Bei den Young Boys musste niemand lange darüber nachdenken, wie der Nachmittag denn nun zu werten sei. «Ganz klar, wir haben zwei Punkte verloren», sagte Christoph Spycher. Der Linksverteidiger war der Meinung, sein Team habe es verpasst, aus einer Vielzahl von Torchancen die Vorentscheidung zu erzwingen.

In der Endphase fehlte die Kraft

Und er wurde dann gar noch martialisch. «Man muss in solchen Spielen eben auch den Willen haben, den Gegner kaputtzumachen», sagte Spycher, «und nicht am Leben zu lassen. Das muss bei YB besser werden.» Sie hätten nun im vierten Spiel schon zum dritten Mal unentschieden gespielt, und damit komme man nicht weit, sagte Spycher. Natürlich habe in der Endphase auch etwas die Kraft gefehlt, doch solches müsse man akzeptieren, wenn man am Donnerstag noch im Europacup engagiert gewesen sei.

Der grosse Spass in diesem Stadion

«Es ist schon ärgerlich, dass wir nicht das vorentscheidende 2:0 geschossen haben», sagte Mario Raimondi. Der Aufbauer gab sich indes selbstkritisch und bemängelte, dass YB die Bälle immer wieder zu schnell verloren habe. «Wir hätten geduldiger sein müssen», sagte Raimondi, der erstmals in dieser Saison über 90 Minuten zum Einsatz gekommen war. Der 31-Jährige vergass indes auch nicht zu erwähnen, wie toll es gewesen sei, in diesem neuen Stadion zu spielen. «So macht es richtig Spass», sagte Raimondi.

Nelson Ferreira, der Flügelspieler der Luzerner, immer auf Achse und keinen Zweikampf scheuend, sagte: «Es ist schon schade, dass es nicht noch für den Sieg gereicht hat.» Aber wir haben eine grosse Moral gezeigt und uns mit unserem zwölften Mann, dem grossartigen Publikum, in der zweiten Halbzeit gesteigert. «Es hat etwas die Kaltblütigkeit gefehlt», sagte Ferreira, «die Chancen waren ja da.»