Fussball
Zum Abschluss kassiert der FC Grenchen nochmals ein «Stängeli»

0:10 - Nach der 20. Niederlage in Serie steht der Abstieg des FC Grenchen in die 2. Liga interregional jetzt auch mathematisch fest.

Michael Schenk
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Der designierte neue Trainer des FC Grenchen, Silvan Rudolf.
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Das 0:10 gegen Cham: Zum letzten Mal musste Goalie Alois Massari bei einem Heimspiel einen Ball aus dem Netz holen.
Bilder vom Spiel Grenchen gegen Cham.
Der FC Grenchen ohne Gesicht - beim letzten Heimspiel.
FCG-Interimstrainer Bashkim Osaj.
Hopp Gränche, hopp, hopp: Zum letzten Mal war Platzspeaker Othmar Dellsperger in der 1. Liga zu hören.
Der frühere FCG-Mäzen Urs Erb schaute sich das letzte Heimspiel in der 1. Liga an.
Das Häufchen der unerschütterlichen FCG-Fans beim letzten Heimspiel in der 1. Liga. Rechts unten Wackers Ehrenpräsident Christian Schlup, der mit der Fusion nin FCG-Ehrenpräsident wird. Mitte rechts: Der ehemalige FCG-Gönner Urs Erb.

Der designierte neue Trainer des FC Grenchen, Silvan Rudolf.

Hans Peter Schläfli

Mit einem 0:10 gegen Cham endet die 109-jährige Heimspielgeschichte des «alten» FC Grenchen. Der Coach des neuen FC Grenchen, Silvan Rudolf, war gegen Cham dabei und freut sich auf seine kommende Aufgabe.

Denn es weht ein frischer Wind im Stadion Brühl anlässlich des letzten Heimspiels des «alten» FC Grenchen. Jenem FC Grenchen, der im Verlauf seiner Vereinsgeschichte Grosses erreicht und die Stadt weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Jenen FCG, der fünfmal Vizemeister war, viermal im Cupfinal stand und diesen 1959 gewann und der seinerzeit bis zu 15 000 Menschen ins Stadion lockte. Mit Sonderzügen fuhren sie Ende der 50er-Jahre in Grenchen ein und rudelweise kamen sie über den Buechiberg westwärts daher pedalt. Einer, der damals schon dabei war, erinnert sich: «Vor mir sass damals im letzten Meisterschaftsspiel gegen YB eine Frau, die ihrem Vordermann ständig eins mit dem Regenschirm überzog, weil dieser ihr immer die Sicht versperrte.» YB stand damals als Meister fest, Grenchen als Vizemeister.

Gut 50 Jahre danach – im 25. Meisterschaftsspiel der Saison 2014/15 gegen Cham – herrscht kein Gedränge auf den Rängen im Brühl. Ganz im Gegenteil – der Speaker bedankt sich bei 110 Leuten für das «zahlreiche» Erscheinen. Das 0:10 ist die 20. Niederlage in Serie und es sind die Gegentreffer 133 bis 142.

Eine der 110 Nasen gehört dem neuen Coach, Silvan Rudolf. Der 27-Jährige wird den FC Grenchen, jenen der mit Wacker fusioniert, nächste Saison in der 2. Liga inter betreuen. In derjenigen Liga, in der er vor nicht langer Zeit noch selbst für Wacker kickte. Hauptberuflich ist Rudolf ebenfalls in Sachen Fussball unterwegs. Als Materialwart der Nati ist er den Stars der Szene sehr nah und weiss haargenau, wie orthodox oder unorthodox ein Shaqiri, Xhaka, Behrami oder Seforovic Schuhe und Dresses sortiert und präsentiert haben will.Für den neuen Mann an der Seitenlinie des FCG ist es der erste Trainerjob bei den Aktiven. Nach seinem Karriereende vor einem Jahr betreute er zuletzt die U15 von Bern-West. Offiziell beginnt Rudolf sen Amt beim «Neo-FCG» Anfang Juli anlässlich des Trainingsstarts.

«Die Vorbereitung indes hat natürlich begonnen.» Sehr schnell gilt es jetzt für den Coach, der auf die Hilfe des FC Solothurn bauen kann, ein Team zu formieren. Wie viele Spieler von der jetzigen FCG-Equipe dabei bleiben, kann Rudolf nicht sagen. «Die Motivation in dieser Equipe ist verständlicherweise nicht mehr sehr hoch. Einige wurden zuletzt sicher unter ihrem Wert geschlagen.» Freilich legt man beim neuen FCG grossen Wert auf Identifikation. Darauf, dass die Spieler künftig einen Bezug zur Region mitbringen. «In dieser Hinsicht liegt viel Potenzial brach, das es zu finden und bündeln gilt», hält der gebürtige Selzacher fest. Silvan Rudolf freut sich auf seinen Job beim FC Grenchen: «Ich bin überzeugt, dass der Klub die stürmischen Zeiten hinter sich hat und wir in Grenchen etwas Gutes aufbauen können.» Mit Silvan Rudolf hält definitiv ein frischer Wind Einzug beim FC Grenchen.