Alessio vom FC Fulgor Grenchen (11), Moritz (9), Robin (11) und Damian (7) vom FC Solothurn (9), Tyron vom FC Derendingen (10), Raphael, vom FC Oensingen (11) oder Nathal vom FC Subingen (11) – sie alle sind Weltmeister. Sie haben das WM-Turnier gewonnen, das die 6- bis 13-jährigen Jungs und Mädchen am Kids-Camp des FC Basel ausgetragen haben.

Erstmals fand so ein Camp (siehe Box) heuer auch in Solothurn statt. Alle Mini-Kickerinnen und -kicker werden dabei für die Trainings- und Turnierwoche in das Tenue eines Landes eingekleidet. Wählen freilich, für welche Nation sie auflaufen möchten, können die Boys und Girls nicht. «Nein, welches Dress wir bekommen steht in dem Brief (Anm. d. Red. die Teilnahmebestätigung)», sagt Alessio mit sanft gequältem «20-ab-8-Gsicht». Alessio und seine Gspänli hat es so nach Chile verschlagen – darum auch «20-ab-8-Gsicht».

Kids kennen keine Chilenen

Chile? Tönt irgendwie mehr nach Fast Food als nach Football. Kennen tun Moritz, Alessio und Co. die chilenischen Kicker nicht wirklich. Marco Estrada – klingt auch mehr nach Zirkus als nach Shaqiri; Roberto Cereceda, Waldo Ponce ... – kein chilenischer Nationalspieler kommt an Ronaldo, Messi oder eben Shaqiri ran.

Trotzdem: Den Final gewinnen die in Marine-Blau-Weiss gehaltenen Chilenen gegen die in KinderzimmerHellbau kickenden Argentinier mit 3:2 nach Verlängerung. Ein packender Thriller. Schon in der Vorrunde endete der Südamerika-Gipfel mit einem Remis. Das Duell um Bronze verlieren die in Rot-Weiss spielenden Schweizer gegen die ins YB-Bienli-Kostüm getünchten Gelb-Schwarzen Spanier.

Platz fünf geht an die vergleichsweise kleinen, in giftigem Neongelb blendenden Brasilianer gegen die Oranje-Orangen Kameruner. Siebte werden die auffällig bleichen, dafür in verführerischem Violett spielenden Jungs von der Elfenbeinküste. Die in Dschungelcamp-Grün antretenden Italiener gehen 2:4 unter. Die goldene Banane für die Nummer 1 von unten her sichert sich für einmal Deutschland, das gegen Portugals Silberpfeile 0:3 taucht.

Alle hatten ihren Spass

Sieg oder Niederlage, Chile oder Italien, Shaqiri oder Ponce – die Jungs und Mädchen sind sich total einig: «Es hat riesigen Spass gemacht und wir würden gerne wieder kommen.» Vor allem das Turnier, dessen Verlauf auf einem Grossbildschirm ständig quasi live übertragen wurde, hat natürlich «gfägt.» Aber auch die Trainings: «Ich habe Finten gelernt», sagt Moritz. «Ich weiss jetzt, wie man den Ball besser halten kann», sagt Robin.

Und dass Goalies blitzschnell aufstehen sollten, wenn sie am Boden liegen, ist fortan auch allen klar. Einen neuen Messi habe er nicht ausmachen können, sagt Willy Schmid – der SFV-Instruktor ist sportlicher Leiter der FCB-Kids-Camps. Aber darum gehe es ja auch nicht.

Die Weltmeister ihrerseits durften einen Pokal stemmen, der fast so gross ist, wie sie selbst. Chile-Fans sind die Solothurn-Chilenen deswegen aber nicht, oder? «Jaaaahhh ..., viellech es bitzeli, wöus haut so guet gange isch», sagt Alessio – ohne weiter ersichtliche Begeisterung.