Unihockey
Zwei Schweizer mischen die beste Unihockey-Liga der Welt auf

Diesen Sommer wechselten Nicola Bischofberger und Deny Känzig vom SV Wiler-Ersigen in die schwedische Liga zu Linköping IBK. Trotz Corona-Pandemie ist die oberste Liga in Schweden in vollem Gange. Beide Schweizer spielen bereits eine wichtige Rolle bei ihrem neuen Arbeitgeber.

Nicolas Blust
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Deny Känzig jubelt seit dieser Saison für Linköping IBK. Er und Nicola Bischofberger wechselten diesen Sommer von Wiler-Ersigen nach Schweden.

Deny Känzig jubelt seit dieser Saison für Linköping IBK. Er und Nicola Bischofberger wechselten diesen Sommer von Wiler-Ersigen nach Schweden.

Ted Malm

In der Schweiz sind sämtliche Unihockey-Ligen bis Ende November unterbrochen. Zwei ehemalige Spieler vom SV Wiler-Ersigen spielen aber weiterhin Unihockey. Nicola Bischofberger und Deny Känzig wagten diesen Sommer den Sprung ins Ausland und spielen seither für den schwedischen Topklub Linköping IBK.

Auch Schweden wird vom Coronavirus heimgesucht. Anders als in der Schweiz läuft dort aber der Meisterschaftsbetrieb in der höchsten Spielklasse des Unihockeys weiter. Zwar finden die Spiele momentan vor maximal 300 Leuten statt, über einen Saisonabbruch oder Unterbruch redet in Schweden aber noch niemand.

Nicola Bischofberger hat sich in Linköping bereits eingelebt und wurde sehr gut von seinen neuen Teamkollegen aufgenommen: «Das Team ist cool und wir machen auch neben dem Platz sehr viel zusammen.» Deswegen fällt dem 26-Jährigen die Integration in die neue Mannschaft auch leicht. Neben dem Unihockey studiert er auch noch. Bereits in der Schweiz begann er an der Fachhochschule mit der Ausbildung zum Primarlehrer. Jetzt absolviert er sein drittes Studienjahr in Schweden.

Das Studium war auch der Grund, wieso sein erstes Abenteuer in Schweden nach nur einer Saison im Sommer 2017 wieder beendet war. Bereits zu diesem Zeitpunkt war für Bischofberger jedoch klar, dass er eines Tages in die beste Unihockey-Liga der Welt zurückkehren will: «Meine erste Saison in Schweden lief nicht so gut. Deswegen sagte ich mir, dass ich noch einmal zurückkehren möchte, um mein bestes Unihockey zu zeigen.»

Bischofberger ist noch nicht richtig in Fahrt gekommen

Auf dem Höhepunkt seines Spieles ist der 26-Jährige bislang noch nicht angekommen. «Ich bin noch nicht in Fahrt gekommen und spiele noch nicht so gut», gibt sich Bischofberger kritisch. Trotzdem spürt er das Vertrauen seines neuen Trainers, der ihn trotz durchzogener Leistungen jeweils in den ersten Linien und im Powerplay einsetzt.

Diese Spielzeit hilft dem 26-jährigen Verteidiger, sich an die neue Liga und an das neue Spielsystem zu gewöhnen. Auch neben dem Unihockey-Feld ist Bischofberger in Schweden angekommen. Dabei profitiert er natürlich davon, dass er Kultur und Sprache bereits dank seinem ersten Schweden-Abenteuer bei Falun kennt.

Anders geht es Deny Känzig. Für den 23-jährigen Offensivspieler ist der Wechsel zu Linköping die erste Station im Ausland. Nach sieben Jahren in der höchsten Schweizer Liga wollte er eine Veränderung und eine neue Herausforderung: «Ich brauchte einen neuen Kick in meiner Karriere. Ich habe sieben Jahre in der Nationalliga A gespielt und habe dort alles erlebt und gewonnen. Mit dem Wechsel will ich mir auch selber beweisen, dass ich mich in der besten Liga der Welt durchsetzen kann.»

Für Känzig ist es das erste Mal, dass er so weit von zu Hause entfernt ist. «Auch menschlich bringt mich das weiter», sagt der 23-Jährige. In Linköping lebt er zum ersten Mal alleine in einer Wohnung und muss selber kochen und waschen. Den Schritt ins Ausland bereut der Offensivspieler bis jetzt aber nicht: «Es gibt sicher auch mal Zweifel, wenn man alleine in der Wohnung ist. Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass der Wechsel die richtige Entscheidung war.»

Allzu viel Zeit verbringt Känzig sowieso nicht alleine. «Wir machen mit der Mannschaft auch neben dem Platz sehr viel zusammen. Bereits nach dem ersten Training gingen wir zusammen essen», sagt Deny Känzig. Dass die Integration so gut läuft, überrascht ihn dann doch ein wenig: «Ich hätte es mir nicht so einfach vorgestellt.»

Matchwinner mit Siegtor in der Overtime gegen Titelanwärter

Auch sportlich ist Känzig nach den ersten fünf Spielen bereits angekommen und konnte bereits fünf Treffer verbuchen. Am Wochenende erzielte der 23-Jährige gegen das Topteam Storvreta den Siegestreffer in der Overtime. «So ein Spiel habe ich gebraucht. Seit diesem Auftritt ist mein Selbstvertrauen bei hundert Prozent», blickt Känzig auf das vergangene Spiel zurück. Gegner Storvreta gilt für die meisten Experten als Titelkandidat Nummer eins in Schweden. Aufgrund dieses Ergebnisses sind auch die Ambitionen in Linköping hochgesteckt.

«Wir wollen uns in der Spitzengruppe etablieren», sagt Känzig. «Ich schätze unser Team sehr stark ein. Wenn wir unser ganzes Potenzial abrufen, ist der Playoff-Final möglich», hofft der 23-jährige Offensivspieler. Auch Nicola Bischofberger traut seinem Team einiges zu: «Wir wollen die Topteams in Schweden herausfordern.» Die Experten trauten Linköping vor der Saison eine Platzierung unter den ersten vier zu. Bischofsberger geht sogar noch einen Schritt weiter: «Wenn alles zusammenpasst, haben wir gute Chancen auf eine Platzierung unter den ersten drei.»