FC Solothurn

Zaugg will Top-Platz bestätigen – als Sportchef statt als Trainer

Die Wege von FC-Solothurn-Sportchef «Bidu» Zaugg und Stürmer Garra Dembélé könnten sich bald trennen.

Die Wege von FC-Solothurn-Sportchef «Bidu» Zaugg und Stürmer Garra Dembélé könnten sich bald trennen.

Der FC Solothurn ist in die Saisonvorbereitung gestartet – mit sechs Abgängen, aber noch ohne definitive Zuzüge.

Vor ziemlich genau einem Monat endete für den FC Solothurn die Saison 2016/17. Mit einer 1:3-Niederlage in der Promotionsrunde gegen den späteren Aufsteiger Yverdon. Die Meisterschaft in der Gruppe 2 der 1. Liga schlossen die Solothurner auf dem dritten Platz ab. Damit waren sie so gut wie seit genau zehn Jahren nicht mehr. «Diese Leistung wollen wir in der nächsten Saison bestätigen», sagt Hans-Peter Zaugg. «Wir sind uns aber bewusst, dass es sicher nicht einfach wird.»

Der 64-Jährige wird in der anstehenden Saison beim FC Solothurn nicht mehr als Trainer, sondern als Sportchef amten. Sein Nachfolger auf dem Trainerstuhl, Dariusz Skrzypczak, hat am Montag mit der Mannschaft die Vorbereitung für die am 5. August beginnende Saison 2017/18 aufgenommen. Viermal pro Woche trainieren die Kantonshauptstädter. «Die Pause war genau richtig. Zwar nicht allzu lang, aber doch lang genug», so «Bidu» Zaugg. «Wir konnten die letzte Saison ja leider nur um eine Woche verlängern.» Drei Spieler sind trotzdem noch in den Ferien: Jeffrey und Waylon Grosjean sowie Massimo Veronica. «Nächste Woche werden wir komplett sein. Verletzte haben wir im Moment zum Glück keine.»

FCS-Präsident Samuel Scheidegger (links) mit dem neuen Trainer Dariusz Skrzypczak und Hans-Peter Zaugg.

FCS-Präsident Samuel Scheidegger (links) mit dem neuen Trainer Dariusz Skrzypczak und Hans-Peter Zaugg.

Drei FCS-Spieler wechseln in die Promotion League

Das Kader des FC Solothurn ist allerdings noch nicht komplett. Allzu viele Wechsel soll es nicht geben, man setze schliesslich auf Kontinuität, so Zaugg, der die bisherigen Transfertätigkeiten wie folgt zusammenfasst: «Im Grossen und Ganzen konnten wir die Spieler halten, die wir wollten.» Trotzdem werden sicher sechs Spieler das Team verlassen: Die Verteidiger Rafael Disler und Edonis Asani und Mittelfeldspieler Adrian Fleury zieht es allesamt zum BSC Old Boys in die Promotion League. Samuel Zayas und Kliment Nastoski, welche wenig Einsatzzeiten hatten 2016/17, wechseln in die 2. Liga zum FC Grenchen. Und Torhüter Nummer 2 Tim Wagner wurde an den FC Bern (2. Liga inter) ausgeliehen, um die nötige Spielpraxis zu bekommen.

«Tim wird garantiert zu uns zurückkehren», sagt Neo-Sportchef Zaugg. «Das hoffe ich auch bei Rafi Disler und Edo Asani. Sie waren enttäuscht, weil sie nicht so zum Zuge kamen. Dafür habe ich Verständnis.» Unsicher sei im Moment noch, ob Stürmer Garra Dembélé den Ambassadorenstädtern erhalten bleibt. «Garra wird wahrscheinlich nicht bleiben», befürchtet Zaugg, «wir sind vom Budget her einfach etwas eingeschränkt und können auch, was die möglichen Zuzüge betrifft, keine allzu grossen Sprünge machen.»

Noch drei Spieler

Zaugg will noch zwei bis maximal drei Spieler verpflichten: einen fürs Mittelfeld und einen Stürmer. «Ich habe Kontakt zu vielen Spielern aufgenommen», erklärt er, «die Situation ist aber schwierig. Es gibt einige finanzkräftigere Klubs in dieser Liga. Und ich will Spieler, die mit Herzblut dabei sind.» Definitive Zuzüge könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vermelden. Das Kader soll aber spätestens in zwei Wochen fix sein. Diese und in der kommenden Woche seien mehrere Testspieler im Training dabei. Zusätzlich habe Trainer Dariusz Skrzypczak zwei «starke eigene FCS-Junioren» in die erste Mannschaft nachgezogen.

Einigkeit zwischen neuem Trainer und Sportchef Zaugg

Hans-Peter Zaugg hat sich bei der Zusammenstellung des Kaders mit Skrzypczak abgesprochen. Als in der Schlussphase der abgelaufenen Saison feststand, dass der Pole Zauggs Nachfolger wird, seien die beiden in ständigem Kontakt gestanden. «Beide machten ihre persönlichen Analysen. Wir waren uns am Ende praktisch bei jeder Position einig», schildert Zaugg die Zusammenarbeit mit dem neuen Coach. «Jetzt hat Dariusz natürlich auch den Wunsch, dass wir noch einen guten Stürmer und einen guten Mittelfeldspieler holen.»

Erstes Testspiel nächsten Freitag

Am nächsten Freitag trägt der FC Solothurn sein erstes Testspiel aus und empfängt zu Hause den FC Düdingen. Danach steht der Seeland-Cup in Lyss auf dem Programm. Solothurn trifft am 17. Juli auf Köniz und am 20. Juli auf Biel. Am 27. Juli finden die Finalspiele statt. Rund eine Woche später erfolgt der Auftakt in die neue 1.-Liga-Saison. Der FCS wurde wiederum in die Gruppe 2 eingeteilt. Bei der Zusammenstellung gabs einige Änderungen. Nicht mehr dabei sind die zwei Absteiger Wangen und Muri. Und die Reserven des FC Thun, die neu in der Gruppe 1 spielen. Dazugestossen sind dafür die Aufsteiger aus der 2. Liga inter, der FC Kickers Luzern und der FC Langenthal, sowie die zweite Mannschaft von GCZ, im Vorjahr noch in der Gruppe 3.

«Ich habe das Gefühl, dass die Liga noch ausgeglichener sein wird», wägt Hans-Peter Zaugg ab. Er habe von mehreren Klubs gehört, dass sie sich Hoffnungen auf einen Platz in den Aufstiegsspielen machen: «Mit GC ist ein ganz starker Kandidat dazugekommen, der unbedingt rauf will in die Promotion League. Wenn wir wieder in die Aufstiegsspiele wollen, brauchen wir eine gute Mannschaft und gute Matches.»

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