Eshockey 1. Liga

Zuchwil holt sich gegen Bellinzona immerhin noch den Zusatzpunkt

Am Schluss gab es «nur» zwei Punkte für Zuchwil.

Am Schluss gab es «nur» zwei Punkte für Zuchwil.

Weniger als fünf Minuten vor Schluss, als das 3:1 fiel, schien Zuchwil Regio die Partie gegen Bellinzona im Sack zu haben. Doch dann kam es doch noch zur Verlängerung.

So etwas ereignet sich nicht alle Tage: Wenn eine Eishockeymannschaf vier Minuten und 45 Sekunden vor Schluss 3:1 in Führung geht, ist die Chance, dass sie das Spiel gewinnt, in der Regel sehr hoch. Im Fall des EHC Zuchwil Regio gegen die Giovani Discatori Turrita GDT Bellinzona war dies jedoch nur bedingt der Fall.

Routiner und Captain Marco Müller war es, der zu erwähntem Zeitpunkt für den Zweitore-Vorsprung sorgte und damit den vermeintlichen «Gamewinner» im Gäste-Tor deponierte. Doch gegen die aufsässigen Tessiner, die heuer nach Höherem streben und nächste Saison in die neue Swiss Regio League aufsteigen wollen, steckten nicht auf.

Hartnäckig wie ein böses Gerücht suchte die Truppe des einst als Spieler kurz bei Ambri in der NLA engagierten Nicola Pini den Ausgleich. Und die Squadra Ticinesi fand ihn tatsächlich... Nicht im Team-Room und nicht in der Garderobe, sondern effektiv auf dem Eis. Dies sehr zum Ärger der Solothurner.

Futsch in 47 Sekunden

1 Minute und 47 Sekunden vor dem Ende gelang dem früheren Ambri-Junior Karim Gianella der Anschlusstreffer zum 2:3. Und 30 Sekunden vor Schluss schlug es erneut im Kasten von Zuchu-Goalie Sandro Zaugg ein. Der Zweitore-Vorsprung war ergo 30 Sekunden vor Schluss verspielt - Ende, aus, futsch. Und dies innerhalb von 47 Sekunden.

Das Tor zum 3:3 erzielte Joel Scheidegger, ein Partnerteam-Spieler der Ticino Rockets aus der NLB. Die Rockets grüssen derzeit indes vom Tabellenende. Zurück im Sportzentrum Zuchwil konnte man nun nur befürchten, dass sich die Solothurner nach ihrem grosszügigen Gastgeschenk und, gütig wie sie sind, auf den zweiten Advent hin nun in der Verlängerung auch noch den Zusatzpunkt nehmen lassen würden. Doch dem war nicht so.

Erweckt ob dem vergeigten Sieg waren die Gäste in der Overtime parat und durften jubilieren. Gregory Felder war es, der nach 158 Sekunden der Extra-Schicht den erlösenden vierten Treffer für die Zuchwiler markierte. Immerhin: Mit diesem zweiten Punkt gingen die Einheimischen doch noch als Sieger vom Eis.

Zu Gast beim Leader

Es war dies der dritte Sieg in Serie für die Truppe von Coach Manfred Reinhard. Öfter haben die Wasserämter heuer noch nie «en suite» gewonnen. Ein Sieg gleichbedeutend mit dem 30. Punkt, der wiederum den EHC Zuchwil Regio in der Tabelle auf den vierten Zwischenrang hievt. Ehe nun für Zuchu ab Samstag die punkto Playoff «Ja oder Nein» entscheidende Phase mit vier Heimspielen in Serie beginnt, wartet am Mittwoch in Hasle-Rüegsau (19.45 Uhr) noch Leader Brandis.

Die von SCB-Legende Andreas Beutler gecoachten Berner hatten zuletzt eine eher durchzogene Phase. Vor dem glänzenden 8:3-Auswärtssieg am Wochenende gegen Lyss zeigte sich Brandis gegen Thun und Unterseen-Interlaken ziemlich matt und ging jeweils als Verlierer vom Eis. Der EHC Zuchwil Regio hat also durchaus eine reelle Chance, in der Höhle des Löwen zu gewinnen und sich so die gewinnende Moralspritze auf die erwähnte, vorweihnachtliche Heimspiel-Serie abzuholen. Freilich bedarf es dazu 60, und nicht nur 55 konzentrierter Minuten.

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