Eishockey
Zuchwil jubelt nach Überstunden

Fabian Steiner und Matthias Von Dach richteten den Finaleinzug für Zuchwil Regio mit ihren verwandelten Penalties. Eine enge Halbfinalserie gegen Wiki-Münsingen ging erst nach längstmöglicher Zusatzschlaufe zu Ende.

Pius Rüegger
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Matthias von Dach versenkte den entscheidenden Penalty. Schläfli

Matthias von Dach versenkte den entscheidenden Penalty. Schläfli

Zwölf Minuten nach 23 Uhr konnten die Zuchwiler aufschnaufen. Zuvor herrschte drei Stunden Anspannung pur im Zuchwiler Sportzentrum. «Unsere Moral ist gut, ich bin zuversichtlich, aber die Chancen stehen 50:50», sagte Regio-Trainer Stefan Gerber vor dem Spiel. Er unternahm einiges, um diese fünfzig Prozent in ein 50 plus umzuwandeln. Wieder erhielt Matthias Rust das Vertrauen im Tor. In Spiel 4 kam der 22-Jährige in der 14. Minute für Beat Ackermann aufs Eis. «Rust war unbelasteter, weil er zu weniger Einsätzen kam», erklärte Gerber. Zudem stellte er seine Formationen um. Auch auf psychologischer Ebene griff er in die Trickkiste. «Ich arbeitete mit dem Radio, damit sie mal eine andere als immer nur meine Stimme hörten», sagte Gerber geheimnisvoll. Am Ende gingen seine Überlegungen auf. «Jedes Mosaiksteinchen musste stimmen», sagte der Zuchwiler Trainingsleiter stolz.

35 Minuten bis zum ersten Tor

Bis seine Vorstellungen fruchteten, mussten nochmals 80 harte Spielminuten durchgestanden werden. Das erste Drittel war arm an Höhepunkten. Kein Team wagte sich aus dem Schneckenhaus und wollte seine Strategie verraten. Der Respekt vor dem Gegner und einer frühzeitigen Entscheidung hemmte jeglichen Spielfluss. Erst nachdem Stefan Wüthrich und Marco Müller Wiki im Übergang vom ersten zum zweiten Drittel eine doppelte Überzahl bescherten, fassten sich die Berner ein Herz. Obwohl sie einen Zacken zulegten, mussten die Gäste bis zur 35. Minute warten, bis sie das Skore durch Kevin Marolf eröffnen konnten.

Dieses Tor schürte 79 Sekunden später an der Bande zwischen den Spielbänken erstmals Emotionen und entsprechende Strafen – acht Minuten gegen Zuchwil, sechs Minuten gegen Wiki wegen übertriebener Härte. 55 Sekunden später erhöhte Roland Käser auf 2:0. Die Wasserämter liessen sich nicht aus dem Konzept bringen. 28 Sekunden vor Drittelsende verkürzte Marco Pistolato in Überzahl.

Zuchwils Nervenstärke

Die neu gewonnene Energie nahmen die Solothurner ins dritte Drittel mit: Nach nur 25 Sekunden glich Fabian Steiner aus. Kein Team vermochte sich danach durch- bzw. abzusetzen. Mit ihren unterschiedlichen Spielsystemen neutralisierten sie sich. Auch die Overtime brachte keine Entscheidung. Es brauchte ein Penaltyschiessen mit zehn Schützen, indem sich die Zuchwiler effizienter und nervenstärker erwiesen.

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