Unter der Woche schied der EHC Zuchwil Regio überraschend in der zweiten Cup-Runde gegen Thun nach Penaltys aus. Der Frust sass tief, Präsident Ulrich: «Das tut sehr weh. Der Unterschied zwischen Thun und Zuchwil war, dass die Berner Oberländer viel mehr Herzblut besassen. Wir wollten zwar auch siegen, aber wir machten zu wenig.»

Abhaken und weitermachen

Das Out schmerzt insofern, dass man somit eine grosse Chance vergeben hat, nächste Saison gegen einen NLA- oder NLB-Klub antreten zu dürfen. Aber das mussten die Zuchwiler rasch wegstecken, denn schon am Samstag war Burgdorf zu Gast. Beide Teams gaben sich bisher in der Masterround keine Blösse und holten das Punktemaximum. Mit einem Erfolg von Burgdorf konnten diese den Rückstand auf Leader Zuchwil bis auf zwei Zähler verringern.

Geschwächter Gastgeber

Zuchwil trat zum Spitzenkampf geschwächt an. Mit Müller, Prinz, Steiner, Leuenberger und Brunner sind mehrere wichtige Akteure verletzt. Vor allem in der Defensive beklagen die Solothurner seit Wochen ein Loch. Dass dies ein Nachteil sein könnte, davon wollte Ulrich nichts wissen: «Die, die da sind, sollen ihr Bestes geben und wir wollen gewinnen.»

Frühe Führung für das Heimteam

Zuchwil begann die Begegnung engagiert und mit einer hohen Laufbereitschaft. Die ersten zehn Minuten gehörten deutlich den Gastgebern. Mit dem 1:0 durch Gfeller gingen die Zuchwiler auch schon früh in Front. In der zweiten Hälfte des Startabschnittes kam Burgdorf besser auf, Zählbares konnten die Emmentaler allerdings bis zur ersten Pause nicht produzieren.

Eigentor zum 2:0

Der zweite Abschnitt begann genau gleich wie sein Vorgänger – mit einem Treffer für das Heimteam. Wie bereits beim 1:0 entstand das Tor glücklich. Reber umkurvte die Burgdorfer Verteidigung, wollte auf Sturmpartner Christen ins Slot zurücklegen, dabei rutschte ein Burgdorfer in den Puck und erzielte ein Eigentor. Da es letzteres im Eishockey faktisch nicht gibt, durfte sich Reber als Torschütze feiern lassen.

Gäste drehen auf

Doch danach kehrte sich die Partie, die Gäste wurden stärker. Zugleich nahm Zuchwil in dieser Phase zu viele Strafen. Der Match ähnelte schon wieder der letztjährigen Playoff-Finalserie. Dass nun auch die Tore nicht lange auf sich warten lassen mussten, war die logische Folge. In der 30. Minute traf Schütz in Überzahl zum 2:1 und wenige Minuten später glich Martin Muralt aus. Dem 2:2 war eine doppelte Unterzahl vorausgegangen, welche die Solothurner gut überstanden. Dem Druck nach Ablauf der Strafen waren die Woschakow-Boys aber nicht mehr gewachsen oder es fehlte schlicht die Kraft.

Spannendes Schlussdrittel

Das dritte Drittel musste somit die Entscheidung bringen. Und in diesem machten die Gastgeber mehr für den Sieg. Zuchwil war spritziger und Burgdorf konnte nicht wie in vergangenen Duellen an die grosse läuferische Klasse anknüpfen. Für die Entscheidung war Marco Pistolato besorgt. In der 49. Minute wurde er von Von Dach herrlich bedient und der Captain traf oben rechts genau ins Gehäuse. Präziser schiessen ist kaum möglich. Dies erfreute auch Präsident Ulrich: «Grosses Kompliment an das Team. Wir sind zwar angeschlagen, aber im Gegenteil zum Mittwoch wollten wir heute gewinnen. Es ist für mich eine grosse Erleichterung zu sehen, dass wir dabei sind.»

Und wie die Zuchwiler dabei sind – mit dem Erfolg vergrössern sie den Abstand auf die Konkurrenz auf acht Zähler. Bei noch vier ausstehenden Runden ist dies somit bereits fast der Masterrunden-Gewinn.