Fussball 2. Liga inter
Zehnminütige Nachspielzeit bricht Dulliken das Genick

Noch vor Wochenfrist gewann der FC Dulliken beim damaligen Tabellenführer Zofingen dank einem Lucky-Punch in der Nachspielzeit. Am Sonntag gaben die Dulliker bei der 1:2-Niederlage gegen Red Star ZH einen Punktgewinn spät aus den Händen.

Tobias Schalk
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Der FC Dulliken fiel gegen Red Star ZH erst in der ewigen Nachspielzeit.

Der FC Dulliken fiel gegen Red Star ZH erst in der ewigen Nachspielzeit.

Hans Peter Schläfli

Schier ewig dauerte die Nachspielzeit auf der Dulliker Ey. Ganze zehn Minuten gab Schiedsrichter Adrian Tschopp am Ende obendrauf. Der FCD, welcher bereits zuvor den einen Punkt in einer Abwehrschlacht über die Runden zu bringen versuchte, geriet in der ungestümen Schlussphase endgültig ins Wanken. So deutete sich an, dass sich die Niederämter die Butter noch vom Brot nehmen lassen sollten.

Erst vergab Gästeflügel Daniel Babic in der dritten Minute der Zusatzschlaufe den sicheren Matchwinner, bevor Joker Brian Bickel nach einem Freistoss auf der linken Seite, einem verkürztem Corner ähnelnd, keine Mühe hatte den Ball aus zentraler Position im Strafraum zum 2:1 für die Zürcher über die Linie zuschlagen. Zwar gab sich Dulliken noch nicht geschlagen und verzeichnete auch noch eine Eckballmöglichkeit, die aber ungenutzt verstrich, und so war es schliesslich Red Star, das jubelte.

Aufseiten der Platzherren herrschte derweil Trübsal. Mittelfeldmotor Nils Wernli suchte eine Erklärung für den Niedergang «in der fehlenden Konzentration». Bei einem stehenden Ball müsse man auch noch in einer späten Phase der Partie wach ein, bemängelte er die fehlende Deckung beim entscheidenden Gegengoal «Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt und hätten da unsere Überlegenheit in Tore ummünzen müssen. Danach bauten wir stark ab», resümierte der einmal mehr auffällige Dulliker Spielgestalter.

Mit Fortuna zur Führung, danach gerechtfertigt

Mit den verpassten Torgelegenheiten meinte er wohl auch sich selbst. Zweimal (31./63.) kam die Nummer 23 hinter der Strafraumgrenze zum Abschluss. Doch seine Flachschüsse zischten je einmal links und rechts am Torpfosten vorbei. Ansonsten gingen die Gelb-Schwarzen bei erstbester Gelegenheit in Führung. Red-Stars-Captain Jan Hartmann wurde im Strafraum von Stefan Bricas Hereingabe am Arm getroffen, was vom Schiedsrichter mit einem Penaltypfiff bestraft wurde – eine harte Entscheidung.

Dullikens Topscorer Semir Bisevac hatte in der Folge keine Mühe aus elf Metern das 1:0 zu bewerkstelligen. War die Führung zu diesem Zeitpunkt noch etwas glücklich, so verdiente sich der FCD diese daraufhin mit immer wieder sehenswerten Vorstössen und gelungenem Zusammenspiel in einem insgesamt äusserst animierten Spiel. Gegen Ende des ersten Abschnitts drückten die Zürcher immer stärker, doch mit einigem Glück überstanden die Gastgeber die erste Hälfte ohne Gegentreffer.

Glück hatten die Niederämter indes schon zu vor in Anspruch nehmen müssen. Nach einem Eckball parierte FCD-Torwart Leandro Russo erst bravurös musste aber abprallen lassen und warf sich mutig in der Folge ins Tohuwabohu vor seinem Kasten. Die Kugel landete in dieser Szene schliesslich im Tor, doch wegen eines Stürmerfouls von Red Star wurde der Treffer aberkannt (38.).

Mit dem von Wernli konstatiertem Abbauen in der zweiten Hälfte, war es nach dem Seitenwechsel nur eine Frage der Zeit bis zum Ausgleich. Mit dem insgesamt achten (!) Eckball in der 59. Minute egalisierte Red Star das Score durch Babic, der aus Kurzdistanz ungehindert zum Abschluss kam. Wie beim späteren Siegestor, liess Dulliken auch in dieser Situation die Zuordnung vermissen.

Engpass bei Goalies

Mehr schlecht als recht versuchte Dulliken in der Folge das Unentschieden über die Zeit zu retten. Dem FCD das Genick brechen sollte aber erst die zehnminütige Nachspielzeit. Etliche Verletzungsunterbrüche hatten diese nötig gemacht. Unter anderem wurde FCD-Torwart Leandro Russe im Laufe der Partie bereits zum zweiten Mal von einem Gegenspieler hart getroffen.

Zuerst versuchte er nach minutenlanger Pflege auf die Zähne zu beissen, doch mehr humpelnd als gehend musste er sich wenige Aktionen später dennoch auswechseln lassen. Neben den Verletzungen von Yannick Kühni und Rémy Meier droht den Dullikern damit der dritte Ausfall auf der Torhüterposition. Für Russo kam Manuel Meier in die Partie und machte damit sein Debüt für das Fanionteam.

Eine gewisse Nervosität konnte der Ersatzmann nicht kaschieren, doch beim Gegentor war ihm keine Schuld anzulasten. «Nach einem schwierigen Start sind wir nun auf Kurs. Vor einer Woche konnten wir der Nachspielzeit noch jubeln, jetzt war es anders rum», gab sich Nils Wernli zum Schluss doch noch versöhnlich.

Telegramm

Dulliken – Red Star ZH 1:2 (1:0)

Ey. – 175 Zuschauer. – SR: A. Tschopp. – Tore: 22. Bisevac (Penalty) 1:0. 59. Babic 1:1. 90. (+5) Bickel 1:2.

Dulliken: Russo (78. M. Meier); W. Corti, J. Kaufmann, Hubeli, Billwiller; Brica (56. Della Porta), Wernli, Fehlmann, Hasani; Zenuni; Bisevac (88. Huber).

Red Star ZH: Gasser; Benziar, Hartmann, Scherrer, Malzacher; Spasojevic; Babic (90. (+7) Ramseyer), Häcki, Fabricatore (90. (+8) Will), Reiffer; Durand (82. Bickel).

Bemerkungen: Verwarnungen: 21. Hartmann (Handspiel), 35. Wernli (Foul), 45. Hasani (Unsportlichkeit), 66. Durand (Foul), 77. Häcki (Foul), 90. (+7) Zenuni (Unsportlichkeit). – Cornerverhältnis 5:8.

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