Laufsport
World Run findet auch 2015 wieder in Olten statt

Die Idee, auf allen sechs Kontinenten gleichzeitig loszurennen und jene Athleten zu den Siegern zu küren, die zuletzt vom aufschliessenden Catcher Car eingeholt werden, war einzigartig – und erfolgreich zugleich.

Michael Forster
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Dank einer modifizierten Strecke soll 2015 die Zahl der eingesetzten Shuttle-Busse möglichst niedrig gehalten werden.

Dank einer modifizierten Strecke soll 2015 die Zahl der eingesetzten Shuttle-Busse möglichst niedrig gehalten werden.

HR.Aeschbacher

Der Wings for Life World Run, initiiert zur Unterstützung der gleichnamigen Non-Profit-Organisation im Bereich Rückenmarksforschung, hat bei seiner Premiere 2014 mehr als drei Millionen Euro an Startgeldern und Spenden aufgebracht, dies bei mehr als 35 000 Teilnehmern weltweit. 2047 von ihnen machten sich in Olten auf zu ihrem Rennen, und das wird auch 2015 wieder möglich sein, wenn der World Run am 3. Mai zum zweiten Mal in der Aarestadt gastiert. «Wir freuen uns sehr, den World Rund 2015 wieder im Herzen der Schweiz durchführen zu können», so Adrian Haut, der Medienverantwortliche des weltumspannenden Grossanlasses. Sowohl bezüglich Erreichbarkeit wie auch von der Topografie her sei Olten ein optimaler Austragungsort, «hinzu kommt eine malerische Kulisse sowie das Jura- und Alpenpanorama».

Einholung aus Solothurner Boden

Wichtigstes Kriterium bezüglich Strecke ist das Profil: Je weniger Höhenunterschied, je flacher also, desto besser sind die einzelnen Strecken auf der ganzen Welt miteinander vergleichbar. Jeder zusätzliche Höhenmeter macht eine Strecke langsamer, was sich schliesslich negativ auf die Leistung der Teilnehmer auswirkt. Dass die Streckenführung im nächsten Jahr leicht angepasst wird, hat im Fall Olten nicht mit der Topografie zu tun, bestätigt Rennleiter Corsin Caluori: «Die Idee ist, dann, wenn die meisten ausscheiden, möglichst nahe beim Start zu sein, damit nicht alle Läuferinnen und Läufer mit dem Bus zurück nach Olten gefahren werden müssen, sondern die Strecke zu Fuss zurücklegen können.» Für die Anpassungen fehlten zwar noch die letzten Bewilligungen, doch Caluori ist zuversichtlich, diese umsetzen zu können.

Neu wird Olten nicht kurz nach dem Start endgültig verlassen, sondern zuerst eine Schlaufe um den Born gelaufen. Erst dann verabschieden sich die Teilnehmer via Gheid nach Kestenholz/Niederbipp, bevor, nach einer zusätzlichen Schlaufe auf den weitläufigen Feldern, wieder in die andere Richtung gelaufen und Murgenthal nach rund 70 Kilometern erreicht wird.

Würde – denn wäre man bereits im letzten Jahr auf diesem Parcours gelaufen, so wären sämtliche Teilnehmer noch auf Solothurner Boden ausgeschieden. «Der Renncharakter bleibt hingegen derselbe», sagt Caluori. Allerdings wird die Startzeit leicht angepasst: Anstatt um 12 Uhr fällt der Startschuss 2015 erst um 13 Uhr. Die Anpassung wurde nötig, damit man weltweit möglichst vielen Athletinnen und Athleten angenehme Bedingungen bieten könne, so Caluori.

Anlass wird noch grösser

Nebst den erwähnten idealen Voraussetzungen sprach auch das Interesse vonseiten der Behörden für den Standort Olten. Stadtpräsident Martin Wey habe sich, so Caluori, persönlich gemeldet und sein Interesse und Entgegenkommen bezüglich eines zweiten World Run in der Aarestadt angemeldet. So erhalten die Organisatoren in diesem Jahr vor allem mehr Platz. Caluori: «Wir können sowohl die Garderoben der Stadthalle wie auch jene des Eisstadions benützen, das ist komfortabel.»

Daneben gelte es, das Konzept zu optimieren, vor allem am Tag vor dem Rennen. «Wir waren sehr positiv überrascht, wie viele bereits am Samstag den Check-in vollzogen», so der Bündner. «Darauf müssen wir im nächsten Jahr besser vorbereitet sein.» Staus, wie in diesem Jahr, gelte es 2015 unbedingt zu vermeiden, damit alles schneller und reibungslos abgewickelt werden kann.

Schon jetzt ist klar, dass die Latte für den Sieger 2015 in der Schweiz erneut hoch liegen wird: Marco Kaminski (50) hat sich nämlich entschieden, seinen Titel in Olten zu verteidigen – obwohl er, als nationaler Sieger, seinen Startort 2015 hätte aussuchen können. «Ich lebe nun seit einer langen Zeit in Olten und kenne die Stadt bestens. Meine Familie und Freunde sind allesamt hier und unterstützen mich jedes Mal sehr.

Hier fühle ich mich am wohlsten, wieso soll ich also anderswo rennen?», so der fünffache Schweizer Marathonmeister. Ebenfalls definitiv ist laut Adrian Haut die Zusage von Daniela Ryf. Die Solothurnerin setzte nach ihrem Sieg am ersten World Run zu einer richtiggehenden Siegesserie bei wichtigen Triathlons an, welche erst bei der Lang-Distanz-WM auf Hawaii mit Rang 2 gestoppt wurde.