Am 7. Mai 2016 zog sich Claudio Zimmerli einen Kreuzbandriss zu. Im Erstliga-Spiel mit dem FC Wangen bei Olten gegen den FC Sursee. Mehr als ein Jahr setzte ihn das kaputte Knie ausser Gefecht. Nach der Genesung wechselte der 31-jährige Abwehrspieler zum FC Olten in die 2. Liga inter. Wegen des damaligen FCO-Trainers Juan Castro, welchen er schon von seiner Zeit beim FC Wangen kannte, und mehrerer Kollegen, die beim Stadtklub im Kader stehen.

Anfangs habe er «nur ein bisschen mittrainiert». Nachdem es ihn endgültig wieder gepackt hatte und er wieder voll ins Training eingestiegen war, kam mit der nächsten Verletzung ein neuerlicher Rückschlag: ein Muskelfaserriss.

Zimmerli verpasste deshalb die gesamte Vorrunde der laufenden Saison. Nach fast zwei Jahren ohne Meisterschaftsspiel feierte er vor knapp einem Monat, am 25. März, beim 2:1-Heimsieg gegen Schöftland endlich sein Comeback. In den letzten vier Spielen stand er bereits wieder in der Startformation der Oltner.

«Ich muss jedoch sehr gut auf meinen Körper hören. Denn die Gesundheit ist mir mittlerweile am wichtigsten», sagt Zimmerli über seine Rückkehr. Olten liegt momentan auf dem neunten Platz, vier Punkte über dem Strich. Trotzdem sieht der BVB-Fan die Situation positiv: «Das Team weiss, worum es geht. Wir haben auf die Rückrunde hin noch einmal einen Schritt vorwärtsgemacht und sind vor allem als Mannschaft enger zusammengekommen.»

Trimbach, Aarau, Olten, Wangen

Vor 25 Jahren startete Zimmerli seine Karriere auf dem Leinfeld. In Trimbach ist er aufgewachsen, und auch heute wohnt er noch dort. Mit zwölf Jahren wechselte er in die Juniorenabteilung des FC Aarau. «Das war noch alte Schule, Disziplin wurde grossgeschrieben. Dafür war aber auch das Niveau der Nachwuchsteams damals noch besser.

Wir waren eine starke Truppe, gewannen den Schweizer-Meister-Titel und den Cup», blickt er zurück. Am Ende seiner U19-Zeit wurde er an den FC Olten ausgeliehen, welcher damals in der 1. Liga spielte. Eine U21-Equipe gab es damals nicht beim FC Aarau, den gewaltigen Sprung von der U19 in die erste Mannschaft hielt Zimmerli für unrealistisch.

Der Wechsel war für ihn aber keine leidige Pflicht: «Beim FC Olten bekam ich die Chance, mit noch nicht ganz 19 Jahren in der 1. Liga zu spielen und von erfahrenen Spielern zu lernen.» Die 1. Liga habe sich als die für ihn ideale Spielklasse herauskristallisiert. Das erste Engagement beim FC Olten dauerte drei Jahre, wovon er das letzte halbe Jahr im Sprachaufenthalt in Nizza verbrachte. In dieser Zeit stieg Olten in die 2. Liga inter ab. Zimmerli blieb in der 1. Liga und wechselte zum FC Wangen bei Olten. «Der FCW war damals einfach die bessere Adresse», stellt er klar.

Beinbruch im besten Alter

Während knapp sieben Jahren lief er für den FC Wangen bei Olten auf. «Seine beste und schönste Zeit als Fussballer», wie er selbst sagt. Als Highlights nennt er die Erstliga-Derbys gegen den FC Solothurn: «Das waren geile Spiele mit vielen Zuschauern und einer tollen Stimmung.» Zudem habe er während seiner Zeit auf der Chrüzmatt mehrere fachkundige Trainer erlebt, wie Goran Pekas, Dariusz Skrzypczak oder auch Edvaldo Della Casa, und gute Freundschaften mit Teamkollegen geschlossen. Nebst den vielen positiven Erinnerungen gabs aber auch einen Tiefpunkt; seine erste grobe Verletzung. Im Training brach er sich das Wadenbein.

«Das war schade», sagt Zimmerli trocken, «ich war 24 oder 25 und wahrscheinlich so fit wie nie.» Er fiel lange aus. Für ihn war aber immer klar, dass er zurückkehren wird: «Ans Aufhören denkt man nicht in diesem Alter. Der Klub, und vor allem Juan Castro, hat mich in dieser Zeit sehr gut unterstützt. Das hat mir geholfen, zurückzukommen.» Eine weitere, ganz kurze Karrierestation des Aussenverteidigers ist der FC Sursee, zu dem er 2014/15 einen Abstecher machte.

Dass er dort nicht heimisch wird, hat er indes schnell realisiert: «Sursee ist zwar nicht wirklich weit weg, aber es herrscht doch eine ganz andere Mentalität. Und es wurde auch ein ganz anderer Fussball gespielt damals.» Zimmerli kehrte zum FC Wangen zurück, bei dem er noch einmal eine sehr turbulente Saison miterlebte.

Als Zweitletzte nach der Vorrunde schafften die Wangner mit einer sensationellen zweiten Saisonhälfte den Ligaerhalt. «Das war eine Meisterleistung von Trainer Skrzypczak. Er übernahm einen Scherbenhaufen während der Saison.» Wegen seines Kreuzbandrisses war Zimmerli aber in der entscheidenden Phase der Saison zum Zuschauen verdammt.

Zukunft ungewiss

Jetzt kämpft er in der 2. Liga inter mit Olten gegen die Relegation. Heute wartet der Abstiegskampf gegen den direkt über dem Strich klassierten FC Wettingen. «Man spricht ja gerne von den Sechs-Punkte-Spielen. Da ist auf jeden Fall eines», sagt Zimmerli. Olten habe zudem noch etwas gutzumachen: «In der Vorrunde haben wir gegen Wettingen gar keine gute Falle gemacht.» Nach einer Viertelstunde und zwei Gegentoren war die Niederlage besiegelt.

Für Claudio Zimmerli zählt im Moment nur der Abstiegskampf mit Olten. Wie lange sein zweites Engagement bei den Dreitannenstädtern dauert, lässt er offen: «Je nachdem was der FC Olten für die Zukunft plant, kann ich mir sicher vorstellen, länger zu bleiben.» Eine andere Option ist die Rückkehr zum FC Trimbach, lässt er durchblicken. Bei seinem Stammverein erstmals für das Fanionteam aufzulaufen, reizt ihn sehr.