Unihockey Supercup

Zum Höhenflug angesetzt – der SV Wiler-Ersigen wird seiner Favoritenrolle gegen Langnau gerecht

Treffsicher und einmal mehr auf Erfolgskurs: Der SV Wiler-Ersigen feiert kurz vor dem Saisonstart seinen ersten Titel.

Treffsicher und einmal mehr auf Erfolgskurs: Der SV Wiler-Ersigen feiert kurz vor dem Saisonstart seinen ersten Titel.

Im Unihockey Supercup gelingt Meister SV Wiler-Ersigen ein Kantersieg gegen den Cupsieger Tigers Langnau. Gleich mit 12:1 entscheidet die Mannschaft von Trainer Thomas Berger die Partie für sich.

Es läuft gerade einmal die sechzehnte Spielminute, als Deny Känzig sich mit entschlossenem Blick seinem Gegenspieler nähert. Bevor der Spieler der Tigers Langnau kurz vor der Mittellinie einen Angriff einleiten kann, drängt Känzig ihn ab. Energisch schnappt er sich den Ball. Es langsam angehen? Das passt weder zum SV Wiler-Ersigen noch zu Känzig. Dieser befördert den Ball gekonnt zu Claudio Mutter und läuft sich sofort wieder frei. Mutter spielt die Abwehr der Tigers Langnau sauber aus, Känzig befördert den Ball ins Netz.

Zu diesem Zeitpunkt führt Wiler-Ersigen bereits mit 5:1. Trotzdem sollte Trainer Thomas Berger nach dem Spiel nicht nur des Gegentreffers wegen vom schwächsten Drittel seiner Mannschaft sprechen.

Der Favoritenrolle gerecht geworden

Für Wiler-Ersigen sollte es noch besser kommen. Während Langnau zu Beginn eher passiv wirkte, wurde die Intensität im zweiten Drittel hochgefahren. Aggressiv suchte Langnau die Zweikämpfe, mehrmals wurde ein Spieler über die Bande befördert – doch spielerisch konnte Langnau kaum mithalten.

Dass Wiler-Ersigen in der letzten Saison als Meister glänzte und Langnau eine durchwachsene Saison auf den letzten Drücker noch mit dem Cupsieg krönte, merkte man dem Spiel an. Dieser Favoritenrolle war sich auch Berger bewusst: «Wir wussten vor dem Spiel schon, dass es für Langnau schwierig wird, sobald wir unser bestes Unihockey zeigen.»

Qualität gesucht und Qualität gefunden

Am eindrücklichsten wurde die Dominanz im letzten Drittel sichtbar. Nach vier Minuten waren die nächsten drei Tore gefallen, als der Stadionsprecher gerade den zweiten Treffer verkünden wollte, folgte schon der nächste.

Ganze zwei weitere Treffer musste Langnau kurz vor Schluss noch erdulden, bevor das Spiel nach zwölf Gegentreffern endlich endete. Nicht zum ersten Mal glänzte dabei Neuzugang Joonas Pylsy. Auch Krister Savonen, der zweite Transfercoup des SVWE, wusste zu überzeugen. «Wir haben Qualität gesucht und Qualität gefunden. Ich bin zu hundert Prozent zufrieden», sagt Trainer Thomas Berger.

Eigengewächs auf Erfolgskurs

Seine Zufriedenheit dürfte nicht nur den beiden Neulingen gelten. Dass seine Mannschaft den Supercup mit 12:1 gewinnen konnte, machte nicht nur ihn stolz. Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr. Nicht auf den Rängen, nicht auf dem Platz. Ganz der Schweizer Sportwelt entsprechend, hatte soeben erneut eine Berner Mannschaft ihren Gegner vorgeführt – mit dem Unterschied, dass es sich dabei auch um einen Hauptstädter handelte.

Ganz dazu passt, dass mit Deny Känzig ein Eigengewächs Mann des Spiels wurde und nebenbei als «Most Valuable Player» (MVP) der letzten Saison ausgezeichnet wurde. Mit seinen vier Treffern an diesem Abend dürfte sich der 22-Jährige gar noch ein wenig wertvoller gemacht haben. «Es ist schön, eine Bestätigung der Leistungen in der vergangenen Saison. Aber letztlich ist der Teamerfolg doch wichtiger als eine eigene Trophäe», sagt Känzig. «Klar verspüre ich jetzt etwas mehr Druck. Aber ich versuche einfach, wie gewohnt weiterzumachen.»

Sprichts, schnappt sich den Pokal und widmet sich wieder seinen Teamkollegen. Aus der Ruhe bringen lassen sich die erfolgsverwöhnten Berner trotzt erneutem Höhenflug nicht. Doch nicht nur bei der Betrachtung dieser Partie dürfte einem klar sein: Auch in der kommenden Saison wird es der SV Wiler-Ersigen definitiv nicht langsam angehen lassen.

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