Volleyball NLA

Wird Volley Schönenwerd mit dem breitesten Kader der Liga gegen Lausanne erneut dominieren können?

Bis jetzt war nur Volley Amriswil eine zu hohe Hürde für die Schönenwerder.

Bis jetzt war nur Volley Amriswil eine zu hohe Hürde für die Schönenwerder.

Schönenwerd liegt in der NLA nach 7 von 21 Spielen auf Platz 2. Das neue Kader scheint sich unter dem ebenfalls neuen Trainer gefunden zu haben. Heute Samstag, 1. Dezember, kommt nun Titelverteidiger Lausanne in die Betoncoupe Arena. «Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe», so Schönenwerds Sportchef Bühlmann.

In der NLA ist ein Drittel der Quali vorbei. Volley Schönenwerd gehört wieder zu den Spitzenteams, nachdem sich die Niederämter in der letzten Saison noch mit Platz sechs abfinden mussten. Die Schönenwerder gewannen sechs der bisherigen sieben Spiele, lediglich dem amtierenden Cupsieger und Titelfavoriten Amriswil gelang ein Sieg gegen die Solothurner.

Knapp wars zuletzt gegen Chênois. «Schöni» rannte zweimal einem Rückstand hinterher, setzte sich am Ende aber im entscheidenden fünften Satz mit 15:7 durch.

Ganz vorne trotz Umbruch im Sommer

Dass die Schönenwerder ganz vorne mitmischen, überrascht ob des grossen Umbruchs im Sommer. Bujar Dervisaj kehrte an die Seitenlinie zurück, führt Regie über ein nahezu komplett neu formiertes Team. Nach den Rücktritten von Simon Hofstede und Christoph Hänggi steht mit Luzern-Rückkehrer Christopher Frame und Neo-Captain Samuel Ehrat, der von Näfels kam, ein neues Duo am Block.

Frisch im Team sind auch Luca Ulrich (von Volley Luzern) und der Pole Marcin Ernastowicz, die sich mit Leandro Gerber, dem dienstältesten Schönenwerder, um die Plätze auf der Aussenposition streiten. Die Fäden zieht neu Passeur Scott Fifer. Der 25-jährige US-Amerikaner ersetzte Leon Dervisaj, der sein Glück diese Saison in der deutschen Bundesliga sucht.

Steigerung bei Lausanne ist zu erwarten

«Wir holten Spieler, und auch ein Trainer-Duo, mit viel Qualität und haben insgesamt ein gutes Team zusammengestellt, das weiss, worum es geht. Trotzdem bin ich überrascht, dass sich dieses so schnell gefunden hat», sagt Sportchef Daniel Bühlmann. «Es macht Spass, zuzuschauen.»

Auch der Blick auf die Tabelle ist erfreulich. Schönenwerd liegt vier Punkte hinter Titelfavorit Amriswil auf Platz zwei. «Die Saison dauert noch lange. Für mich ist wichtig, dass man bei den Spielern und dem ganzen Team eine Entwicklung erkennt. Und das ist momentan der Fall.»

Dass Amriswil, der Meister von 2016 und 2017, die Liga aktuell dominiert, sei zu erwarten gewesen. Beim Titelverteidiger Lausanne rechnet Bühlmann mit einer Steigerung im weiteren Saisonverlauf. «Das sind die beiden Klubs, die es zu schlagen gilt. Dahinter kommen wir, das ist gut so.» Dass der Traditionsklub Näfels, letzte Saison noch in beiden Finals, nicht auf Touren kommt, überrascht ihn nicht: «Sie hatten den noch grösseren Umbruch als wir.»

Ein extrem breites Kader

Die Stärke der Schönenwerder Equipe sei die Breite des Kaders. Bühlmann verweist auf die Statistiken. Obwohl «Schöni» auf Platz zwei liegt, findet sich der beste Punktesammler Luca Ulrich nur im Mittelfeld der Skorerliste wieder. «Das heisst, dass wir sehr ausgeglichen aufgestellt sind. Das extrem breite Kader, wohl das breiteste der ganzen NLA, ist unser Pluspunkt.» So sei etwa Leader Amriswil sehr abhängig vom Diagonalangreifer Thomas Zass. «Wir haben deutlich mehr Möglichkeiten.»

In Bezug auf die Mutationen hatten die Schönenwerder also ein glückliches Händchen. Das grösste Risiko sei man mit der Verpflichtung des Zuspielers Scott Fifer eingegangen. «Er ist noch sehr jung, hat aber schon im Ausland gespielt. Das war uns wichtig», erklärt Bühlmann. «Er macht es sehr gut, hat aber natürlich noch nicht die Ruhe und Klasse eines Joshua Howatson bei Amriswil. Dafür hat er die richtige, typisch amerikanische Einstellung. Das ist wichtig auf dieser Position und überträgt sich auf das ganze Team.»

Ein Duell auf Augenhöhe

Zum Auftakt des zweiten Quali-Drittels gastiert heute Titelverteidiger Lausanne in der Betoncoupe Arena. Beim Saisonauftakt gewannen die Schönenwerder auswärts mit 3:0. «Ein enges Spiel, wir haben sie keineswegs in Grund und Boden gestampft», relativiert Bühlmann. «Die Sätze waren umkämpft, wir lieferten insgesamt ein gutes Spiel ab. Wenn wir ähnlich auftreten, haben wir erneut gute Chancen auf den Sieg, aber es wird kein Selbstläufer. Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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