Frauenfussball

Zwei Frauen voller Leidenschaft

Derendingens Andrea Vögeli (Mitte) ist nicht zu halten.

Derendingens Andrea Vögeli (Mitte) ist nicht zu halten.

Der SC Derendingen steht vor zwei Topspielen. Im Spitzenkampf der NLB geht es am Samstag gegen Aarau. In zwei Wochen kommt mit dem FC Zürich der Schweizer Meister im Cup.

Eigentlich wollten es Denise Marti und Andrea Vöglei, ihres Zeichens Schweizer Meister mit dem FFC Zuchwil im Jahr 2007, beim SC Derendingen etwas lockerer nehmen. Doch der Erfolg meinte es anders mit den beiden Routiniers: Am Samstag um 18 Uhr empfangen die Derendingerinnen Aarau zum Spitzenkampf in der Nationalliga B und in zwei Wochen wird mit den Frauen des FC Zürich der amtierende Schweizer Meister im Cup auf der Heidenegg antreten.

«Es ist die Leidenschaft für den Fussball.» Mit diesen einfachen Worten erklärt die 33-jährige frühere Nationalspielerin Andrea Vögeli, warum sie seit einer gefühlten Ewigkeit den Frauenfussball in der Region mitprägt. Die 37-jährige Denise Marti stimmt ihr bei: «Wer es nicht mit Herzblut macht, der geht nicht lange an drei Abenden ins Training und am Wochenende an den Match.»

Beide hatten aber auch das Glück, von ernsthaften Verletzungen verschont zu bleiben. «In meinem Alter das Niveau zu halten, das ist möglich. Nach einer Verletzung wieder zurückzukommen, das würde ich vermutlich nicht mehr schaffen», sagt Denise Marti, die schon immer durch ihre Athletik bestach. «Bei uns stimmt aber auch die Mischung, das passt einfach perfekt. Wir beide machen es mit der Erfahrung und gutem Stellungsspiel, und dann lassen die Jungen für uns rennen.»

 Spitzenkampf gegen Aarau

«Aarau hat einen guten Lauf, aber das zweitbeste Team der Nationalliga B ist Rapid Lugano», sagt Andrea Vögeli vor dem Spitzenkampf auf der Heidenegg. Sie sagt es ohne Hintergedanken, bringt aber damit auch gleich ihr Selbstvertauen zum Ausdruck: Das beste Team stellt der SC Derendingen mit 9 Siegen und 2 Unentschieden in 11 Runden. «Wir haben gegen Aarau noch eine Rechnung offen», blickt Denise Marti auf das Hinspiel zurück. »Die Aarauerinnen sind auf ihrem kleinen Kunstrasen hinten hineingestanden und wir sind konstant angerannt, brachten aber kein Tor zustande. Deshalb will ich gegen Aarau unbedingt gewinnen.»

Zunächst sind die Frauen des SC Derendingen als Aufsteigerinnen mit zurückhaltenden Vorstellungen in ihre erste Saison in der NLB gestartet. «Der Unterschied zur 1. Liga ist recht gross, aber wir konnten uns auch geschickt verstärken», sagt Andrea Vögeli. Auch Trainer Urs Bachmann habe einen grossen Anteil am Erfolg. «Wir konnten bei ihm noch einmal viel lernen», lobt die Verteidigerin. Denise Marti erinnert an die gute Aufbauarbeit, die der frühere Trainer Maurizio Sturzo geleistet hat, der im Frühling als Assistent zu den SCD-Frauen zurückkehren wird.

Aus der glorreichen Zeit mit dem Meistertitel und einer Qualifikation für den Cupfinal sind auch Martina Grob und Simone Zahno jetzt beim SCD. Ob es am Ende der Saison zum Aufstieg in die Nationalliga A kommt, ist aber trotz der momentanen Dominanz noch völlig offen. Darüber wird die Auf-/Abstiegsrunde mit den beiden letzten Teams der NLA und den beiden ersten der NLB entscheiden. «Diese Entscheidungsspiele möchten wir gerne erreichen», definiert Vögeli das Saisonziel. Dann sei alles möglich. «Die beiden schlechtesten Teams aus der NLA liegen sicher in unserer Reichweite, und vor allem könnten wir gegen sie unbelastet aufspielen.» 

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