Feldbrunnen

Zwicky-Zwillinge bleiben auch in der Bahn weiterhin auf der Erfolgsspur

Die Zwillinge Simone (l.) und Pascale Zwicky aus Feldbrunnen am Bahnhof Solothurn.

Die Zwillinge Simone (l.) und Pascale Zwicky aus Feldbrunnen am Bahnhof Solothurn.

Die Zwicky-Zwillinge aus Feldbrunnen jagen seit 2011 nach Sekunden statt Noten. Nach den erfolgreichen Sommer-Schweizermeisterschaften haben die beiden Studentinnen Blut geleckt.

Vor gut zweieinhalb Jahren fällten die Zwillinge Simone und Pascale Zwicky einen wichtigen Entscheid: Sie beendeten ihre Karriere als Synchronschwimmerinnen. Gleichzeitig begannen die beiden Feldbrunnerinnen als Schwimmerinnen beim Berner Verein SK Worb ein neues Kapitel in ihrem Leben.

Bis 2011 galten die vor Wochenfrist 22-jährig gewordenen Zwillinge als eines der besten Duette im Schweizer Synchronschwimmen. Dann aber der Bruch: «Wir haben zum Schluss die Freude am Synchronschwimmen etwas verloren», sagt Pascale.

«Nicht am Sport an sich, aber am ganzen Drumherum.» Innerhalb des Verbandes habe es ständig Querelen gegeben. Zudem wollten sie an Wettkämpfen nicht mehr von Richtern abhängig sein. «Deshalb haben wir zum Schwimmen gewechselt. Da gibt es keine Note, sondern schlicht und einfach eine Zeit. Die ist entweder gut, oder eben halt nicht», ergänzt Simone.

Simone und Pascale wohnen wegen ihres Studiums in Bern. Sie haben je ein WG-Zimmer in unterschiedlichen Wohngemeinschaften. «Zusammenziehen war kein Thema, weil wir nicht gleichzeitig nach Bern zogen», sagt Pascale.

Beide studieren sie an der Universität Bern, Simone Medizin und Pascale Biologie. Das Schwimmtraining lässt sich besser mit dem Studium vereinbaren, als dasjenige fürs Synchronschwimmen.

«Im Schwimmen trainieren wir jeweils morgens und abends 1,5 bis 2 Stunden. Im Synchronschwimmen waren es meist Blocktrainings von bis zu 5 Stunden Dauer», sagt Simone. Daneben wäre es ihnen kaum möglich gewesen, ein Studium zu bewältigen.

Lieber Training als Wettkampf

Das Training ist bei den Zwicky-Zwillingen sowieso ein spezielles Thema: «Mir macht das Training fast mehr Freude als der Wettkampf», sagt Simone. Sie sei einfach sehr gerne im Wasser.

Pascale stimmt lachend zu: «Mir geht es nicht ganz so, aber ich trainiere auch sehr gerne.» Zahlreiche Elemente – vor allem im Bereich des Krafttrainings – aus dem Synchronschwimmtraining können die beiden auch weiterhin anwenden.

«Als Synchronschwimmerin lernt man durchzubeissen, Bewegungen und Korrekturen schnell umzusetzen. Das hilft uns nun auch beim Schwimmen», sagt Pascale. Auch ihren Trainer Martin Salmingkeit kennen die beiden noch aus ihrer Zeit im Synchronschwimmen, wo sie teilweise von ihm trainiert wurden.

Am Anfang waren die Zwicky-Zwillinge von ihren Trainingskolleginnen in der Schwimmbahn schon speziell angesehen und teilweise sogar etwas belächelt worden. «Aber schnell haben alle gemerkt, dass wir es mit dem Schwimmen wirklich ernst meinen», sagt Pascale.

Entwicklung stimmt optimistisch

Ihren Wechsel bereuen Simone und Pascale trotzdem auch nach zweieinhalb Jahren nicht. Mehrere Medaillen haben die beiden an den Sommer-Schweizermeisterschaften bereits gewonnen.

Doch das reicht ihnen nicht: «Von den drei Schweizermeisterschaften ist das diejenige mit dem geringsten Ansehen», sagt Pascale. Ihr Ziel sei es deshalb auch Medaillen an den beiden anderen Schweizermeisterschaften (Langbahn und Kurzbahn in der Halle) zu erreichen.

Simone konnte sich diesem Ziel an den Langbahn-Schweizermeisterschaften von Ende März in Zürich annähern: Über 200 und 100 Meter Delphin schlug sie im A-Final als 6. respektive 8. an.

Pascale hingegen musste sich in diesem Jahr mit drei B-Finals begnügen. Ihre Zeiten in der Schwimmbahn entwickeln sich aber ebenso wie die von Simone positiv und geben deshalb Anlass zu optimistischer Stimmung. In Zürich hat Pascale fünf persönliche Bestzeiten aufgestellt, Simone eine.

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