Zwei Faustkämpfe, vier Tore und ein attraktives Spiel. Das zweite Berner Derby hatte alles zu bieten. Das neu von Bengt-Ake Gustafsson angeführte Team aus Langnau machte bereits zu Beginn einen sehr bemühten Eindruck und setzte den Gegner unter Druck. Nicht aber die Offensive, die durch Adrian Gerber bereits in der 4. Minute das 1:0 bewerkstelligte, sondern die Defensive liess die Fans vermehrt tief Luft holen.

Denn durch diverse Eigenfehler wären die Langenthaler beinahe wieder ins Spiel gekommen. Die Gäste bekundeten aber nach dem torlosen Spiel gegen die GCK Lions erneut Mühe, das gegnerische Tor zu treffen. Zu viel Umständlichkeit sei der Grund für die Ladehemmungen gewesen, erklärten nach dem Spiel Stürmer Silvan Lüssy und Trainer Olivier Horak.

Langenthal drückt

Das zweite Drittel sollte dann für den Gast besser beginnen. Bis die Langnauer wieder Fuss fassen konnten, waren es die Langenthaler, die auf den Ausgleich drückten. Die Emmentaler zerbrachen am Druck des Gegners aber nicht, zeigten sich defensiv solid und als die Oberaargauer ihr eigenes Spiel mit Strafen zerstörten, hätte sich der Absteiger nur noch bedanken müssen. Während knapp vier Minuten schienen aber auch die Tiger kein Abschlussglück zu haben. Erst nach einem ungewollten Ablenker kam Remo Schlapbach in eine günstige Position und hob die Scheibe über den Schoner von Marc Eichmann zum 2:0 ins Tor.

Carbis verkürzt

Aus und vorbei für die Langenthaler? Kurz vor dem Ende des zweiten Abschnitts löste Daniel Carbis mit seinem überraschenden Treffer zum 1:2 erneut eine Druckphase aus. Es sollte aber bei der knappen Führung der Gastgeber bleiben, die im letzten Drittel die Spannung aufrechterhielt.

Eigentlich waren es die Langnauer, welche auch im letzten Drittel die Begegnung dominierten. Langenthal hatte Mühe, den Weg aus dem eigenen Drittel zu finden und kam kaum zu Chancen. Anstelle des einfachen und schnörkellosen Spiels versuchte Gelb-Blau, den Schönheitspreis zu gewinnen.

Zwei Minuten vor Schluss schien der Durchbruch aber näher denn je, als Joel Fröhlicher Jeff Campbell in der Mitte bediente. Dieser – mutterseelenalleine vor Goalie Croce – reihte sich trotz sehenswertem und beinahe erfolgreichem Trick nahtlos in die Liste der nicht erfolgreichen SCL-Stürmer ein. Anderthalb Minuten später war die Partie nach einem Treffer ins leere Tor zum 3:1 von Raphael Kuonen entschieden. «Defensiv agierten wir solid. Den Grund für die Niederlage sehe ich in der Offensive», bilanzierte Silvan Lüssy.