Radsport
Zu wenig Anmeldungen: Solothurner Etappenrennen fällt aus

Die Solothurner 4-Tage-Tour hat kein Glück mit dem neuen Termin. Das Etappenrennen musste abgesagt werden. Zu wenige Teilnehmern hatten sich angemeldet.

Monique Iseli
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Die Fahrer müssen in diesem Jahr auf die Solothurner 4-Tage-Tour verzichten.

Die Fahrer müssen in diesem Jahr auf die Solothurner 4-Tage-Tour verzichten.

Maddalena Tomazzoli Huber

Wäre alles nach Plan gelaufen, würde das Solothurner Etappenrennen bereits auf Hochtouren laufen. Die vom SRB Solothurn organisierte 4-TageTour wurde dieses Jahr aus Rücksicht auf den Rennkalender rund einen Monat später ausgeschrieben als bisher. Und dennoch erweist sich der Zeitpunkt als ungünstig. Rennleiter Dirk Scheding zumindest sieht darin einen der Gründe, weshalb heuer kaum Anmeldungen eintrafen. Viele Radfahrer befinden sich im Moment in einer Ruhepause», erklärt er.

Am vorletzten Wochenende ist ein Grossteil der Radsportler mit der Schweizer Meisterschaft in Cham-Hagendorn an seinem Saisonhöhepunkt angelangt. «Der Formaufbau ist für diejenigen nun beendet.» Auch die anstrengende Radstrecke am Gigathlon vom letzten Wochenende habe die Teilnehmer möglicherweise dazu bewegt, sich nicht drei Tage später wieder auf den Sattel zu schwingen. Ausserdem sind für einige Radsportler auch schon die Ferien angebrochen.

In Schedings Augen kann der ungünstige Zeitpunkt aber nicht das Einzige sein, was die ausbleibenden Anmeldungen begründet. «Ganz offensichtlich verliert der Anlass auch an Interesse», gesteht er sich ein. «Schliesslich haben alle gewusst, wann die 4-Tage-Tour stattfindet.» Der Anlass stehe schon lange im Rennkalender, man habe darauf geachtet, ihn nicht zu kurzfristig anzusetzen.

Der Nachwuchs stirbt aus

Auch Stephan Kainersdorfer, Präsident des Kantonalverbandes Solothurn, ist der Meinung, dass die Fahrer dem kantonalen Rennen nicht aufgrund des Datums fernbleiben. «Letztes Jahr hatten wir auch schon einen beträchtlichen Rückgang der Teilnehmerzahl», erinnert er sich. «Wir können im Moment lediglich Vermutungen anstellen, weshalb die Tendenz in diese Richtung geht.»

Das grösste Problem, soviel kann Kainersdorfer schon sagen, fände sich aber im Nachwuchsbereich. «Nicht nur im Kanton Solothurn, sondern in der ganzen Schweiz gibt es immer weniger Nachwuchsfahrer», bedauert der SRB-Präsident. «Vielen Vereinen geht der Nachwuchs aus, und sobald die Fahrer im Elite-Alter sind, wechseln sie zu Sportclubs in grösseren Städten.» Kleinere Rennen würden ihnen dabei nicht mehr genügen, erzählt Kainersdorfer weiter.

Trotz allem optimistisch

Die Enttäuschung über das Ausbleiben der traditionellen 4-Tage-Tour ist Scheding und Kainersdorfer anzuhören. Schliesslich haben sie rund 80 bis 90 Teilnehmer erwartet, letztlich angemeldet haben sich zwölf. Sie wollen nun der Sache auf den Grund gehen und mit den Vereinen in persönlichen Gesprächen klären, weshalb sich niemand mehr für das Rennen interessiert hat.

Doch beide sind sich einig: Auf die Zukunft des Radsport-Kantons Solothurn hat das Ausbleiben der Tour keinen Einfluss. Der ebenfalls vom SRB organisiert Quer und Bike Cup beispielsweise erlebte letztes Jahr eine so gute Besetzung wie noch nie. Fürs nächste Jahr ist Scheding optimistisch: «Ich habe grosse Hoffnungen, dass wir die 4-Tage-Tour 2013 wieder durchführen können.»