Zuchwils Assistenz-Trainer Max Weibel schüttelte nur noch den Kopf. «Unglaublich», sagt er. Was ironisch klingt, ist Weibels voller Ernst: «Wir stellen uns in zu vielen Situationen derart ungeschickt und dumm an. Das müssen wir schleunigst abstellen.»

Dabei verweist Weibel immer wieder auf die drei Tore der Argovia Stars – die zum Teil in doppelter Unterzahl eingefangen wurden. «Irgendwann werden wir dafür bestraft», fügt er an.

Jammern auf hohem Niveau

Es ist ein Jammern auf hohem Niveau. Vor allem punkto Effizienz und Unberechenbarkeit waren die Zuchwiler eine Klasse für sich. Die zehn Tore wurden von acht verschiedenen Spielern erzielt. «Diesbezüglich kann ich zufrieden sein», gesteht Weibel.

Eigentlich genügen wenige Szenen, um die gesamten 60 Minuten zusammenzufassen. Der Favorit startete in Aarau nach Wunsch – und ging in der 3. Minute durch Christen in Front. Zuchwil Regio powerte weiter, doch verpasste es, in der Startphase für die Vorentscheidung zu sorgen. Stattdessen kam der Gastgeber besser ins Spiel und glich in der 11. Minute aus. Nicht unverdient. Von Dach sicherte dem Team in der 19. Minute doch noch den 2:1-Vorsprung nach dem Startdrittel.

Mitteldrittel entscheidet

Danach kam es zum Schaulaufen. Innert dreier Minuten netzten die Solothurner drei Mal ein – 5:1. Die Sache war gelaufen. Vom Schock konnten sich die Aargauer nie mehr erholen, die Treffer zum 2:6 und 3:6 waren nicht mehr als ein Strohfeuer. Trotzdem deckten diese Tore die (wenigen) Schwächen der Zuchwiler auf. «Wir dürfen uns nicht mehr so viele Strafen einhandeln», warnt Weibel. Gegen die Argovia Stars waren es zwar «nur» fünf – dafür oft zur selben Zeit.

Drei Tore in drei Minuten

Die zweite Demonstration zeigten die Zuchwiler im Schlussdrittel. Wiederum reichten drei Minuten, um aus einem 6:3 ein 9:3 zu machen. Beeindruckend. Am Ende geht der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung – aber ebenfalls die Aargauer hatten genug Chancen, um mehr als drei Tore zu schiessen.

Die Schlussminuten im Video

Die Schlussminuten im Video

Derzeit geht die Rechnung (noch) auf. Zuchwil dominiert die Liga, hat bisher alle drei Spiele gewonnen. «Wir sind die Gejagten. Gegen uns ist jedes Team extra motiviert», weiss Weibel. Deswegen hält man bei «Zuchu» den Ball flach, stapelt tief. Die Siege werden nicht überbewertet, sondern kritisch analysiert. Dabei gilt das Auswärtsspiel gegen die Argovia Stars als Paradebeispiel. Am Ende spielt die Höhe des Sieges keine Rolle – sondern die Art und Weise, wie er zustande kam.