Die letzte Affiche vor Weihnachten stellte auch gleich wieder die erste dar. Das ewige Erzrivalen-Derby der 1. Liga zwischen Zuchwil und Lyss verspricht immer Spektakel, sei es spielerisch, kämpferisch oder einfach nur mit Härte. Für Zuchwil Regio ist die Masterround einerseits Vorbereitung auf die Playoffs, andererseits aber auch eine Bestätigungstour der starken Qualifikation. Die Mannen von Trainer Stefan Gerber mussten sich beweisen, denn nur so haben sie die Möglichkeit, ihren zweiten Platz zu konservieren und ein frühes Aufeinandertreffen mit Topfavorit Huttwil in den Playoffs zu verhindern.

Die beiden Duelle in der Qualifikation gewannen beide die Gastgeber. Doch diesmal gelang der Start ins Eishockeyjahr 2011 den Lyssern besser. Nach 46 Sekunden musste sich Zuchwils Torhüter Ackermann erstmals bezwingen lassen, Jöhl traf für die Gäste. Danach war der Startabschnitt von etlichen harten Checks geprägt. Vor allem die Gastgeber überraschten mit ihrer harten Gangart und machten sämtliche Aktionen fertig. Allzu viele Tormöglichkeiten gab es nicht, und so blieb es beim knappen Vorsprung der Lysser.

Nach der ersten Pause machte sich bei Zuchwil bereits erste Müdigkeit breit. Vor allem die Tatsache, dass Zuchwil wegen Verletzungen nur mit vier Verteidigern – Maliceks Comeback endete nach ein paar Einsätzen – antrat, machte der Mannschaft sichtlich zu schaffen. Innert sieben Minuten erhöhte Lyss von 0:1 auf 0:4. Dabei trat vor allem der erste Block der Gäste mit Lüthi, Pfeiffer und Eicher immer wieder gefährlich in Aktion. Die Lysser nutzten in dieser Phase mit Tempogegenstössen die ihnen gebotenen Konter gnadenlos aus. Sie waren cleverer, taktisch besser postiert und vor dem Gehäuse effizient. Die Partie war nach diesen Treffern entschieden, denn von Zuchwil kam wenig Durchschlagskraft. Es wurde deutlich, dass ohne Verstärkungsspieler aus Langenthal und Biel die Kaderdecke schlicht zu dünn ist.

Hoffen auf Verstärkung

Im dritten Drittel passierte wenig, Lyss holte die drei Punkte sicher und gewann schliesslich mit 5:0. Zuchwil- Trainer Stefan Gerber war nach der Partie enttäuscht: «Heute lief einfach gar nichts, ein klassischer Fehlstart. Es ist natürlich sehr schwierig, mit nur drei gelernten Verteidigern zu agieren, aber auch in der Offensive boten wir klar zu wenig.»

In einer Woche geht es für Zuchwil in Aarau weiter, da erwartet Gerber wieder mehr: «Das Team ist gewachsen, wir wissen, was wir können.» In der Personaldecke hat Zuchwil jedoch noch Hausaufgaben, man wird sicher versuchen, die beiden Langenthaler Kühni und Reber für die kommenden Partien zu gewinnen. «Ja, andere Optionen gibt es nicht», so Gerber.