Eishockey
Zuchwil Regio kämpft mit den Bürden des Tabellenführers

Zuchwil Regio besiegt in der 1. Liga die Argovia Stars im Heimspiel mit 7:5. Trotzdem war man auf Seiten von «Zuchu» mit der Leistung nicht zufrieden. Vor allem die fünf Gegentore entsprechen den Vorstellungen Zuchwils nicht.

Fabian Kleeb
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Die Zuchwiler mit Marco Müller (l.) und Christian Reber zittern sich gegen die Argovia Stars zum Sieg.Bieri

Die Zuchwiler mit Marco Müller (l.) und Christian Reber zittern sich gegen die Argovia Stars zum Sieg.Bieri

Marcel Bieri

Eine zerbrochene Plexiglas-Scheibe sorgte dafür, dass die 1.-Liga-Partie zwischen Zuchwil Regio und den Argovia Stars eine Viertelstunde später als geplant angepfiffen wurde. Doch das Warten lohnte sich für die Zuschauer allemal. Die beiden Mannschaften boten ein Spiel mit grossem Unterhaltungswert. Zuerst mussten sie sich aber noch etwas gedulden, die ersten zehn Minuten kamen einem Abtasten gleich. Dann schien das Spiel wie erwartet von den Einheimischen kontrolliert zu werden. 2:0 nach Drittel Nr. 1, aus Sicht von Zuchwil lief alles nach Plan.

Kurzes «Katz und Maus»-Spiel

Gäste-Coach Daniel Meier hatte in der Pause dann aber die richtigen Worte gefunden. Neu mit der nötigen Aggressivität ausgestattet, erzielten die Stars den Anschlusstreffer. Mit diesem Tor begann das Spiel «Katz und Maus». Zuerst stellte Reber wieder auf 3:1, im Gegenzug markierte Frei den zweiten Treffer der Aargauer. Doch das wars dann auch schon mit dem spannenden Hin und Her. Bis zur zweiten Drittelspause netzten die Zuchwiler drei weitere Male ein und Goalie Lüthi hielt währenddessen hinten dicht. Ein 6:2 nach 40 Minuten für den erst von Burgdorf bezwungenen Leader, die Entscheidung in diesem Match schien gefallen zu sein.

Dem Leader ein Bein stellen

Doch wer dies als Entscheidung einstufte, vergass den unglaublich starken Charakter der Stars zu berücksichtigen. «Gegen uns, den aktuellen Tabellenersten, ist jedes Team extrem motiviert», sagt Max Weibel, Assistenztrainer von «Zuchu». Diese gegnerische Motivation bekamen die Gastgeber im letzten Abschnitt in aller Härte zu spüren. Mit dem Treffer zum 7:3 in der 48. Minute schien die Frage, ob sich die Argovia Stars für die 3:10-Heimpleite im Hinspiel revanchierten könnten oder nicht, zwar endgültig geklärt. Doch die mitgereisten Aarauer Fans spornten ihr Team noch einmal zu einem Effort an. Innert zwei Minuten kamen die Stars auf 5:7 heran. Und noch blieben zehn Minuten zu spielen.

Zuchwil im Glück

Von da an verteidigte Zuchwil jedoch souverän und liess defensiv nichts mehr anbrennen. Ein Quäntchen Glück war allerdings auch mit dabei. Denn die Argovia Stars haderten nicht ganz zu Unrecht mit einigen Entscheiden des Schiedsrichters. Hätte ein Akteur von Zuchwil in der Schlussphase auf die Strafbank gemusst, wer weiss, was in dieser Partie noch alles möglich gewesen wäre.

«Mit dem heutigen Auftritt können wir eigentlich überhaupt nicht zufrieden sein», erklärt Weibel nach dem Spiel. Was war passiert? Die Solothurner holten doch die drei Punkte und markierten dabei erst noch stolze sieben Treffer. Grund zur Unzufriedenheit gaben die unnötigen Gegentreffer. «Wir hielten die Scheibe viel zu lange und beförderten sie ab und zu unerklärlicherweise sogar vor das eigene Tor», analysierte die rechte Hand von Coach Woschakow.

Harte Arbeit wartet auf das Team

Nur deshalb kam es dazu, dass «Zuchu» trotz zwischenzeitlichem Viertorevorsprung seiner Sache bis zur Schlusssirene nicht sicher sein konnte. Die Argovia Stars bewiesen ihrerseits zwar tollen Charakter und zeigten eine ansprechende Leistung. Dennoch muss sich Zuchwil Regio vor allem an der eigenen Nase nehmen. Nun gilt es, hart zu arbeiten, damit man in den nächsten Partien mit den Bürden des Leaders besser zurecht kommt.