Eishockey

Zuchwil Regio vor dem Saisonstart: Anforderungen so hoch wie das Ziel

Neuzugang mit NLA-Erfahrung: Kaj Leuenberger (r.) im Biel-Dress.

Neuzugang mit NLA-Erfahrung: Kaj Leuenberger (r.) im Biel-Dress.

Zuchwil Regio startet mit höchsten Ambitionen in die 1. Liga-Saison. Nach dem verpassten Playoff-Final hat sich im Lager der Solothurner einiges verändert. Darunter auch die Personalie des Cheftrainers.

Assistenzcoach Max Weibel ist begeistert vom neuen Chef-Trainer des EHC Zuchwil Regio. Juri Wotschakow, der als Spieler einst unter dem legendäre Viktor Tichonow in der sowjetischen Nationalmannschaft gespielt hat, bringt eine neue Mentalität und «alte» Methoden ins Eissportzentrum zu Zuchwil. «Die Trainings sind viel intensiver geworden», sagt Weibel.

Dies sei notabene ein ausdrücklicher Wunsch der Spieler gewesen. Nach dem vergeigten Playoff-Final Ende letzter Saison gegen Burgdorf, als man im vierten Spiel ausschied, haben die Solothurner die Daumenschrauben angezogen.

Schnelles Umschalten als Waffe

Anstatt sich mit «Ost-West Pässen» vom eigenen ins gegnerische Drittel vorzutasten, soll die Mittelzone künftig mit ein, zwei Zuspielen steil, easy und fix überbrückt werden. Vorne gilt dann die Devise: Rein mit dem Ding – wie auch immer. Geht der Puck verloren heisst es «Gring ache u seckle». Wotschakow legt viel Wert auf ein schnelles Transitionspiel – das Umschalten von der Defensive auf die Offensive und umgekehrt also.

Das gilt notabene für das ganze, im Einsatz stehende Quintett. «Wir harmonieren sehr gut miteinander», sagt Max Weibel gefragt auf sein Verhältnis mit dem neuen Chef. «Seine Mentalität entspricht durchaus auch meiner.» Disziplin ist also zentral. Disziplin, die im Idealfall auch im Match fruchtet. «Zuletzt haben wir den Playoff-Final gegen Burgdorf auch darum verloren», so Weibel, «weil wir zu viele Strafen genommen haben.»

Autopneus im Schlepptau

Bei diesen spielsystematischen Vorgaben sind die Anforderungen an die Kondition sehr hoch. Insofern heisst es für die Jungs des Topfavoriten auf den Zentralschweizermeister-Titel im Training auch Mal Autopneus inklusive Felgen angurten und Antreten zur «fröhlichen» Stafette. Eine Methode sowjetischer Prägung, die den Laktakt-Wert in die Höhe knallt und den Kampfgeist befeuert. «Die Spieler machen begeistert mit», sagt Weibel. Ja, gar das Publikum freuts. «Wir hatten schon Zuschauer im Training, das hat es bisher noch nie gegeben», hält Weibel fest.

Im Vergleich zu Stefan Gerber, der inzwischen bei Wiki-Münsingen coacht, geht es bei Zuchwil Regio heuer also gröber und undifferenzierter dafür fokussierter und disziplinierter zur Sache. «Ich möchte betonen, dass wir mit Stefan Gerber absolut Erfolg hatten», sagt Weibel. Wotschakow sei einfach einer, der allein aufgrund seiner Erfahrung sehr viel von seinen Spielern verlange – unbesehen ihres Individuums. Präsident Werner Ulrich sagt: «Bei uns sind die Spieler gut gehalten – darum dürfen wir auch etwas von ihnen verlangen.»

Weibel ergänzt: «Bei den Anforderungen, die an uns gestellt werden, müssen wir auch etwas verlangen. Den Erfolg kriegen wir nicht geschenkt.» Nach zwei Playoff-Final-Niederlagen und einem Zentralschweizermeister-Titel kann der Gruppensieg nur das Minimalziel von Zuchwil Regio in dieser Saison sein. Der Amateurmeistertitel ist das angestrebte.

Erfolg ist zwingend

Ein Blick auf die Transfers zeigt, dass man die Abgänge nominell mehr als kompensieren konnte. Mit Kaj Leuenberger steht neu sogar ein 22-facher NLA-Spieler in Reihen des EHC Biel im Kader. Um die physischen Anforderungen während der Saison nicht überzustrapazieren, planen die Solothurner die Saison mit vier Linien und schnellen Wechseln durchzuziehen. Also auch vom taktischen her ein Challenge für Amateure.

Wie die Rechnung aufgeht, wird sich ein erstes Mal am Samstag (17.30) in Burgdorf zeigen, wenn sich die Playoff-Finalisten der letzten Saison vis-à-vis stehen. «Sicher ein besonderes Spiel für uns», gibt Weibel zu.

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