Fussball
«Xhevi» soll es für Egerkingen richten

Als Feuerwehrmann will Xhevxhet Dullaj den FC Egerkingen in den verbleibenden acht Spielen vor dem Abstieg aus der 2. Liga retten.

Raphael Wermelinger
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Kehrt heute nach neun Monaten an die Seitenlinie des FC Egerkingen zurück: Xhevxhet Dullaj.

Kehrt heute nach neun Monaten an die Seitenlinie des FC Egerkingen zurück: Xhevxhet Dullaj.

Oltner Tagblatt

«Ab sofort erhält die erste Mannschaft Unterstützung von Xhevxhet Dullaj.» Dies teilte Peter Weh, Präsident des FC Egerkingen, Mitte Woche in einer Pressemitteilung kurz und knapp mit. Nur neun Punkte holten die Egerkinger in den 14 bisherigen Meisterschaftsspielen und liegen in der Tabelle auf dem letzten Platz. Jetzt soll «Xhevi» Dullaj den Klub vor dem zweiten Abstieg aus der 2. Liga innert drei Saisons bewahren.

Damit kehrt der 40-Jährige nach nur neun Monaten an seine alte Wirkungsstätte zurück. Während vier Jahren hatte er den FC Egerkingen gecoacht, ehe er auf die laufende Meisterschaft überraschend zurücktrat. Dullaj führte den FCE in seinen ersten beiden Saisons mit zwei Aufstiegen in Folge direkt von der 4. Liga in die 2. Liga. Nach dem Abstieg 2012/13 folgte ein Jahr später der direkte Wiederaufstieg ins Oberhaus.

Dann gab er das Zepter an das Triumvirat bestehend aus Süleyman Seven, Hamit Hasani und Ardian Shala weiter, das in den 14 absolvierten Spielen gemeinsam die Geschicke der Mannschaft leitete. Mehr schlecht als recht: Der Rückstand der Krähen auf einen rettenden Platz beträgt im Moment sechs Punkte.

Dem Team fehlt das Feuer

«Es tut jedem Trainer weh, die Mannschaft, die er verlassen hat, in einer solchen Situation zu sehen», begründet Dullaj seine Rückkehr. «Die meisten Spieler kenne ich schon seit mehr als zehn Jahren.» Den Entscheid, an die Seitenlinie zurückzukehren, habe er denn auch mit mehreren Spielern im Vorfeld besprochen. Aufgrund der positiven Resonanz stellte er sich bis zum Ende der Saison zur Verfügung. «Mit dem Ziel, dass wir am Ende der Saison erhobenen Hauptes vom Platz gehen können», so Dullaj. «Auch wenn es nicht reichen sollte, müssen wir zumindest sagen können, dass wir Vollgas gegeben haben.»

In den drei Rückrundenspielen schaute für Egerkingen noch kein einziger Punkt heraus. Den Spielern fehlt das nötige Feuer, analysiert Dullaj. Es sei traurig zu sehen, dass die Mannschaft nicht das abrufen könne, was eigentlich in ihr steckt. Weil die meisten Spieler in einem Alter seien, in dem der Erfolg nicht mehr an erster Stelle stehe: «Sie haben ihre grossen Erfolge schon vor Jahren gehabt. Ich erinnere mich, wie ich vor jedem Spiel in grosse Augen geschaut habe. Dank ihres Willens haben die Spieler damals so viel erreicht, Fussballspielen konnten sie schon immer.»

Die Bereitschaft, alles zu gegeben auf dem Spielfeld, sei dem Team etwas abhandengekommen. Und auch konditionell sei es nicht ganz auf der Höhe: «Wenn man nach sechzig Minuten nicht mehr kann, lässt die Konzentration nach und man kassiert späte Gegentore», so Dullaj, «früher haben wir diese geschossen.» Doch um jetzt noch im konditionellen Bereich etwas wettzumachen, reicht die Zeit nicht, das weiss Dullaj: «Diese fehlenden Prozente müssen wir mit unserer Routine ausgleichen. Und wir müssen uns besser auf den Gegner einstellen, anerkennen, dass wir momentan nicht in der Lage sind, das Spiel zu machen.»

Egal wie, Hauptsache Punkte

Bei Dullajs Comeback empfängt der FC Egerkingen am Samstag den Tabellenvierten Härkingen zum Derby. Ein Gegner, gegen den sein Team in den letzten Jahren meistens schlecht ausgesehen hat: «Das ist eigentlich schon Motivation genug, und mehr brauchen wir nicht. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, es einmal anders zu machen gegen Härkingen.» Von seinen Spielern fordert er Disziplin. Bedeutet, die Positionen bis zum Schluss zu halten und in die Zweikämpfe zu gehen. «Auch wenn wir nicht souverän spielen sollten, die Hauptsache ist, dass wir Punkte mitnehmen.»