Eishockey
Zuchwil Regio ist gut, aber längst nicht gut genug

Für den 1.-Liga-Qualifikationssieger Zuchwil Regio geht die Saison mit der heute beginnenden Masterround erst richtig los. Baustellen ortet Assistenzcoach Max Weibel im Hinblick auf die Playoffs vorab punkto Effizienz und Disziplin.

Michael Schenk
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Trainer Wotschakow (im Bild) und sein Assistent Weibel sind in der Masterround gefordert.

Trainer Wotschakow (im Bild) und sein Assistent Weibel sind in der Masterround gefordert.

ZVG

Es ist das Los der Starken, dass man ihnen im Versuch zu bestehen viel öfter provokativ unfair auf die Finger haut, als den Schwächeren. So ist der EHC Zuchwil Regio nach den zwanzig 1.-Liga-Qualifikationsrunden nicht nur Spitze, was die gewonnen Punkt anbelangt, sondern auch hinsichtlich der Strafen. «Daran müssen wir während der Masterround gewaltig arbeiten», sagt Assistenzcoach Max Weibel leicht enerviert.

Der Compagnon von Juri Wotschakow betrachtet die acht kommenden Spiele ganz klar als «Vorbereitung auf die Playoffs.» Darum gebe es auch keinen einzigen Grund, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. Ganz abgesehen davon, dass Präsident Walter Ulrich Niederlagen hasst wie die Pest und es dem Patron ganz schön den Deckel «lüpfen» kann, wenn es denn trotzdem passiert. Während der Quali musste sich der Chef freilich nur drei Mal ärgern. «Drei Mal zu viel», wie er sagt.

Nur linksbeinig geht nicht mehr

«Ich und Juri Wotschakow waren mit den wenigsten Spielen der Qualifikation wirklich zufrieden», sagt Max Weibel. Die Mannschaft habe durch die talentierten Jungen und die bestandenen Routiniers ein Potenzial, das es «nie und nimmer restlos ausgeschöpft hat», so Weibel. Jetzt indes sei die Zeit da, beide Beine unter die Arme zu nehmen. «In der Masterround gibt es nur noch schwere Gegner – auf einem Bein ist nichts mehr zu holen», so Weibel.

Darum gilt es Coolness zu bewahren; denn die Provokationen werden künftig definitiv nicht weniger werden. Wie sagen die Russen so schön: «Nur einen toten Esel tritt man nicht.» Und die Konkurrenz weiss genau, wie man die Schüsselspieler der Zuchwiler necken und provozieren und gegebenenfalls via Strafbank aus dem Spiel nehmen kann. «Das kostet keinen einzigen Schweisstropfen, sich diesbezüglich zu verbessern», sagt Weibel. «Das hat allein mit dem Kopf zu tun.»

Schnörkellos ist gefragt

Eine andere Baustelle ist die Effizienz. Weibel: «Es kann nicht sein, dass wir wie etwa bei der 1:4-Niederlage in Adelboden das Spiel dominieren, 47 Schüsse aufs gegnerische Tor haben und nur ein Törchen erzielen.» Diesbezüglich sieht das Duo Wotschakow/Weibel seine Akteure noch oft zu verspielt. Jetzt sei aber Schluss mit den Ost-West-Pässen «à gogo» im Angriffsdrittel tönt es aus dem Sportzentrum zu Zuchwil.

Geradlinig den Weg Richtung gegnerisches Tor und genau so schnörkellos den Abschluss suchen heisst die Parole. Denn eines ist klar – in Zuchwil möchte man auch noch im April Eishockey spielen. «Wir hätten dann noch ein bisschen Eis im Sportzentrum», sagt Präsident Ulrich. Am 29. März beginnt der Kampf um den Amateur-Schweizermeistertitel.