Partien gegen Lyss sind für Zuchwil immer speziell und beinhalten immer das gewisse Etwas. Doch zu Beginn der jüngsten Auflage war davon überhaupt nichts zu sehen. Die Seeländer versteckten sich und waren nicht auf der Höhe. Es schien, als hätte Lyss fast ein wenig Ehrfurcht vor Zuchwil. Der Leader wusste dies zu nutzen und zog dank Treffern von Stalder und Gfeller auf 2:0 davon.

Doch in der Folge wendete sich das Blatt schlagartig. Plötzlich war auch der SC Lyss da. Die Berner boten nun das, was man von ihnen erwartet hatte: die Mittel, um Zuchwil zu schlagen. Die heissen, in der aktuellen Saison sehr ausgeprägt, Provokation und Härte. Die Wirkung liess nicht lange auf sich warten. Bis zur ersten Pause glich das Team von Ex-Zuchwil-Meistercoach Andreas Beutler zum 2:2 aus, Pfeiffer und Jöhl trafen.

Disziplin als grosses Manko

Der Mittelabschnitt war geprägt von vielen Diskussionen und harten Szenen. Hiebe und Stockschläge standen nun auf dem Programm. Die Gäste hatten das erreicht, was sie wollten, sie provozierten Zuchwil und brachten den Favoriten so aus der Bahn - sie hatten ihrem Rivalen den Schneid abgekauft. Die erstmalige Führung war die Folge: Steinegger, ebenfalls ein Ex-Zuchwiler, schoss nach einer Druckperiode das 3:2 aus Sicht der Gäste.

Im dritten Abschnitt ging es weiter wie zuvor. Zuchwil war ausser Rand und Band. Am Schluss resultierten für das Woschakow-Team 51 Strafminuten. Zum Eklat brachte es Malicek, als er nicht mehr zu halten war und gleich zwei Lysser verdrosch. Dafür kassierte der Zuchwiler Verteidiger eine Matchstrafe.

Letztere war allerdings für das Team keine grosse Hypothek angesichts von total 13 Zwei-Minuten-Strafen, mit denen sich schwer gewinnen lässt. Nicolas Lüthi schoss Lyss in der 47. Minute zum Sieg. Müllers Anschlusstreffer kurz vor Schluss änderte nichts mehr am Spielausgang.

Nicht zum ersten Mal gehts rund

Der Coaching-Staff, der seit zu Beginn der Meisterschaft Disziplin predigt, muss diese der Mannschaft wohl mit härteren Mitteln eintrichtern. Bereits am vergangenen Dienstag in Thun hatten Akteure beider Teams einander auf der Bank attackiert. Und auch zuvor gegen Belp kam es zu Handgreiflichkeiten.

Sollte Zuchwil dies nicht bald in den Griff bekommen, wird es zukünftig vermehrt an kampfstarken Mannschaften zerbrechen. Aber das Duo Woschakow/Weibel hat noch genügend Zeit, seine Vorstellungen durchzusetzen. Auf die Zuchwiler wartet am Mittwoch mit der Reise nach Matten zu Unterseen-Interlaken eine weitere schwierige Aufgabe: Es ist ein Team, das auch provozieren kann.