeordert, da die Emmentaler derzeit viele Verletzte zu beklagen haben. Dieser Wechsel geschah völlig regelkonform, da der EHCO nur eine B-Lizenz für Roland Gerber besitzt – also einen Ausleihevertrag. Wie lange Gerber – der gestern gegen Biel bereits zum Einsatz kam (9:19 Minuten Eiszeit, Minus-1-Bilanz) – in Langnau bleibt, wird sich weisen.

Die Oltner Mannschaft steckte diese Zwischenlaute in Winterthur mit einer beeindruckenden Leichtigkeit weg. Die Truppe von Chris Bartolone, die immerhin wieder auf die Dienste von Bryce Gervais zählen durfte, legte ein furioses Bilderbuch-Startdrittel aufs Eis: Nach einer Mäder-Strafe reagierten Alban Rexha und Bryce Gervais auf einen Abpraller von Torhüter Mischler am schnellsten, setzten zu zweit zum Gegenstoss an und erzielten auf einen Doppelpass die verdiente EHCO-Führung (9.).

Der EHCO seinerseits setzte ein weiteres Ausrufezeichen im eigenen Powerplay mit sehenswerten Kombinationen obendrauf: Simon Lüthi und Martin Ulmer erhöhten bis zur ersten Pause mit ihren Slapshot-Toren auf 3:0.

«Wir waren viel zu lieb»

Doch wie bereits bei der 7:0-Offensivgala mit dem zögerlichen Startdrittel gegen die Rockets vermochte der EHCO auch gestern nicht das perfekte Spiel über 60 Minuten aufs Eis zu zaubern. Mit der komfortablen 3:0-Führung im Rücken liess der EHCO nach, agierte nicht mehr so entschlossen und liess den EHC Winterthur gewähren. Als Sinnbild dafür stand der sonst wiederum überragende Cason Hohmann, der in der neutralen Zone einen saloppen Pass in die Schlittschuhe des Gegners spielte und daraufhin nicht den Anschein machte, als würde er die verlorene Scheibe zurückerobern wollen. Aus diesem Puckverlust notierte der EHC Winterthur den dritten Pfostenschuss des Mitteldrittels. Die Chancenhoheit der Zürcher wurde schliesslich zwei Minuten später belohnt, als in der EHCO-Defensive die Zuordnung nicht stimmte. Alihodzic sah sich plötzlich alleine vor Mischler und versteckte die Scheibe sehenswert unter dem Torhimmel (39.).

Winterthur, das gewichtige verletzungsbedingte Abwesenheiten wie etwa dem neuen Ausländer Anthony Nigro bedauerte, hätte aus dem Zwischentief mehr Kapital schlagen müssen. «Wir waren im Mitteldrittel viel zu lieb, jeder suchte noch den einen Pass zu viel, statt entschlossen aufs Tor zu spielen», bilanzierte Captain Lukas Haas nach dem Spiel.

Es brauchte in der Garderobe noch einmal einen Weckruf, um nicht weiter in die Lethargie zu rutschen. Auf die zwischenzeitliche Nachsichtigkeit mit dem im Grunde unterlegenen Gegner folgte wiederum die Dominanz: Mit der nötigen Intensität und Entschlossenheit überzeugten die Oltner im Schlussabschnitt.

Und agierten vor allem wieder mit viel Zug aufs Tor: Bereits nach 18 Sekunden stellte Jewgeni Schirjajew den Dreitore-Vorsprung wieder her. Lukas Haas hatte die Scheibe aus dem Rund der Bande abgefangen und halbhoch vor das Tor gespielt, wo sie Schirjajew ablenkte. Und mit dem Bagnoud-Hammer von der blauen Linie (42.) und einem nicht ganz gelungenen, aber erfolgreichen Truttmann-Schlenzer (48.) machte der EHCO den Sack zu.

Lukas Haas wollte nach dem Spiel nicht zu viel in das Zwischentief im Mitteldrittel hineininterpretieren. «Wir haben die nächsten drei Punkte. Wichtig war, dass wir im Schlussdrittel eine Reaktion gezeigt haben.» Der EHCO-Zug nimmt Fahrt auf.

Winterthur - Olten 2:6 (0:3, 1:0, 1:3)

Zielbau Arena. – 763 Zuschauer. – SR Gäumann/Potocan, Kehrli/Wermeille. – Tore: 9. Gervais (Rexha/Ausschluss Mäder!) 0:1. 14. Lüthi (Hohmann, Truttmann/Ausschluss Guerra) 0:2. 18. Ulmer (Rouiller, Horansky/Ausschluss Bozon) 0:3. 39. Alihodzic (Schmidli, Guerra) 1:3. 41. (40:18) Schirjajew (Haas) 1:4. 42. Bagnoud (Gervais) 1:5. 48. Truttmann (Haas, Schirjajew) 1:6. 49. Keller (Kobach, Wieser/Ausschluss Schwarzenbach) 2:6. - Strafen: je 3mal 2 Minuten.
Winterthur: Guggisberg; Kobach, Guerra; Schmutz, Molina; Pozzorini, Roos; Sigg, Jonski; Wieser, Keller, Staiger; Allevi, Alihodzic, Ranov; Schmidli, Bozon, Sorenson; Busovsky, Mettler, Martikainen.
Olten: Mischler; Bucher, Lüthi; Heughebaert, Barbero; Bagnoud, Colin Gerber; Grossniklaus, Rouiller; Haas, Schirjajew, Truttmann; Schwarzenbach, Mäder, Vodoz; Gervais, Rexha, Huber; Horansky, Hohmann, Ulmer.
Bemerkungen: Olten ohne Muller, Schneuwly, Zanatta, Eigenmann, Wyss (alle verletzt) sowie Roland Gerber (Einsatz mit Langnau). Winterthur ohne Blaser, Nigro, Scherz, Oehninger, Homberger, Küng (alle verletzt) sowie Forrer, Schneider (Junioren).

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: