1. Liga Eishockey
Zuchwil Regio: Mit «halber Kraft» zu einem starken Punkt

Trotz einer nahezu halben kranken und verletzten Mannschaft trotzt Zuchwil Regio dem EHC Thun und holt im Schlussdrittel noch einen 0:3-Rückstand auf. Letztlich gewinnen die Gäste das Penaltyschiessen.

Michael Schenk
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Captain Marco Müller: «Letztlich muss man sagen, haben wir den Sieg verschenkt.»

Captain Marco Müller: «Letztlich muss man sagen, haben wir den Sieg verschenkt.»

Michael Schenk

Es hätte der «Gamewinner» werden können, wenn Messerli den Puck fünf Minuten vor Schluss im Kasten von Thun Goalie Küenzi versenkt hätte. Aber eben: Hätte meine Grossmutter einen Auspuff wäre sie ein Ferrari ... Solo und mit reichlich Zeit kam der Zuchwil-Stürmer auf den Oberländer Keeper zu. Doch – fast symptomatisch für den Abend – liess Messerli die Chance aus. Dabei wäre der Sieg für die Gastgeber nicht gestohlen gewesen.

Mit einer bemerkenswerten Aufholjagd hatten die Solothurner kurz zuvor einen scheinbar vorentscheidenden 0:3-Rückstand wettgemacht. «Thun begann konsequenter und wir sündigten im Abschluss», hielt Zuchwi-Stürmer Marco Müller. Im ersten und zweiten Drttel erarbeiteten sich die Zuchwiler dann zwar immer wieder beste Chancen; die Tore frellich erzielten weiterhin die Gäste. Nach dem 0:1 durch Schlapbach elf Sekunden vor Ende des Startdrittels waren es Rossel und Bärtschi, die bis bis zur 44. Minute auf 0:3 erhöhten. Die erste Niederlage für «Zuchu» nach davor drei Siegen «en suite» chien Tatsache zu werden.

Prompt reagiert

27 Sekunden nach dem dritten Thuner Treffer gelang den Hausherren jedoch im ersten Angriff das 1:3. «Das war wichtig und hat unseren Aufschwung eingeleitet», so Müller. Effektiv schien dieser Treffer in den Reihen den arg dezimierten Gastgebern wie eine Vitaminpille einzufahren. Kopf, Arme und Beine wirbelten wieder fixer als zuvor. So war es nicht erstaunlich, dass Bättig nach einem Bully das 2:3 gelang.

Die Thuner hingen jetzt ziemlich groggy in den Seilen. Zuchwil, das auf eine nahezu halbe Mannschaft – inklusive Goalie Sandro Zaugg und Topskorer Fabian Steiner – verzichten mussten, spielte so quasi Dauer-Powerplay. In einem effektiven Überzahlspiel war es dann Born, der das verdiente 3:3 markierte. Innerhalb von 9 Minuten und 9 Sekunden hatten die Gastgeber somit zum 3:3 ausgeglichen. «Als Thun nachliess konnten wir sehr gut nachsetzen und die Situation zu unseren Gunten nutzen», hiel Müller fest. Dies führte dazu, dass Zuchwil das Spiel letztlich bestimmte.

Immer anders

Der Siegtreffer freilich blieb Zuchwil Regio versagt. Letztlich musste so das Penaltyschiessen entscheiden. Mit dem 14. «Freischuss» sicherte sich Thun schliesslich den zweiten Punkt. «Letztlich muss man sagen, haben wir den Sieg verschenkt», hielt Captain Marco Müller fest.

In der Tat... Und wie schwierig ist es, ständig mit anderen Formationen zu spielen, weil die Hälfte des Teams krank oder verletzt ist? Müller: «Optimal ist es nicht; aber letztlich wissen wir, wie man spielt und wie wir spielen wollen. Insofern klappt es ganz gut.» Wer alles im nächsten Spiel am Mittwoch das Zuchwil-Dress tragen wird, steht demnach noch nicht wirklich fest. Fest steht allein, dass der Gegner dann Lyss heisst. «Da haben wir noch eine Rechnung offen», sagt Müller und spricht damit die 3:6-Heimpleite im Hinspiel an.