1. Liga-Playoffs
Zuchwil scheitert am eigenen Unvermögen und scheidet aus den Playoffs aus

Zuchwil-Regio geht mit 0:5 gegen Wiki-Münsingen unter und scheidet erstmals seit 2010 bereits im Playoff-Viertelfinal aus.

Michael Schenk
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Kaj Leuenberger (hier im Duell mit Thuns Simon Studerus) und sein Team Zuchwil Regio scheitern im Playoff-Viertelfinal an Wiki-Münsingen.

Kaj Leuenberger (hier im Duell mit Thuns Simon Studerus) und sein Team Zuchwil Regio scheitern im Playoff-Viertelfinal an Wiki-Münsingen.

Marcel Bieri

Der EHC Wiki-Münsingen zählt zu den Terriern, den Wadenbeissern unter den 1.-Liga-Teams; selbst wenn sich die feine Klinge von Coach Stefan Gerber zusehends bemerkbar macht. Wenns drauf ankommt sind Kampfgeist und Biss der Aaretaler legendär und gehören zu Wiki, wie Adam zu Eva. Insofern stand Zuchwil-Regio, das eher zu den Virtuosen zählt, in Spiel 4 des Playoff-Viertelfinals vor einer schwierigen Aufgabe. Mit dem Rücken zur Wand – sprich einem 1:2-Rückstand in der Best-of-5-Serie – trat das Team von Coach Max Weibel in der Sagibachhalle gegen die Hausherren an. Verlieren verboten lautete demnach die Devise für die Solothurner, sofern sie auf die Übergabe des Ferienpass‘ verzichten wollten. Wiki war indes nicht Willens, die Gäste ohne «Geschenk» nach Hause zu schicken. Nicht besser aber viel, viel, viel effizienter setzten sich die Berner 5:0 durch und kippten damit Zuchwil-Regio erstmals seit fünf Jahren im Viertelfinal aus den Playoffs. «Ich kann so etwas nicht akzeptieren», war die erste Reaktion von Zuchu-Präsident und Sportchef Walter Ulrich. «Vor allem einige Leistungsträger haben mich sehr enttäuscht.»

Zuchus Samichlaus-Taktik

Schon in Spiel 3 am Samstag hatten die Solothurner sehr lange gebraucht, ehe sie aus ihren Chancen Nutzen ziehen konnten. «Ich kann mir nicht erklären, woran es liegt», sagte Coach Weibel damals. Umso weniger, als sich dieser Missstand mehr oder weniger ausgeprägt schon die ganze Saison durchzieht. Ein Elend, das in Spiel 3 dank vier Treffern im Schlussdrittel so eben noch wettgemacht werden konnte. Immer allerdings geht diese Samichlaus-Taktik nicht auf. Wer in der Angriffszone dermassen viele Geschenke verteilt, wie Zuchwil, braucht sich nicht wundern, wenn er am Ende mit leeren Händen dasteht. Selbst wenn in der Bibel steht: «Geben ist seeliger denn nehmen.» In den Playoffs kann man sich davon nichts kaufen.

Stillstand vor der Ziellinie

Allein das Startdrittel hätte in dem Sinn nie 1:0 für Wiki enden dürfen. «Nach dem Sieg am Samstag hatte ich gehofft, dass wir effizienter sein würden – dem war aber gar nicht so», konstantierte Ulrich. In der Tat: Zu dritt tauchten Eric Hojac, Steiner und Vogt etwa in der 11. Minute, von Wiki völlig ignoriert, vor Wiki-Keeper Brunner auf; wenig später tat sich Müller ein schwarzes Loch oder das komplett offene Tor 100 cm vor sich auf – aber auch diesmal nix Goal. Zu Beginn des Mitteldrittel war es erneut Vogt, der fast 200-Mal für Olten und Basel in der NLB am Start war, der Unmögliches schaffte und den Puck aus kürzester Distanz nicht an Brunner vorbeibrachte. Eine Liste, die sich problemlos verlängern liesse. Wären die Zuchwiler ein Formel-1-Bolide, würden sie in der aktuellen Verfassung Rennen zwar bis zur Ziellinie anführen, um dann aber voll in die Bremse zu treten und Millimeter davor zum Stillstand zu kommen und die Konkurrenz vorbeizuwinken. Weil Wiki ungnädiger mit seinem Widersacher umging, steht es jetzt im Halbfinal.

Wiki-Münsingen – Zuchwil Rego 5:0 (1:0, 3:0, 1:0)

Wichtrach, Sagibach. – 551 Zuschauer. – SR. Weber – Tore: 8. Baumgartner (Walther, Marolf) 1:0. 31. Hofstetter 2:0. 31. Kormann (Kiener, Marolf/Ausschluss Wüthrich) 3:0. 35. Hoppe (Wegmüller) 4:0. 44. Baumgartner (Studer) 5:0. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Wiki-Münsingen; 7-mal 2 Minuten gegen Zuchwil-Regio.

Zuchwil-Regio: Zaugg; Brunner, Hirsbrunner; Aeschlimann, Wüthrich; Blumenthal, Lüthi; Born, Steiner, Leuenberger; Stoller, Eric Hojac, Müller; Messerli, Zwahlen, Vogt; Rohrbach, Olivier Hojac.