Eine Verletzung am Fuss hatte Martina Strähl sieben Monate lang ausser Gefecht gesetzt. Vor anderthalb Wochen gab sie beim Hellebardenlauf in Sempach ein erfolgreiches Comeback. Strähl gewann das Rennen und stellte auf der 12,2 Kilometer langen Strecke einen neuen Rekord auf.

Am vergangenen Wochenende legte die 32-Jährige nach und feierte beim Zermatt Marathon auf der halben Distanz einen Start-Ziel-Sieg. Dabei unterbot sie wiederum den Streckenrekord. Strähl deklassierte die US-Amerikanerin Karley Rempel um mehr als zehn Minuten. Sie lief die 21,1 Kilometer fast fünf Minuten schneller als die bisherige Rekordhalterin.

Schwere Beine auf den ersten Kilometern

«Ganz optimal lief mein Comeback am Berg nicht», so Strähl. «Auf den ersten Kilometern hatte ich schwere Beine. Ab der Mitte des Rennens lief es mir dann immer besser. Am Schluss fühlte ich mich sogar sehr gut», fügte die mehrfache Welt- und Europameisterin im Berglauf hinzu.

Die ursprünglichen Pläne für das Comeback der Horriwilerin hatten einen Start am 30. Juni am Grenchenberglauf vorgesehen. Dieser wurde aber auf einer Ersatzstrecke mit Aufwärts- und Abwärtspassagen ausgetragen. «Wegen meiner langen Verletzung wollte ich nichts riskieren», erklärt Strähl. «So startete ich stattdessen am Hellebardenlauf in Sempach, wo ich mich ebenfalls sehr gut gefühlt habe.»

Sie setzt auf Marathon und nicht auf Bergläufe

Die Bergläufe geniessen in ihrer Planung nicht die höchste Priorität, sondern die Marathonläufe. «Ich möchte mich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren», verrät sie. «Deshalb will ich Ende September, wenn möglich, den Berlin Marathon laufen oder dann einen Monat später den in Frankfurt.» Sie rechnet sich aus, dass eine Zeit von 2:29:30 reichen würde für die Olympia-Qualifikation. «Sonst gibt es ja noch die Möglichkeit mit einem Quotenplatz über das Ranking der IAAF.»

Berlin wäre das beste Pflaster für sie, denkt sie. Denn in der deutschen Hauptstadt stellte sie im April 2017 einen neuen Schweizer Rekord im Halbmarathon auf. «Wenn es in Berlin oder in Frankfurt nicht klappen sollte, hätte ich sonst noch im Frühling 2020 die Möglichkeit, einen Marathon vor den Olympischen Spiele zu laufen.»