Schweizer Cup
Zürcher sorgten beim FC Grenchen für die Musik

Der FC Grenchen unterliegt in der ersten Cuprunde dem FCZ vor 1500 Zuschauern mit 0:5. Das Super-League-Team aus Zürich gab sich gegen den Erstligisten keine Blösse und erreichte souverän die nächste Runde.

Mike Brotschi
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Die FCZ-Fans sorgten für Stimmung beim Cupspiel zwischen dem FC Grenchen und dem FC Zürich.

Die FCZ-Fans sorgten für Stimmung beim Cupspiel zwischen dem FC Grenchen und dem FC Zürich.

Hans Peter Schläfli

«Eine Niederlage ist eine Niederlage und ich will auch nichts schönreden», konnte FCG-Trainer Hans Peter Kilchenmann nach dem Match die Enttäuschung nicht ganz verbergen. Man habe sicher ein bisschen mehr erwartet, aber dazu hätte man heute den perfekten Match zeigen müssen. Dazu hätte gehört, dass der Schiedsrichter den Penalty gepfiffen hätte. «Zürich ging hochkonzentriert zur Sache und ging letztlich verdient als Sieger vom Platz», resümierte Kilchenmann. «Das Erlebnis liegt nun hinter uns. Wir freuen uns auf das Derby gegen Solothurn am kommenden Mittwochabend, welches wir um jeden Preis gewinnen wollen», blickte der Grenchner Coach bereits wieder nach vorne.

«Auf diesen Augenblick haben wir lange gewartet», begrüsste Speaker Othmar Dellsperger beim Einmarsch die 22 Protagonisten im Grenchner Brühl. Blickt man ein Jahr zurück, so ist klar, warum dieser Satz auch eine tiefere Bedeutung hatte. Dreimal mussten die Uhrenstädter im Vorjahr in die Romandie reisen, bevor das Kilchenmann-Team dann im Sechzehntelfinal auswärts in Tuggen ausschied. Dieses Jahr war Fortuna den Grenchnern besser gestimmt. Ein Freilos in der ersten Qualifikationsrunde, dann mit Baulmes ein Gegner auf Augenhöhe und nun das Cuplos gegen Zürich.

Egal wie die Cuppartie auch enden sollte: Die Grenchner hatten keine Kosten und Mühen gescheut, um aus dem Spiel ein Fussballfest zu machen. Dabei wurden sie vom routinierten Uhrencup-OK unterstützt, welches im vergangenen Juli auch den Sommerhit zwischen Zürich und dem Deutschen Meister Borussia Dortmund mit fast 7000 Zuschauern souverän durchgeführt hatte.

Einzig das Wetter spielte gestern nicht mit und führte letztlich wohl auch dazu, dass es nicht zu einem grösseren Publikumsaufmarsch kam. Obwohl die Grenchner Fans gegen die rund 400 mitgereisten Zürcher klar in der Überzahl waren, waren es die Gästefans, welche für die Stimmung sorgten. Auch auf dem Spielfeld sorgten die Zürcher für die Musik, obwohl sich die Unterklassigen verhältnismässig lange schadlos halten konnten.

Spätestens beim 0:4 nach rund einer Stunde war dann die Hoffnung auf eine Sensation auch beim grössten Grenchner Optimisten auf ein Minimum gesunken. Trotzdem wurde jede noch so kleine Aktion, welche dem Erstligisten gelang, mit lautstarkem Applaus belohnt. Nach dem Abpfiff ging es für die Grenchner Akteure darum, möglichst mit einem bekannten Zürcher das Shirt zu tauschen. Für eine interessante Szene sorgte Admir Mehmedi, als er sich mit dem Leibchen von Mujic in die Grenchner Kabine verirrte.

Eine ganz andere Erinnerung an den Cupmatch trug der wirblige Salihi davon. Er musste in der 25. Minute mit einer Fleischwunde am Knie den Platz verlassen und sich von Clubarzt Stephan Ryf gleich nähen lassen. «Es tut einfach weh», meinte der sympathische Berner, der sich so auf das Spiel gefreut hatte. «Nun gilt es für mich, dass ich möglichst rasch wieder fit werde». Für Sacha Stauffer war es bereits der zweite Cupfight gegen ein Super-League-Team. «Wenn man gegen einen solchen Gegner spielen kann, ist das halt schon ein Supererlebnis. Das kommt im Leben eines 1.-Liga-Spielers nicht oft vor», durfte sich der Grenchner letztlich mit der Leistung durchaus zufrieden geben.

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