Die Männer des HC Olten werden 2017/18 erstmals in der Klubgeschichte nicht in der höchsten Liga des Landes vertreten sein. Die Oltner unterlagen am letzten Wochenende den Black Boys aus Genf im Duell der letzten Chance. Das Rückspiel entschieden die Dreitannenstädter zwar mit 2:1 für sich, das 0:3 aus dem Hinspiel war aber eine zu grosse Hypothek. Als Achter der NLA muss Olten den Gang in die NLB antreten.

«Der Abstieg ist natürlich eine herbe Enttäuschung, er kam aber nicht ganz überraschend», sagt HCO-Sportchefin Ramona Schwager. Wegen des schmalen Kaders sowie diversen zusätzlichen Absenzen habe man schon vor der Saison damit rechnen müssen, dass sich die Mannschaft eher im hinteren Drittel der NLA bewege. Mit nur sieben Punkten beendete Olten die Qualifikation gar auf dem letzten Platz. «Die Hoffnungen und der Glaube waren bis zum Schluss da», blickt Schwager zurück. «Das Team war motiviert und hat alles probiert. Dass es trotzdem nicht gereicht hat, ist umso enttäuschender. Am Schluss hat auch das nötige Quäntchen Glück gefehlt.»

Der Blick auf die Resultate in den vergangenen Saisons zeigt, dass es beim 16-fachen Schweizer Meister zuletzt in die falsche Richtung ging: 2014 war der HCO NLA-Dritter, 2015 Vierter. Im letzten Jahr mussten die Oltner erstmals in die Abstiegsrunde, konnten die Relegation aber verhindern. Welches sind die Gründe für diese negative Tendenz? «Wir kämpfen seit längerer Zeit mit den Kadergrössen», antwortet Schwager.

Bei den Männern fehle es momentan klar an der Breite. Zuversichtlich stimmt Schwager, dass in den letzten Jahren «unglaublich viele Mädchen und Buben» zum HCO gestossen seien. Für Spieler-Nachschub sollte auf lange Sicht also gesorgt sein. Einen schnellen Effekt erhofft sich Schwager dank des Rückzugs einiger Berner Landhockey-Vereine. «Wir hoffen, dass wir den einen oder anderen Spieler nach Olten holen können», so Schwager.

Zwei neue Trainer müssen her

Der HC Olten will die Scharte mit dem Abstieg aus der NLA so schnell wie möglich wieder ausbügeln. «Der direkte Wiederaufstieg ist definitiv das Ziel», bestätigt die Sportchefin und wägt ab: «Rotweiss Wettingen II ist sehr stark, darf aber nicht aufsteigen. Die relevanten Gegner werden daher wohl der HC Wettingen und Red Sox Zürich sein. Der Aufstieg ist sicher realistisch.» Die Rückkehr in die NLA wird die Mannschaft unter einer neuen Leitung versuchen, Trainer Peter Gerhard hört auf. «Gespräche mit Kandidaten laufen. Im August beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison.» Der HC Olten braucht gleich zwei neue Trainer, da auch Alex Wintenberger, der für die Frauen-Equipe zuständig war, nicht mehr zur Verfügung steht.

Platz drei für die Frauen

Die Frauen-Equipe sorgte diese Saison für deutlich mehr Freude als die Männer. Sie schloss die NLA-Saison auf dem dritten Platz ab. Nach der Qualifikation waren die Oltnerinnen sogar Tabellenführer. «Wenn man die Quali gewinnt, will man natürlich auch in den Final», so Ramona Schwager, «doch in der Finalrunde beginnt halt alles wieder bei Null.» Rotweiss Wettingen habe sich in der entscheidenden Phase deutlich gesteigert, die Black Boys aus Genf sicherten sich den Finalplatz mit gezielten Verstärkungen.

Immerhin blieb Olten vor Luzern und verdiente sich dadurch die Bronzemedaille. «Mit dem dritten Schlussrang sind wir sehr zufrieden», so das Fazit der Sportchefin. Lachend antwortet sie auf die Frage, wann denn der nächste Titel fällig sei: «Wir werden es Rotweiss Wettingen auch in der nächsten Saison so schwer wie möglich machen. Und aus dem Nachwuchs rücken sehr gute Spielerinnen nach.»