Solothurner 2. Liga
«Wir wollen uns das zurückholen, was uns geklaut wurde»

Am Wochenende beginnt die neue Saison in der Solothurner 2. Liga. Der FC Iliria, Herbstmeister in der abgebrochenen Saison 2019/20, gastiert zum Auftakt beim FC Lommiswil. Burim Raimi will in seiner neunten Saison beim FC Iliria zum dritten Mal den Cup gewinnen.

Raphael Wermelinger
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Der designierte Meister der abgebrochenen Saison 2019/20: der FC Iliria.

Der designierte Meister der abgebrochenen Saison 2019/20: der FC Iliria.

Hansjörg Sahli

Der FC Iliria lag auf Kurs, zum zweiten Mal nach 2016 den Solothurner Meistertitel zu gewinnen. Acht Siege, zwei Unentschieden, 32:8 Tore und fünf Mal ohne Gegentor geblieben – dies die eindrückliche Bilanz der Stadt-Solothurner. «Wir hatten einen Lauf und waren wirklich stark drauf», sagt Burim Raimi. Der Verteidiger absolvierte in seiner achten Saison für den FC Iliria neun der zehn Vorrundenspiele über die volle Distanz. «Schade, dass die Saison abgebrochen werden musste. Ich denke, wir hätten in der Rückrunde so weitergemacht. Aber tragisch ist es nicht», sagt der 25-Jährige.

Probleme bekundet Raimi dagegen mit dem Entscheid bezüglich Cup. Der Solothurner Fussballverband loste aus den acht verbliebenen Viertelfinalisten den Teilnehmer am Schweizer Cup aus. Glück hatte dabei der FC Selzach. Der FC Iliria war im Achtelfinal am Dritt­ligisten Trimbach gescheitert – die einzige Pflichtspiel-Niederlage in der ersten Saisonhälfte. «Wir sind zu Recht rausgefallen. Aber dass da irgendetwas auf dem Papier entschieden wurde, ging mir ein bisschen zu weit. Das ist nicht wirklich fair», sagt Raimi.

Der Real-Madrid-Fan, der gerne Shisha raucht, kam vor acht Jahren vom FC Luterbach zum FC Iliria. Bei den Wasserämtern stand er als 15-Jähriger im Kader des Meisterteams der Saison 2009/10. Zuerst unter Perparim Redzepi, dann unter dem jetzigen Oensingen-Trainer Slobodan Banjalic. Ersterem folgte Raimi nach Luterbachs Fall von der 2. Liga inter bis in die 3. Liga 2012 zum FC Iliria. Dort ist er seither gesetzt auf der Aussenverteidigerposition. In zwei Saisons machte er 20 von 22 Spielen. Zweimal fiel er für fast drei Monate aus; das erste Mal stoppte ihn ein Bänderriss am Fussgelenk, 2018 verletzte er sich an der Schulter.

Burim Raimi (links) im Zweikampf mit dem Grenchner Samuel Zayas.

Burim Raimi (links) im Zweikampf mit dem Grenchner Samuel Zayas.

Hans Peter Schläfli

In Raimis zweiter Saison schaffte der FC Iliria den Aufstieg in die 2. Liga. «Vor den Aufstiegsspielen zeigten wir eine hervorragende Saison. Am Ende war es dann dramatisch und auch etwas glücklich», erinnert er sich. «Im vollen Stadion aufzusteigen, war ein Erlebnis, das ich nie mehr vergessen werde.» Zwei Jahre später holte er an gleicher Stelle seinen zweiten Titel, den Solothurner Cup. Kurz darauf entschied der FC Iliria auch die Meisterschaft 2015/16 für sich und feierte das Double. «Es gab so viele unbeschreibliche Momente in den letzten Jahren. Ich weiss nicht, welches der schönste war», sagt Raimi. «Der erste Cupsieg 2016 vor etwa 2000 Zuschauern im FCS-Stadion liegt sicher weit vorne.»

