Schiessen
Yvonne Graber kann immer noch mithalten

Die im Jahr 2008 vom Spitzensport zurückgetretene Solothurnerin Yvonne Graber erzielt in der Elite nach wie vor gute Resultate.

Yvonne Stampfli
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Yvonne Graber schiesst weiterhin – nur nicht mehr als Profi. Archiv

Yvonne Graber schiesst weiterhin – nur nicht mehr als Profi. Archiv

«Mit bereits zwölf Jahren habe ich, inspiriert durch meinen Vater, mit Schiessen begonnen», erklärt die Ex-Profischützin Yvonne Graber. Auch ihr Bruder Beat ist begeisterter Schütze. «Wahrscheinlich muss man einen Bezug haben, um zum Schiesssport zu gelangen. Die kritische Haltung gegenüber diesem Sport überwiegt und auch bei einem Attentat mit Waffen schlagen die Vorurteile durch», erklärt Graber.

Sie bestreite nach wie vor Wettkämpfe «vor allem im Kanton und Verein», so Graber und fügt hinzu: «Ja, ich bin zufrieden mit meiner Leistung und selber überrascht, auch nach drei Jahren und ohne grossen Aufwand solch gute Resultate zu erzielen.» Beispielsweise durfte sie sich mit ihrem Team als Schweizermeisterin feiern lassen, oder erzielte Rang zwei beim Grenzlandcup.

«Es ist kein Druck mehr da»

20 Jahre hat die Winznauerin Spitzensport betrieben. Aufgrund von Differenzen mit dem Verband hat sie ihre Karriere beendet. «Ich hoffe aber, noch lange an diesem Sport Freude zu haben». Zweimal in der Woche trainiert Graber noch, wenn es zeitlich geht. Die Trainings sind jeweils mit gezielten Übungen gespickt, «aber es ist nicht mehr so verbissen. Es ist kein Druck mehr da. Wenn es mal nicht gut läuft, dann läufts halt nicht.»

«Ich habe keine Erwartungen, Ziele oder Wünsche mehr an mich bezüglich des Schiessens – einfach Freude haben.» Ihre immer noch guten Resultate erklärt sie sich so: «Nach so vielen Jahren Spitzensport profitiere ich sicher von den Erfahrungen an Turnieren. Und die Technik geht ja auch nicht einfach verloren.»

Das Niveau wird grundsätzlich immer höher, da die Ausrüstung immer besser wird. Wobei die Nachwuchsförderung nicht gross optimiert wurde: «Es wird wahrscheinlich auch nicht viel verbessert», bedauert Graber. Gerne hätte sie ihr Wissen und ihre Erfahrung auch im Verband eingebracht: «aber die Differenzen sind da, und somit ist es gut so, wie es ist.» Vor zwei Jahren hat sie den J+S-Leiterkurs absolviert und betreut nun in Olten die Luftgewehrtruppe. In Trimbach, wo die Solothurnerin selber Kleinkaliber trainiert, hat sie keine weitere Funktion. «Da dies viel zeitaufwendiger ist, leite ich dort nichts.»

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