Die Terminsuche mit der Familie Staubitzer gestaltete sich schwierig. Weder über Mittag, noch am Nachmittag oder frühen Abend sind alle drei Geschwister zu Hause in Inkwil vereint. Einzige Möglichkeit ist ab 20.30 Uhr. Dann sind sowohl Ian (8), als auch die zweieiigen Zwillinge Marco und Patrick (14) vom Training im Regionalen Leistungszentrum in Solothurn wieder daheim.

Sportler von morgen

Die Staubitzers, die künftigen Sportler von morgen

Bis zum Ende des Medientermins wird es für den achtjährigen Ian höchste Zeit, ins Bett zu gehen. Wirklich ausgeschlafen ist die Familie Staubitzer wohl selten. Denn nach dem späten Abendessen nach acht Uhr muss häufig auch noch für die Schule gelernt werden, Tagwache ist gleichwohl um sechs Uhr in der Früh.

Eishockey und Schwyzerörgeli

Neben dem gewöhnlichen Alltag besitzt die Familie mit dem Kunstturnen eine Leidenschaft, die bis zu 30 Stunden pro Wochen für sich beansprucht. Vier Stunden täglich trainieren die Nachwuchssportler vom Turnverein Inkwil. «Das Training beinhaltet Einwärmen, Technik- und Krafttraining, sowie Beweglichkeits-Übungen, deshalb die lange Dauer», klären die Geschwister auf. Ian besucht die zweite Klasse, die Zwillinge befinden sich im achten Schuljahr. Marco gehört der Talentförderklasse Solothurn an und kann deshalb zusätzlich zweimal morgens trainieren. Als Ausgleich zu diesen kräfteraubenden Einheiten spielen die Gebrüder an den Wochenenden von Zeit zu Zeit Eishockey.

Ian hat zudem ein musikalisches Hobby – er spielt Schwyzerörgeli. Marco und Patrick lancierten ihre Kunstturn-Karrieren im vergleichsweise hohen Alter von neuneinhalb Jahren. Zuvor nahmen sie an den Trainings der Geräte-Jugi teil. Dort war ihr Vater, der früher ebenfalls Kunstturner war, ihr Trainer. Ian stieg um einiges früher ins Kunstturnen ein, er war gerade einmal fünf Jahre alt. Folglich feierte der Achtjährige bisher auch die grössten Erfolge.

Er triumphierte unter anderem an den Mittelländischen Nachwuchsmeisterschaften. An zwei weiteren Veranstaltungen durfte er sich ebenfalls als Sieger feiern lassen. Marco gewann an den Junioren-SM am Barren den P5-Gerätefinal. Gemeinsam mit Bruder Patrick landete er ausserdem an den Mittelländischen Mannschaftsmeisterschaften auf dem zweiten Platz.

Besser sein als der grössere Bruder

Über ihre Ziele und Träume zu reden, fällt den Staubitzer-Brothers nicht leicht. Nach längerem Überlegen setzt sich Ian das Ziel, in die Nati zu kommen. Marco sagt: «Ich strebe eine Olympiateilnahme an.» Und bei Patrick erhält man die Qualifikation für einen Final an den Junioren-SM als Antwort. Der nicht ganz ernst zu nehmende Traum von Ian ist, einmal besser als sein grosser Bruder Patrick zu sein. Marco würde noch so gerne in einem Olympia-Final dabei sein und Patrick träumt von einem Schweizer-Meister-Titel.

Ihre zukünftigen Berufe betreffend haben die Gebrüder schon konkrete Vorstellungen. Patrick und Marco wollen den Weg zum Sportartikel-Verkäufer einschlagen, und gemeinsam ein eigenes Geschäft eröffnen. Ian könnte später natürlich ebenfalls einsteigen. Vielleicht kommen die Inkwiler zu dieser Zeit endlich zum «Znacht» vor Acht. Doch dafür müssen sie wohl zuerst ihre Kunstturn-Karrieren an den Nagel hängen. Und dies ist noch lange kein Thema, erst einmal werden sie zu dritt die Kunstturn-Szene so richtig rocken.