Eishockey
Zwei Shorthander vermiesen die Oltner Finalparty

Lausanne ist im ersten Spiel des Playoff-Finals der NLB gleich das Break gelungen. Die Waadtländer siegten 4:3 nach Penaltyschiessen. Eine sehr bittere Niederlage für den aufopfernd kämpfenden EHC Olten.

Adriana Gubler
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Playoff-Final Olten gegen Lausanne
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Lausannes Gaëtan Augsburger, rechts, erzielt in zweifacher Unterzahl den Ausgleich zum 2:2, Oltens Remo Meister, links, kann das nicht verhindern.
Oltens Marco Vogt, rechts, erzielt das 3:2 gegen Lausannes Alain Reist, Mitte, und Christophe Bays, links.
Oltens Torhüter Michael Tobler, links, kann den sechsten Penalty durch Lausannes Eliot Berthon, rechts, nicht parieren.
Lausannes Torhüter Christophe Bays, rechts, pariert den Penalty von Oltens Remo Hirt, links.
Lausannes Gaëtan Augsburger, Mitte, wird von Oltens Pascal Annen, links, und Romano Pargaetzi, rechts, in die Zange genommen.
Oltens Torhüter Michael Tobler, links, pariert einen Torschuss von Lausannes Jeff Ulmer, rechts.
Der HC Lausanne feiert seinen ersten Sieg in der Serie nach dem Penaltyschiessen.

Playoff-Final Olten gegen Lausanne

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Die Final-Festspiele haben aus Oltner Sicht noch nicht begonnen: Der EHC Olten verliert die Auftaktpartie gegen den HC Lausanne nach Penaltyschiessen 3:4. Remo Hirt, der zuvor den einzigen Oltner Penalty verwertet hatte, konnte auf den Treffer von Ulmer nicht mehr reagieren und scheiterte an Christoph Bays. Eine sehr bittere Niederlage für den aufopfernd kämpfenden EHC Olten.

Denn 161 Sekunden vor Ablauf der regulären 60 Minuten schien die Sache für Olten geritzt. Der HC Lausanne kassierte beim Stand von 3:2 für den EHC Olten eine Strafe, weil er zu viele Spieler auf dem Eis hatte. Wenige Sekunden später jubelte Oltens Mann für die wichtigen Tore, Derek Cormier. Sein vermeintlicher Siegtreffer wurde von den Headschiedsrichtern aber aberkannt, der Kanadier hatte die Scheibe mit dem Fuss hinter die Linie bugsiert.

Kurz darauf lief Oltens Powerplay noch, als der LHC zum zweiten Mal an diesem Abend in Unterzahl einen Konter fahren und diesen durch Antonietti erfolgreich gestalten konnte. Mit dem Shorthander erzwangen die Waadtländer in diesem äusserst spannenden dritten Drittel, in dem der EHCO zuvor in der 47. Minute durch Marco Vogt in Führung gehen konnte, dann doch noch die Verlängerung.

Verlängerung ohne Tor

In der Overtime ging es hin und her. Mal ein Big Save von Tobler, mal eine Grosschance von Diego Schwarzenbach, mal ein Pfostenschuss von LHC-Ausländer Corso, mal ein EHCO-Powerplay – die Entscheidung hätte jederzeit fallen können. Sie fiel aber erst im Penaltyschiessen.

Wer in dieser Finalserie den seit einigen Jahren aufstiegswilligen Ligakrösus Lausanne als klaren Favoriten ausmachte, sah sich getäuscht. Die gestrige Finalauftaktpartie zeigte, dass der EHC Olten nicht nur gut mithalten, sondern zeitweise überlegen agieren konnte und sich berechtigte Hoffnungen auf den Gewinn des Potts machen darf.

So etwa im Mitteldrittel: Die Powermäuse konnten in der 23. Minute in Überzahl das 1:1 erzielen. Meister drückte ab, Cormier lenkte ab und schon zappelte die Scheibe im Netz des LHC-Tors. In einem weiteren Powerplay nur eine Minute später hätte Meister gar das 2:1 verzeichnen können. Diese Aufgabe übernahm dann jedoch Oltens Topscorer Marco Truttmann in der 30. Minute.

Folgenschwerer Konter

Nach der erstmaligen Oltner Führung drückte der EHCO – angetrieben von den lautstarken und euphorisierten 4646 Zuschauern – weiter vehement aufs Tor des LHC. Der Lohn dieses Engagements war eine knapp anderthalb Minuten andauernde doppelte Überzahl. Dabei waren die Gastgeber ganz nah am 3:1. Kurz nachdem ein Waadtländer Strafensünder jedoch aufs Eis zurückkam, scheiterte Di Pietro mit seinem Schussversuch am LHC-Verteidiger. Dieser leitete den folgenschweren Konter ein. Denn der heraushechtende Oltner Keeper konnte den 2:2-Ausgleich durch Augsburger nicht mehr verhindern.

Der Shorthander in der 33. Minute hatte eine erhebliche Bremswirkung auf die Leistung des bis dahin überzeugenden EHC Olten. Schon in der Startphase machte der EHCO seine Meisterambitionen deutlich, indem er lange Zeit am Drücker war und mehrfach ganz gefährlich vor Christophe Bays, der in verletzungsbedingter Abwesenheit des ehemaligen NHC-Keepers Cristobal Huet, im Tor des LHC-Tors stand. Allerdings blieben die Oltner Bemühungen ohne Erfolg. Im Gegenteil: In der 7. Minute kassierten die Gastgeber in Unterzahl das 0:1.