Zu den Höhepunkten gehören auch die zwei Einsätze im Schweizer Cup. 2016 gegen Schaffhausen und in der vergangenen Saison gegen den späteren Super-League-Aufsteiger Lausanne-Sport. «Es war natürlich ein Klassenunterschied. Doch wir hatten ein paar gute Aktionen und schossen immerhin ein Tor», erzählt Raimi. «Die meisten der sechs Gegentore kassierten wir in beiden Halbzeiten schon sehr früh. Trotzdem war auch dieses Spiel ein schönes Erlebnis.»

2016/17 ass der FC Iliria hartes Brot in der 2. Liga inter. «Wir haben es probiert, aber es hat leider nicht gereicht. Meistens konnten wir 50 bis 60 Minuten mithalten, dann fehlten uns oft die nötigen Kräfte», blickt Raimi zurück. Der FC Iliria stieg wieder ab und benötigte danach in der 2. Liga ein Zwischenjahr, um sich wieder zu sortieren. Nur Platz acht, aber die Erfolge kehrten schon bald zurück. In der vorletzten Saison holte Iliria zum zweiten Mal den Solothurner Cup – mit 3:1 gegen Grenchen. In der Liga dagegen zog Grenchen noch am FC Iliria vorbei. «Wir hatten zwischenzeitlich sieben Punkte Vorsprung, liessen es aber schleifen, und am Ende entschieden die Strafpunkte gegen uns», sagt Raimi. «Das hat mich genervt, doch der Cup hat es rausgerissen.»

Der Cup ist auch in der anstehenden Spielzeit das grosse Ziel. «Wir wollen unseren Titel verteidigen. Quasi das zurückholen, was uns geklaut wurde», sagt er lachend. Iliria hat sich mit sechs Zuzügen verstärkt. Darunter Fabrizio Laus vom FC Grenchen und Edonis Asani vom FC Solothurn sowie das Duo Kamer Kara und Valon Kadrija vom FC Zuchwil. «Alles sehr gute Fussballer, die zum Team passen», sagt Burim Raimi, der mehrmals klarstellt, dass der Zweitliga-Meistertitel im Gegensatz zum Cup kein konkretes Ziel des Teams sei: «Wir wollten immer unter die besten drei kommen in den letzten Jahren. Der Aufstieg in die 2. Liga inter war uns nie wichtig.» Auch wenn diese ihre Reize habe: «Es ist ein ganz anderes Niveau. Ich würde nicht Nein sagen. Es wäre spannend zu sehen, ob wir unter dem jetzigen Trainerduo mithalten könnten.»

Kader FC Iliria

Trainer: Vilson Dedaj
Assistenten: Leo Sasso, Tarik Plemenic

Tor: Alan Do Nascimento (98), Nicola Trittibach (94).
Abwehr: Dugagjin Dedaj (89), Avdi Halimi (97), Leutrim Latifi (93), Burim Raimi (95), David Spaqi (01), Dashnim Sulejmani (93), Ivo Zizak (92).
Mittelfeld: Riccardo Caroli (98), Bleron Dakaj (97), Jasminder Dhillon (97), Nazim Elezi (94), Hasan Gedici (92), Alban Jahiu (91), Valon Kadrija (99), Fabrizio Laus (91), Dardan Llugaliu (94), Egzon Mustafi (95), Memnun Mustafi (95), Denis Perkolaj (00), Mattia Sasso (95), Edonis Asani (98).
Angriff: Arben Alimusaj (89), Oliver Andrijasevic (94), Gjems Frrokaj (93), Kamer Kara (91).

Zuzüge: Alimusaj (GS Italgrenchen), Kadrija, Kara (beide FC Zuchwil), Laus (FC Grenchen 15), Spaqi (Xamax U21), Asani (FC Solothurn).
Abgänge: Duan Aliu, Bleon Idrizi (beide unbekannt).

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