Wenn das kein Rohrkrepierer wird, dann wird Weihnachten bald im Juni gefeiert. Die Rede ist von der neuen Swiss Regio League SRL, die auf die Saison 2017/18 hin geschaffen wird. Je vier 1.-Liga-Teams aus den drei Regionen Zentral-, Ost- und Westschweiz werden dann die SRL – quasi die Nationalliga C – bilden. Interessierte Teams konnten sich bewerben. Sportliche Auflage ist in dieser Saison allein das Erreichen der Playoffs.

Die vier Besten pro Gruppe kommen dann zum Zug, egal, ob da noch welche dazwischen sind, die nicht nach «Höherem» streben. So wie der EHC Zuchwil Regio etwa. «Unser Ziel ist es, den Playoff-Viertelfinal zu überstehen. Alles was danach kommt, nehmen wir sehr gern mit», sagt Sportchef und Präsident Walter Ulrich. In diesem ersten Playoff-Viertelfinal empfangen die Wasserämter heute um 20.15 Uhr mit guten Chancen den künftigen SRL-Klub Basel.

Eine Million im Minimum

Die Swiss Regio League ist für Ulrich «kein Thema». Der pensionierte Garagier aus Lohn-Ammannsegg ist schon lange im Geschäft und hat derlei schon sehr viel kommen und gehen sehen. Diese SRL hat es ihm nie angetan: «Nein, das kommt für uns nicht infrage.» Ulrich verweist einerseits auf den finanziellen, andererseits auf den sportlichen Aspekt. Für ihn und Zuchwil soll es nächste Saison, egal wie weit es in den Playoffs geht, als Spitzenklub in der regionalen 1. Liga, weitergehen. Teams wie Zunzgen, Reinach oder Rheinfelden haben unter anderem Interesse bekundet, die frei werdenden Plätze in der Zentralschweizer 1.-Liga-Gruppe allenfalls zu übernehmen. «Wichtig ist», sagt Ulrich, «dass wir weiterhin eine sportlich interessante, regionale 1. Liga haben».

«Eine Million Budget ist das Minimum, um in der SRL mitzuspielen», rechnet Ulrich vor. In der SRL sind 100-Prozent-Arbeitspensen für die Spieler nicht mehr möglich. Eine Million Franken, das ist im Fall des EHC Zuchwil Regio gut 30 Prozent mehr, als derzeit in der regionalen 1. Liga. Freilich werde es in der SRL Teams geben, die mit drei oder vier Millionen operieren können, weil da ein Mäzen oder starker Partnerverein zugegen sei. Es drohe also ein krasses Leistungsgefälle. Auf der anderen Seite bringe ein Seewen, Oberthurgau oder Sion-Nendaz in der Region keinen einzigen, zahlenden Zuschauer mehr. «Ganz im Gegenteil. Die Derbys, die fallen in der SRL weitgehend weg.» Wenn da irgendwer aus dem «Judihui» anreist, dann lockt das niemanden an einen 1.-Liga-Match.

Lieber «ds Bipperlisi»

Hintergrund der Swiss Regio League SRL ist es Talenten, die nach der Elitejunioren-Zeit den Sprung in die Nationalliga nicht schaffen, eine weitere nationale Liga zur Entfaltung zu bieten. Allein, die 1. Liga ist schon heute auf einem Level, der diesem Ansinnen häufig gerecht wird. Die Qualität ist zuletzt massiv gestiegen. Überall sind die 1.-Liga-Teams gespickt mit ex NLA- und NLB-Cracks; und zwar solchen, die noch ohne dritte Zähne und Rollator unterwegs sind. Spieler also, die noch prima im Saft sind und entsprechend für Rabatz sorgen können.

Kommt hinzu, dass der Schweizer Markt gar nicht so viele nationalligataugliche Spieler hergibt. Die Schweiz ist nicht Finnland, Schweden oder Tschechien, wo 30, 40 Jungs von ähnlicher Klasse um einen NLA-Platz kämpfen. In der Schweiz schafft es jeder «sehr gute» Junior in die Nationalliga, und die nur «guten» müssen auch in der regionalen 1. Liga beissen, um eine tragende Rolle zu spielen. Nun, früher wäre Walter Ulrich mit seinem EHC Zuchwil Regio vielleicht auch voller Elan auf den SRL-Zug aufgesprungen. Heute nimmt er lieber weiter «ds Bipperlisi» – und dürfte sehr gut damit fahren.