Solothurn machte zu Beginn klar, dass es in Münsingen Punkte holen wollte. Doch nach 20 Sekunden (!) – obwohl die Gastgeber Anspiel hatten und den Ball sofort verloren – mit einem Foul von Funaro an Stauffer im Berner Strafraum blieb die Pfeife der Spielleiterin Simona Ghisletta stumm. Bestens platzierte Münsinger und Solothurner Augenzeugen bewerteten diese Szene als penaltywürdig. „Nastoski spielte den Ball in die Tiefe, Stauffer drang in den 16-er ein und wurde umgesäbelt“, beschrieb Solothurns Abwehrchef Silvan Büchli diese erste Aktion. Die Gäste liessen sich nicht entmutigen und setzten zu einer intensiven Startoffensive an. In der dritten Minute holten die Ambassadoren den ersten Eckball des Spiels heraus – es sollte ihr einziger bleiben! Diese Druckperiode konnte nicht lang durchgezogen werden. Die Aaretaler begannen sich besser auf ihre Besucher einzustellen. „Münsingen stand extrem tief und erlaubte uns zwischen 15 und 20 Metern nach der Mittellinie aufzubauen und danach ist es eng geworden“, erklärte Büchli. Gegen diese zugelassenen Feldvorteile fanden die Berner im Gegensatz zu den Solothurnern immer wieder ein Rezept, um Gefahr zu erzeugen. So musste Du Buisson beim vierten von insgesamt 13 Münsinger Eckbällen auf der Torlinie mit dem Fuss einen Kopfball Funaros abwehren – zu Corner Nummer 5. Ein weiterer Eckball sieben Minuten später führte zur Führung der Einheimischen. „Es war eine blöde Situation, wir verpassten zu Dritt den Ball und Gasser brauchte nur noch ein zuschiessen“, sagte Innenverteidiger Büchli. Dieses Verlusttor nagte am Selbstvertrauen der Solothurner: Sie machten den Platzherren in der 39. Minute ein weiteres Geschenk. „Es kam ein hoher Ball herein und wir liessen in der Mitte ein Loch offen, sodass gleich vier Münsinger zum Einschuss bereit waren“, erläuterte Büchli.

Das gute Gefühl trog
„In der Pause hatten wir in der Garderobe ein gutes Gefühl, das Spiel noch zu drehen“, war der 25-Jährige überzeugt. Der Truppe von Aziz Sayilir fehlte die Entschlossenheit, um sich gegen die gradlinigeren Einheimischen Vorteile zu verschaffen. Es fehlte an der Überzeugung. Die einzelnen Reihen waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, sodass die Bindung nach vorne wie nach hinten zu wünschen übrig liess. Auch die Aussenbahnen blieben wirkungslos wie der Doppelwechsel nach einer Stunde.

Du Buissons Treffer dank Gespür
Auch der Anschlusstreffer (70.) war ein Geschenk. „Der Verteidiger (Rothen) sollte den Ball weg spedieren, doch weil Du Buisson nachsetzte und dabei ein gutes Gespür zeigte, gelang ihm das 2:1“, stellte Büchli fest. Das 3:1 zehn Minuten später besiegelte die Niederlage mit dem Rückfall auf Rang 8 definitiv und hievte das Team des Ex-Solothurners Kurt Feuz hingegen für die Winterpause auf den Leaderthron. „Wir hatten im Mittelfeld einen Ballverlust, ich wollte drein gehen, erwischte aber den Ball nicht und Frey brauchte nur noch einzuschieben“, so die direkt involvierte Nr. 20. Und er merkte an, „wir verloren in den letzten vier Spielen unnötig zehn von zwölf Punkten“.

Telegramm:

Münsingen - Solothurn 3:1 (2:0)

Sandreutenen. – 400 Zu¬schauer. – SR: Simona Ghisletta. – Tore: 24. Gasser 1:0, 39. Plüss 2:0; 70. Du Buisson 2:1, 80. Frey 3:1.

Münsingen: Müller; Rothen, Dreier, Mumenthaler, Funaro; Frey; Christen (77. Brändle), Aegerter, Lavorato; Gasser, Plüss (72. Erzinger).

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Disler, Büchli, Waylon Grosjean, Du Buisson;, Fleury (62. Selmanaj), Nastoski; Kohler (62. Doua), Stauffer, Veronica (80. Hunziker); Andonov.

Bemerkungen: Münsingen ohne Strahm, Salihi, Suter (alle verletzt) und Schenkel (abwesend). So¬lo¬thurn ohne Osaj (gesperrt), Asani, Pozan (beide verletzt), Colamartino, Andrijasevic, Duah und Kopp (alle nicht im Aufgebot). – 17. Du Buisson rettet auf der Linie. – Gelbrot: 85. Doua (Unsportlichkeit). – Ver¬war¬nun¬gen: 23. Waylon Grosjean (Foul), 36. Lavorato, 58. Veronica (beide Reklamieren), 61. Mumenthaler (Schwalbe), 73. Doua (Foul), 85. Dreier (Unsportlichkeit). – Eck¬bälle: 13:1 (7:1).

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FC Münsingen - FC Solothurn