Auf dem Platz des Pétanque Club Luterbach herrscht gewohntes Treiben. Das Cochonnet – die Zielkugel – wird anvisiert, die Boules werden geworfen, es wird gepunktet und geschwitzt. Die Blicke sind aber nicht auf die zahlreichen Erwachsenen gerichtet, sondern auf die Junioren Lukas Baur und Pascal Schüpbach. Die Spieler des PC Luterbach werden sich ab morgen Freitag gemeinsam mit Dirk Marquardt aus Schaffhausen sowie dem Genfer Gaetan Ammann an der WM in Montauban mit über 30 Nationen messen.

Der WM-Titel liegt drin

«Weltmeister!», kommt es unisono wie aus der Pistole geschossen, als sie auf ihr Ziel angesprochen werden, und lachen herzhaft. Dann fügt der 16-jährige Lukas an: «Das liegt drin. Wenn wir jeden Tag 100 Prozent abrufen, dann könnte es reichen.» Auch Jugend-Nationaltrainer Reto Berner ist positiv gestimmt: «Sie sind gut drauf. Aber die Konkurrenz ist stark.»

Dass die Jungen im Triplette auf Europa- und Weltmeister Frankreich und Thailand treffen wird, das schüchtert sie keineswegs ein. Schliesslich spielt Lukas seit sechs, der 14-jährige Pascal seit sieben Jahren, und sie haben bereits mehrere Schweizer-Junioren- und Cadets-Titel gewonnen.

Schon früh interessierten sie sich mehr für die 800 g schweren Metall-Kugeln statt für Fussbälle. «Pascal ist auf dem Boule-Platz gross geworden. Bei uns spielt die ganze Familie», erklärt Mutter und Juniorenverantwortliche des Deutschschweizer Verbands SAP, Yvonne Schüpbach. «Ich fand durch meinen Vater zu Pétanque. Anfangs mochte ich es nicht. Dann machte ich schnell Fortschritte und nun komme ich nicht mehr davon los», sagt Gymnasiast Lukas, der wöchentlich von Bolligen nach Luterbach ins Training fährt.

Herausforderung bei den Grossen

Die beiden Kollegen bestreiten Erwachsenen-Turniere in der Schweiz und Junioren-Wettbewerbe im Ausland, um herausgefordert zu werden. «Im richtigen Moment die richtige Kugel spielen, dafür muss man mental bereit sein. Man sollte sich nicht selber unter Druck setzen», weiss der Luterbacher Sekundarschüler.

In Frankreich kann das Team auf lautstarke Unterstützung der Eltern zählen. «Sollten sie Gold gewinnen, organisiere ich einen Empfang am Flughafen. Schaffen sie den Finaleinzug, dann schminke ich mir auf das ganze Gesicht die Schweizer Fahne», sagt Yvonne Schüpbach lachend.

Alles ist möglich. Dank der intensiven Vorbereitung werden die PCL-Junioren die Kugeln nicht mit «Tucks» gegen das Holz des Spielfeldrands rollen lassen: Sie wissen genau, wie sie diese mit vielen klar hörbaren «Tacks» auf die liegenden Boules werfen müssen, um Punkte zu sammeln. Das Empfangs-Komitee sei schon mal vorgewarnt.