Am 24. September 1916, während des Ersten Weltkriegs, wurde der erste Waffenlauf in der Schweiz auf der Strecke von Zürich nach Wettingen und zurück nach Zürich ausgetragen. Vor allem von den 50er- bis in die 80er-Jahre florierte diese typische schweizerische Nationalsportart, welche ursprünglich Armeegepäckmarsch genannt wurde.

Regelmässig strahlte das Schweizer Fernsehen in dieser Zeit am Sonntagabend Filmberichte von den bis zu zwölf Waffenläufen aus, in welchen am Ende der Schweizer Meister gekürt wurde.

Der Wiedlisbacher Waffenlauf nach Solothurn und zurück ins Städtchen Wiedlisbach, der im Mai 1954 erstmals organisiert wurde und bis 2008 vom UOV Wiedlisbach insgesamt 55 Mal ausgetragen wurde, war der grosse Frühlingsklassiker. Das Gegenstück im Herbst war der Frauenfelder Waffenlauf über die Marathondistanz, stets der Höhepunkt für die Anhänger mit der damals 7,5 kg schweren Sturmpackung.

Von den alten Läufen ist nach diesen 99 Jahren nur noch der Frauenfelder übrig geblieben. Dafür entstanden insgesamt sieben Neue. Beispielsweise Scharans mit dem Domleschger oder die vier Wettkämpfe in Wohlen, Muri, Kaisten und Lenzburg. Zuletzt kamen noch die zwei Läufe im Bernbiet, der Niederbipper Halbmarathon, der in diesem Jahr zum vierten Mal ausgetragen wird, sowie jener in der einstiegen Waffenlauf-Hochburg Burgdorf hinzu.

Ein Jahr vor der Neuauflage des traditionsreichen Wiedlisbacher Hans-Roth-Waffenlaufs vom 24. April 2016 luden die Organisatoren des Jubiläums-Laufes 100 Jahre Waffenlauf zu einer Medienkonferenz im Städtchen am Jura-Südfuss.

OK-Präsident Emil Berger, der 2012 den Niederbipper Waffenlauf ins Leben rief, ist zusammen mit dem früheren langjährigen Präsident der LG Matzendorf, Toni Fluri, und dem Präsidenten des Waffenlauf-Vereins Schweiz, Urs Vogel (Rheinfelden), der Vater dieses Projekts, welches schon weit fortgeschritten ist.

Unterstützt wird das OK, das am Medien Day bereits das informative Programmheft präsentierte, von der Armee. Divisionär Daniel Baumgartner, der Chef Logistikbasis der Armee, übernimmt dabei das Ehrenpatronat der Jubiläumsveranstaltung.

Baumgartner ist mit Herzblut dabei, wie er selber betonte, und versprach den Organisatoren als Mitglied der Armeeführung die Mithilfe des Heeres. OK-Präsident Emil Berger erwähnte auch die Schwierigkeiten im Vorfeld.

«Am 7. März 2012 sprachen wir erstmals an der Versammlung des Waffenlauf Schweiz, der vor neun Jahren nach der Auflösung der IG Waffenlauf gegründet wurde, von diesem Jubiläum ‹100 Jahre Waffenlauf in der Schweiz›. Auf der Heimreise sprachen dann Toni Fluri und ich davon, den Hans-Roth-Lauf noch einmal aufleben zu lassen. Am Anfang hatten wir vor einem Jahr Schwierigkeiten, wegen der Bewilligung durch die Einsiedelei (die Verenaschlucht in Solothurn). In der Zwischenzeit haben wir aber im Raum Martinsfluh und Pfadiheim einen neuen Weg gefunden.»

Und trotzdem ist die Strecke mit 30,5 km genau gleich geblieben, wie in den Jahren 1954–1990, als der Wiedlisbacher auf der Originaldistanz ausgetragen wurde mit dem Aufstieg nach Rumisberg. Ab 1991 fand der Lauf dann auf einer verkürzten Strecke von 26,2 km statt. Das 16-köpfige OK erwartet am 24. April 2016 rund 200 Waffenläufer und rund 400–500 Marschierer. «Unser Minimalziel sind 600 Teilnehmer», betonen sowohl Emil Berger wie auch Toni Fluri.